Mittwoch, 28. September 2022
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Sicher auf Sommertour nach Fahrradcheck

GTÜ: Regelmäßige Pflege und Blick auf sicherheitsrelevante Teile

Der Sommer ist da und eröffnet für viele endgültig die Fahrradsaison. Einfach das Zweirad aus Garage oder Keller holen und losfahren? Kann man machen, wenn man weiß, dass es hundertprozentig in Ordnung ist. Sonst ist ein kurzer Check sinnvoll. Denn auch ein Fahrrad will regelmäßig gepflegt sein, wenn es viele Jahre komfortabel und vor allem verkehrssicher seinen Dienst versehen soll. Eine große Werkstattausstattung ist dafür nicht notwendig. Wichtige Tipps gibt die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ).

Vieles geht sogar ohne spezielle Utensilien, und es dauert nicht lange. Erster Schritt: das Zweirad nach einer längeren Pause gründlich säubern. Dazu groben Dreck mit einer Bürste entfernen. An verwinkelten und engen Stellen helfen Borstenpinsel und Zahnbürste. Danach alle Teile mit lauwarmem Wasser und einem Lappen sanft abwischen und mit einem zweiten Lappen trocknen. Der Hochdruckreiniger ist tabu: Sein harter Wasserstrahl würde Schmierstoffe aus Stellen drücken, wo sie benötigt werden.

Augenmerk auf Luftdruck, Kette, Bremsen und Licht

Die guten alten Bauer-Fahrräder, einst produziert in Klein-Auheim, sind heute noch für Sommertouren geeignet. Aber auch da: Kontrolle vorher, damit alles okay ist. Bild: beko

Nun den Luftdruck prüfen. Radprofis arbeiten mit einer Pumpe, die den Luftdruck anzeigt und auf unterschiedliche Ventile passt. Im Fachhandel kostet sie um die 30 Euro. Bei Alltagsrädern liegt der Nenndruck bei 3,5 bis 4 bar. Mountainbikes mit dickeren Reifen erhalten etwa 3 bar und Rennräder mit schmalen Rädern etwa 8 bar.Der passende Luftdruck beugt Reifenpannen vor und schützt die Felge beim Befahren einer Bordsteinkante. Ein Blick aufs Gummi: Ist das Profil stark abgefahren? Gibt es gar feine Risse an den Flanken? Dann sind neue Reifen fällig und helfen außerdem, einem Plattfuß vorzubeugen.

Nun geht es an die Kette. Sie sollte stets im richtigen Maß geschmiert sein. So radelt es sich mit leichtem Lauf, und außerdem verschleißen Kette und Zahnräder nicht vor der Zeit. Spezielles Kettenöl ist sinnvoll, denn das hat genau die richtige Viskosität: Vorsichtig auf die Kette träufeln. Zusätzlich verteilt sich das Öl besser, wenn man anschließend eine Zahnbürste an die Kette hält und diese ein paar Mal durchkurbelt. Nun am besten einmal um den Block fahren und sämtliche Gänge durchschalten, damit alle Ritzel und Kettenblätter ihre Schmierstoffportion erhalten. Zugleich testet man so, ob alle Gänge funktionieren.

Bei dieser Probefahrt zugleich darauf achten, ob es ungewohnt lockere oder schlackernde Stellen am Fahrrad gibt. Dort muss dann vielleicht eine Schraube stärker angezogen oder ein Spiel exakt eingestellt werden.

Ein Blick auf die Bremsen: Die Handhebel sollten sich nie bis an den Lenker durchdrücken lassen, sondern den Bremsbelag schnell und kräftig andrücken. Felgenbremsen haben am Hebel dort, wo die Bremszughülle angesetzt ist, eine Einstellschraube. Diese lässt sich mit den Fingern drehen und stellt einen verschlissenen Bremsbelag näher an die Felge. Viele Bremsbeläge sind mit vertikalen Rillen als Indikator für ihre Verschleißgrenze ausgestattet. Bei Scheibenbremsen ist neben der spürbar verminderten Bremswirkung vor allem ein schabendes oder kratzendes Geräusch das Signal, den Bremsbelag zu wechseln.

Im Zweifelsfall mit dem Zweirad in die Fachwerkstatt

Wer geübt ist, kann Bremsbeläge selbst wechseln. Doch wie beim Auto gilt: Bremsen sind sicherheitsrelevante Teile. Daher kann der Weg in die Fahrradfachwerkstatt eine sinnvolle Investition sein.

Der Profi schaut bei seiner gründlichen Durchsicht auch auf weitere sicherheitsrelevante Teile und prüft etwa, ob alle Schrauben mit dem richtigen Drehmoment festgezogen und Felgen noch innerhalb der Verschleißgrenze sind. Sollte eine Unwucht in den Rädern vorhanden sein, korrigiert er sie. Auch Komponenten wie Vorbau, Lenker, Rahmen und Tretkurbeln schaut er auf ihre Verkehrssicherheit hin an.

Zum Abschluss noch der Lichttest. Denn gutes Licht kann lebenswichtig sein. Er passiert entweder zusammen mit einer zweiten Person oder in der Dämmerung, damit man selbst die Lichtfunktionen gut erkennen kann. Strahlt der Frontscheinwerfer? Auch nicht zu hoch, so dass er andere Verkehrsteilnehmer blendet? Funktioniert die Rückleuchte? Sitzen alle Kabel fest, oder gibt es lockere Verbindungen? Batterie- und akkubetriebene Produkte sollten regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft werden, weil die Leistung nachlassen kann.

Und schon steht einer genussvollen Fahrradtour nichts im Weg: Fahrradhelm aufsetzen, und ab aufs Rad.

Was ist die GTÜ?
Die GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung mbH) ist die größte amtlich anerkannte Kfz-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kraftfahrzeugsachverständiger in Deutschland und zählt damit zu den größten Sachverständigenorganisationen überhaupt. Sie versteht sich als ein umfassendes Expertennetzwerk. Mehr als 2.300 selbständige und hauptberuflich tätige Kfz-Sachverständige und deren qualifizierte Mitarbeiter stehen an über 11.000 Prüfstützpunkten in Werkstätten und Autohäusern sowie an eigenen Prüfstellen der GTÜ-Vertragspartner zur Verfügung. Die GTÜ-Prüfingenieure sind im Sinne der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes tätig.

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