Dienstag, 9. August 2022
's Blättsche Lokales "Mit einem Lächeln in der Not Großartiges leisten"

“Mit einem Lächeln in der Not Großartiges leisten”

Bundeswehr unterstützt im Kreis Offenbach, vor allem auch in Hainburg

Die Auswirkungen der Corona-Krise und der damit verbundene Personalmangel machen vielen Pflegeeinrichtungen in der gesamten Bundesrepublik zu schaffen. Auch im Kreis Offenbach unterstützen derzeit rund 40 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr das Gesundheitsamt in Dietzenbach sowie Einrichtungen in Langen, Neu-Isenburg, Rödermark und Seligenstadt. Bis vor kurzem waren „Helfende Hände“ im Agaplesion Simeonstift in Klein-Krotzenburg im Einsatz.

Die Bundeswehr hilft im Agaplesion Simeonstift in Hainburg bei der Versorgung der Bewohner. Bild: privat (Simeonstift)

Versorgung auf Dauer war nicht mehr gesichert

Es war um die Weihnachtszeit, als sich der Simeonstift des Agaplesion Konzerns in Hainburg-Klein Krotzenburg nach zahlreichen Corona Ausbrüchen bei Personal und Heimbewohner in einer extrem schwierigen Situation befand. Für Heimleitung, dem gesamten Pflegedienst und für die rund 170 Heimbewohner eine extreme Herausforderung, die alle unter hohe psychische und physische Belastungen stellte. „Zahlreiche Krankheitsfälle bei Bewohnern und Personal sowie leider auch Todesfälle haben uns viel abverlangt“, so die Heimleiterin Daniela Brückner. „Diese hohe Belastung war für mich Anlass genug, Hilfe von außen anzufordern.“ Daniela Brückner hatte darum beim zuständigen Gesundheitsamt des Kreises Offenbach um Unterstützung gebeten. Auf Dauer hätte man mit dem vorhandenen Personal die Versorgung nicht mehr gewährleisten können. Nach rund fünf Wochen resümierte sie erleichtert über die Unterstützung der Soldaten.

Die Bundeswehr hilft im Agaplesion Simeonstift in Hainburg bei der Versorgung der Bewohner – ein sportlicher Spaziergang eines Bewohners wird auch gerne von einem Bundeswehrsoldaten begleitet. Bild: privat (Simeonstift)
Die Bundeswehr hilft im Agaplesion Simeonstift in Hainburg bei der Versorgung der Bewohner – hier zum Beispiel bei der Essensausgabe. Bild: privat (Simeonstift)

Hohes Ansehen und soziale Kompetenz

„Ich bin so dankbar, ich kann es kaum in Worte fassen, welche positive Frucht diese Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und meinem Team gebracht hat. Ja, Sie haben mit einem Lächeln in der großen Not Großartiges geleistet.“ In einem vierzehntägigem Wechsel, wurden rund zehn Soldaten in verschiedenen Bereichen des Simeonstiftes eingesetzt. Nicht aber in der direkten Pflege. Sie halfen in der Küche, gingen mit Heimbewohnern spazieren und packten dort an, wo Hilfe benötigt war. Besonnen und im Hintergrund, führten die Soldaten die Tätigkeiten aus, die vom eigenen Personal nicht mehr zu leisten waren. Bei ihrem Einsatz waren alle nicht nur mit einer kompletten Schutzausrüstung ausgestattet, nein, sie wechselten ihre Tarnfleckuniform mit einer Selbstverständlichkeit mit der Dienstkleidung des Agaplesion-Konzerns, was bei vielen hohe Sympathie erweckte.

„Sie entlasteten unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und sorgten in der schwierigen Zeit für etwas Normalität bei den Bewohnern. Sie genossen die Gespräche, Spiele, Gesangseinlagen oder die gemeinsamen Spaziergänge rund um die Liebfrauenheide,“ beschreibt Daniela Brückner. Für sie war der Einsatz in ihrem Haus eine Bereicherung. Anfängliche Vorbehalte waren in kürzester Zeit verflogen. Es war eine herausragende Teamarbeit. Beeindruckt war Brückner besonders von der hohen sozialen Kompetenz und der schnellen Einfindung in einem Bereich, der für Soldaten nicht zum Alltag gehört. Alle versuchten, mit hohem Engagement, den Heimbewohnern die schlimme Situation so erträglich wie möglich zu machen. Die Dankbarkeit für den Einsatz der Bundeswehr spiegelte sich auch in den zahlreichen positiven Kommentaren der Öffentlichkeit im Facebook-Auftritt des Simeonstiftes. Auch Landrat Oliver Quilling und Bürgermeister Alexander Böhn bedankte sich für den humanitären Einsatz der Bundeswehr.
(Quelle: Jörg Binsack)

Die Bundeswehr hilft im Agaplesion Simeonstift in Hainburg bei der Versorgung der Bewohner – auch Gesellschaftsspiele mit Bewohnern stehen auf dem Plan. Bild: privat (Simeonstift)
Die Bundeswehr hilft im Agaplesion Simeonstift in Hainburg bei der Versorgung der Bewohner – hier spielen ein Bewohner und ein Bundeswehrsoldat am Klavier. Bild: privat (Simeonstift)
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