Freitag, 7. Oktober 2022
's Blättsche Lokales Es gibt keine "goldene Regel" für Vornamen

Es gibt keine “goldene Regel” für Vornamen

Ideen aus dem Familien-Stammbuch oder auch mal aus einem Roman

„Boah, das ist ein toller Name!“ anstatt „Oh Gott, was haben wir denn da gemacht?“ – das möchten vermutlich alle Eltern auch noch in mehreren Jahren über den Vornamen ihres Kindes sagen können. Es gibt zwar nicht die eine “goldene Regel” zum Finden des Vornamens, bisher haben es zum Glück aber alle Eltern geschafft, gerade noch rechtzeitig einen passenden Namen zu finden.

Ein Neugeborenes hat es nicht in der Hand wie es heißen wird. Doch die meisten Kinder sind später durchaus zufrieden mit der Wahl ihres Vornamens. Wie auch immer die Ideen dazu waren. Bild: siko

Wie sie dann aber aus tausenden verschiedenen Namen, auf den einen endgültigen gekommen sind, das ist bei allen verschieden. Desire Uzal zum Beispiel hatte zur Namenssuche ihrer beiden Töchter gar nicht erst tausende Namen vorliegen. Sie hat sich nämlich einfach in ihrer Familie umgehört und glücklicherweise hatten einige Vorfahren ganz schöne Namen. Deshalb heißen jetzt beide Töchter wie eine ihrer Urgroßmütter. Aber keine Angst, die Namen sind deshalb nicht automatisch altmodisch. Emma und Anastasia würde man zumindest eher nicht in die Zeit vor mehreren Jahrzehnten verorten.

Ob es nun eine Urgroßmutter, eine Großmutter oder aber ein Großvater ist – es scheint sich also zu lohnen, den alten Familienstammbaum bei der Namenssuche einmal aufzurollen. Zu diesem Entschluss kamen auch Iris Debski und ihr Mann Michael, deren Kinder Luise und Anton ebenfalls nach ihren Urgroßeltern benannt wurden und bisher sind dazu weder von Bekannten noch von den Kindern selbst Beschwerden eingetroffen – wobei man das vom vier Wochen alten Anton auch eher nicht erwarten würde.

Selbst wenn es nicht gerade der Familienstammbaum ist, der aufgerollt wird, irgendetwas Traditionelles im Namen finden die meisten gar nicht so schlecht. Fatoulees Töchter Minou und Merle sind zum Beispiel nicht nach ihren Großeltern benannt worden, tragen aber die gleichen Initialen.  

Statt des Familienstammbaums kann man aber auch einfach einen Roman aufschlagen. Das ist nun vielleicht nicht der bekannteste Ort zur Vornamensuche, Sabine und Harald Drachenberg haben den Namen ihrer älteren Tochter Emily aber tatsächlich in einem Roman kennengelernt. Da ihnen dieser auf Anhieb gut gefiel, suchten sie gar nicht erst nach anderen Namen. Dass eine Vorfahrin einen sehr ähnlichen Vornamen hatte, und dann auch noch am gleichen Tag Geburtstag hatte, erfuhren sie erst nach der Geburt – auch wieder Tradition also, nur eben zufällig.

So ein Zufall ist zwar lustig, den gesamten Namen möchte aber wohl niemand dem bloßen Zufall überlassen. Egal also, welche Vorfahren nun erfreut über einen traditionellen Namen wären, ein paar andere Faktoren sollten doch noch zusätzlich beachtet werden.

Wenn sich nämlich fünf Kinder umdrehen, wenn man das eigene ruft, ist das zwar bestimmt ein witziger Anblick, auf Dauer aber nervenaufreibend. Natürlich würde man sein Kind auch unter fünf sich umdrehenden Kindern erkennen, Sebastian und Melanie haben ihre Tochter Lara aber ganz bewusst Lara genannt, weil der Name vor fünf Jahren noch nicht in den bekannten Top 20 Listen kursierte. So kann man sich zumindest die Mühe sparen, den anderen vier Kindern mitzuteilen, dass man sie gar nicht gemeint hat.

Nicht immer einfach ist die Auswahl des Vornamens für das neu geborene Kind. Bilder: pixabay

„Roooobert!“ Dieser Spruch mag dem Ein oder Anderen bekannt vorkommen, genau so etwas wollten Harald und Sabine allerdings nicht. Natürlich hatten sie ohnehin nicht vor, ihre Töchter Robert zu nennen, es ging ihnen hierbei aber ums Prinzip. Bei beiden Töchtern hatten sie sich schon am Anfang der Schwangerschaft fest für einen Namen entschieden – und sowohl der eine als auch der andere waren noch nicht durch RTL 2 oder andere Assoziationen vorgeprägt. Sie wollten ihren Kindern das Leben schließlich nicht unnötig erschweren. Genau diesen Gedankengang hatten fast alle anderen Eltern auch. Der Name sollte noch nicht „vergriffen“ sein, sagt Harald, „Den Namen sollte man sich auch als Bundeskanzler vorstellen können“ sagt Melanie. Natürlich soll die fünfjährige Lara nun nicht zwingend Bundeskanzlerin werden, auch hier geht es aber einfach ums Prinzip.

Auch wenn der Name das Kind bestimmt nicht gleich zum Bundeskanzler macht, sind sich alle Eltern darin einig, dass er durchaus etwas über das Kind aussagt. „Doch, es ist ´ne Lara!“ stellt so zum Beispiel Melanie immer wieder fest, wenn sie ihrer aufgeweckten Tochter, die gerne, natürlich nur symbolisch, mit dem Kopf durch die Wand möchte, beim Spielen zusieht. Genau die gleiche Aussage könnte man nun analog für alle anderen Namen der Kinder umschreiben, denn alle Eltern sind sich einig, dass sie die Wahl zum Vornamen bisher nicht bereuen. Sei es nun also Desire, die schon Jahre bevor sie überhaupt schwanger wurde, wusste, wie ihr erstes Kind heißen würde oder aber Fatoulee, die die Namen beider Kinder erst festlegte, als sie diese wirklich in ihren Armen hielt, die Namen passen in allen Fällen und werden in keinem bereut.

Und auch wenn es manchmal doch ein paar witzige Momente mit den Vornamen gibt, scheinen auch die Kinder selbst zufrieden zu sein, manche sind nämlich auch schon älter als vier Wochen und könnten ganz bestimmt schon Kritik äußern. Dass ihr Name zum Beispiel rückwärts zu einer Tankstelle wird, findet die fünfjährige Lara nicht schlimm, falls sie es überhaupt schon herausgefunden hat. Die siebenjährige Emma freut sich sogar darüber, wenn andere Kinder auch Emma heißen, und die dreijährige Luise stellt sich manchmal sogar ganz stolz mit „Ich bin das Luischen.“ vor. Und auch wenn Emma manchmal gerne so heißen würde wie die Mädchen in den Barbie-Filmen und auch Lara manchmal angedeutet hat, gerne Sophia heißen zu wollen, kann man doch sagen, dass diese Eltern ihre eigene goldene Regel zur Vornamensfindung gefunden haben, sodass die Namen nun ganz sicher goldrichtig sind.

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