Freitag, 7. Oktober 2022
's Blättsche Lokales Rückkehr des Märchenprinzen

Rückkehr des Märchenprinzen

Neues aus dem Tierreich des Wildparks “Alte Fasanerie”

Ein neuer Elchbulle fand dieser Tage seinen Weg in den Wildpark Alte Fasanerie Klein-Auheim.

Da Ausfuhrbeschränkungen einen Kauf von gehändelten, Elchen aus Schweden unmöglich machten (die Chronische Auszehrkrankheit (CWD) grassiert in Schweden) fiel die Wahl auf Kalli.
Kalli wurde im Mai im Wildpark Bad Mergentheim geboren und soll, so die Planung, als neuer Traumpartner an Jules Seite zum Einsatz kommen. Das mit den Schmetterlingen im Bauch hat allerdings bis jetzt noch nicht so richtig funktioniert.

Elchkuh Jule hatte sich scheinbar nach Dinos Ableben auf gemütliche Singleabende auf ihrem Hügel eingestellt mit viel Freiheit und kaum Verpflichtungen. Der Jungspund Kalli, der ihr nichtsahnend ins Gehege stolperte, bringt Jules Lebensplanung nun sichtbar durcheinander.

Unter freundlicher Begrüßung lief das erste Treffen nicht und das, obwohl die Verantwortlichen mit der Zusammenführung der beiden Elche fast zehn Tage gewartet haben. Dies war auch nötig, da der kleine Bulle sich kurz nach seinem Eintreffen am Hinterlauf verletzt hatte. Nach der Zusammenführung hat Kalli Jules Hausmeisterallüren mit stoischem Gleichmut hingenommen, ganz so wie man das von einem zukünftigen Schwergewichtler auch erwarten darf. Einer langsamen Annäherung des zukünftigen dreamteams steht hoffentlich nichts mehr im Wege.

Drei neue Schwergewichtler im Ring: Wisente sind die schwersten und größten Landsäugetiere Europas.
Nachdem der Wisent 1921 in freier Wildbahn ausgerottet wurde, gründete Dr. Kurt Primel, der damalige Direktor des Frankfurter Zoos, die Gesellschaft zum Erhalt des Wisents. Es wurde ein Zuchtprogramm gestartet mit einer Handvoll Gründertieren. Seitdem werden alle neugeborenen Wisente in einem Zuchtbuch geführt. Ziel ist die Arterhaltung und die Wiederansiedlung.
1956 wurde im Urwald in Bialowiecza in Polen die erste Herde wieder ausgewildert.  2013 wurde auch in Deutschland eine kleine Herde im Rothaargebirge freigelassen, auch zwei Tiere aus dem Wildpark (Fasel und Fay) haben an dem Programm teilgenommen.
Obwohl es mittlerweile wieder etwa 7000 Wisente weltweit gibt, wird die Art weiterhin als gefährdet auf der Roten Liste geführt. Wisente leben in lockeren Familienverbänden mit etwa 20 Tieren, die von einer erfahrenen Kuh angeführt werden. Die Verantwortlichen von Hessen Forst freuen sich 2020 über die Geburt von drei Kälbchen, die Favre, Falke und Fasching (alle in Klein-Auheim geborenen Wisente bekommen einen Namen der mit FA beginnen muss und werden ins Zuchtbuch eingetragen) benannt wurden.

Symbolbilder aus der Klein-Auheimer Fasanerie: beko

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