Mittwoch, 30. November 2022
's Blättsche Lokales Woas e Glick, dass es Corona gibt

Woas e Glick, dass es Corona gibt

Anmerkungen rund um die Pandemie

Ja, es gibt eine Hoffnung auf Normalität. Wenn – ja wenn, der Impfstoff auf dem Markt ist. Corona beherrschte 2020 das Land, und nicht nur unser Land.

Und plötzlich tauchten Themen auf, die mitunter heftig diskutiert wurden, die dann teilweise wieder in irgendwelchen Schubladen verschwanden, wie es war in aller Zeit.

So beispielsweise mit der Bildung in Deutschland. Dank der Corona-Pandemie, man muss es so deutlich sagen, ging es (endlich) einmal wieder um den Unterricht an den Schulen, zumal durch das Home-Office auch manchen Schülern verwehrt war, das geliebte (?) Schulgebäude zu besuchen.

Daheim arbeiten? Von daheim arbeiten, wenn man die erforderlichen Geräte und Kenntnisse besaß. Digitaler Unterricht war plötzlich in aller Munde, von zuhause am Unterricht teilnehmen. Vielfach ein digitales Desaster. Nicht nur, weil vielleicht ein mobiles Endgerät fehlte oder es ein infrastrukturelles Problem gab.

Auf derartiges Arbeiten war man nicht vorbereitet, auch nicht nach dem ersten Lockdown im Frühjahr. Waren ja auch nur ein paar Monate Zeit und dazwischen lagen noch die Ferien. Dennoch: Bei einigen hat’s ja offensichtlich geklappt. Vielleicht haben sie’s vorher schon mal ausprobiert in Zeiten als es noch verboten war, als Lehrer mit seinen Schülern digital zu kommunizieren. Wehe dem, der auf Facebook oder in WhatsApp Kontakt zu Schülern hatte.

Wie erinnert mich das an das Jahr 1999. Damals eine Homepage ins Leben gerufen und den Mitarbeitern jeweils E-Mail-Adressen angeboten. Vom Arbeitgeber dann der Versuch, uns zurückzupfeifen, weil man – Zitat – “solchen digitalen Kram in 50 Jahren noch nicht brauchen würde”. Wie man sich doch täuschen kann.

Diese Arbeit mit “ewig gestrigem Material” ist nicht mehr zeitgemäß wie das Fax in Gesundheitsämtern oder in Schulen die gleichen Arbeitsblätter wie vor 40 Jahren. So wie der Buchdruck zu Zeiten Gutenbergs einst “Teufelszeug” war, so ist es heute mit anderen modernen Errungenschaften.

Es gilt, die Kinder in den Schulen abzuholen für eine neue Welt, und sie werden an ihren Smartphones nicht nur rumdaddeln, sondern auch viel lernen. Sie werden – wie es viele Erwachsene im Frühjahr schon gelernt haben – bargeldlos bezahlen mit “Teufelszeug” wie Karte oder Handy. Angstfreie Visionen anno 2020/21 müssen möglich sein.

Digitalpolitik gehört zur Bildungspolitik. Die Verantwortlichen haben’s in der Zeit von Corona ansatzweise verstanden. Wenn auch (noch) nicht alle…

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