Sonntag, 14. August 2022
's Blättsche Lokales Das Nikolausgedicht vom Protokoller

Das Nikolausgedicht vom Protokoller

"Bescheidenheit tut oftmals gut"

Sein Nikolausgedicht präsentiert der Mainflinger Fastnachts-Protokoller Stefan Stegmann. Bild: beko

Eigentlich ist ‘s Blättsche-Leser Stefan Stegmann als exzellenter Protokoller der Schimmelfastnacht bei der Sängervereinigung in Mainflingen bekannt. Und das bereits seit 1996.

Doch auch als Nikolaus machte er sich einen Namen und zwar bei der Germania Klein-Welzheim am Glaabsweiher, wo er seit 1974 jährlich den Kinderchor bescherte.

Bei einem seiner Auftritte trug er ein selbst verfasstes Gedicht vor, dessen Inhalt uns so gefiel, dass wir es in dieser Ausgabe wenige Tage vor dem Nikolaustag 2021 präsentieren wollen.

Ein moderner Nikolaus

Von Stefan Stegmann, Mainflingen

Mir scheint‘s als wenn es gestern war,
Sommerwetter wunderbar.

Kinder im Schwimmbad, lautes Geschrei,
bei 30° und hitzefrei

Da lag ich lässig, faul, ganz cool
und bräunte mich im Liegestuhl.

Doch plötzlich so – Ende August,
kam Petrus zu mir voller Frust.

Er rief mir zu „Auf Nikolaus,
mach dich aus deinem Stuhl heraus!”

Der Winter, der ist nicht mehr weit,
hast‘ die Geschenke schon bereit?

Ja, ja Petrus, ich mach ja schon,
sprach ich mit strengem, tiefen Ton.

Und eiligst fing ich sofort dann,
mit dem Basteln der Geschenke an.

‘nen Hampelmann, ‘nen Zinnsoldat,
ein Puppenhaus war schnell parat.

Da sprach ein Englein zu mir „Halt,
was du da machst ist viel zu alt.

Das ham die Kinder nicht mehr gern,
das ist doch längst nicht mehr modern.

Die woll‘n ne Wii oder CD,
‘ne Playstation ist auch ok.

Die woll‘n keine Puppen, die wollen lieber,
die neusten Hits von Justin Bieber.

Ich geb dir da mal einen Tipp,
dann bist du wieder richtig hipp.

Was Groß und Klein am liebsten hätt‘,
bestellen wir im Internet.

Bei E-bay, Tchibo, Amazon,
online und per Telefon.”

“Oh je, hab ich da laut gestöhnt,
sind Kinder heute so verwöhnt?”

„Konkret“ sprach’s Englein, ist doch klar,
vernünftige Kinder, die sind rar.

Ein Kind heut alles haben muss,
die leben doch im Überfluss.”

Das gibt’s doch nicht, sagte ich „Nein,
muss es denn immer teuer sein?”

Drum frag‘ ich Euch jetzt im Gedicht,
stimmt es, was das Englein spricht?

Tun Euch denn meine schönen Sachen
wirklich keine Freud‘ mehr machen?

Ich frage alle Kinder hier,
wollt ihr noch ein Geschenk von mir?

Auch wenn es ist nicht so wertvoll,
findet ihr es trotzdem toll?

Dann kommt nur her, greift zu, habt Mut,
Bescheidenheit tut oftmals gut.

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