Sonntag, 14. August 2022
's Blättsche Geschichte Und dann wurde aus der KJZ die KJZ

Und dann wurde aus der KJZ die KJZ

Viele Ehrenamtliche von damals sind heute Hauptamtliche / Heute Abschluss mit Teil 8

Genau vor einem halben Jahrhundert
startete die Jugendverbandsarbeit in der St. Wendelinusgemeinde Zellhausen mit zahlreichen Aktionen, ließ die Dekanatsjugendarbeit aufleben, machte politisch Furore und mündete schließlich in die Gründung der heutigen Katholischen Jugendzentrale. Fast könnte man sagen: KJZ wird zur KJZ.

Immer wieder Ärger um den “Hauptamtlichen” – so lautet die Überschrift in der Offenbach-Post vom 30. September 1981 und in der Unterzeile steht “Nur in Steinheim Zeichen der Zeit erkannt”.

Sollen wir uns einen Jugendseelsorger schnitzen?

Zwischenruf in einer Dekanatskonferenz 1981

Kein Dekanat im Bistum Mainz hat damals so intensiv einen “Hauptamtlichen für die Dekanatsjugendarbeit” gefordert wie das Dekanat Seligenstadt. Eine Lösung war nicht in Sicht. Auf die Forderung aus Mainz, dass “nur ein Geistlicher” diese Aufgabe wahrnehmen kann, kamen aus einer Dekanatskonferenz erboste Zwischenrufe wie “Sollen wir uns einen Jugendseelsorger schnitzen?” oder “Schenkt uns doch einen aufblasbaren Priester!” Schon zu dieser Zeit war der Priestermangel absehbar und dennoch hielten die Verantwortlichen daran fest, Posten, die heutzutage mit Laien besetzt sind, für Priester freizuhalten. Keine weitdenkende Planung, wie man heute weiß.

Auf Hermann Kardinal Volk gehofft

Ehrenamtliche wurden damals “in der Luft hängen gelassen”. Personalplanung war wegen des absehbaren Priestermangels in diesen Jahren in aller Munde, lediglich die Steinheimer Hauptamtlichen überlegten eine interne Lösung. Die 1977 gegründete BDKJ-Kreisstelle legte alle Hoffnung in die Visitationsreise des damaligen Bischofs, Hermann Kardinal Volk, eines gebürtigen Steinheimers.

Nach Gesprächen der Jugend mit dem Kardinal ging es für kirchliche Verhältnisse dann sehr schnell. Noch Ende 1981 teilt Mainz mit, dass es künftig innerhalb des Kreises Offenbach für die Dekanate Rodgau, Dreieich und Seligenstadt eine gemeinsame “Katholische Jugendzentrale” geben wird mit einem hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter, einem Jugendbildungsreferenten und einem Zivildienstleistenden.

Wesentlich beteiligt an den Neuerungen und der aktuellen Weiterarbeit waren damals die Verantwortlichen in der BDKJ-Dekanatsarbeit, Gisela Franzel aus Mainflingen, Frank Hillerich aus Hainstadt, Bernhard Koch aus Zellhausen, Jutta Kreis aus St. Johann Steinheim, Kaplan und Dekanatsjugendseelsorger Jan Mäurer aus Seligenstadt, Cyriakus Schmidt aus Klein-Welzheim, Gaby Stegmann aus Zellhausen und Robert Wurzel aus St. Marien Seligenstadt.

Tatkräftig unterstützen sie dabei der Steinheimer Pfarrer Paul Nieder, St. Marien-Pfarrer franz-Josef Schneider, Pastoralreferent Gerhard Trunk aus Klein-Auheim, der später KJG-Referent in Mainz wurde, sowie Josef Ruppel aus Seligenstadt und Michael Sticksel aus Froschhausen.

“Katholische Jugendzentrale” wird 1982 eröffnet

Ein wichtiger Schritt in der Jugendarbeit war getan, Zufriedenheit auf Kreisebene und schon am 1. August 1982 konnte die neue “Katholische Jugendzentrale” eröffnet werden, die fortan unter dem Kürzel “KJZ” firmiert. KJZ für Katholische Jugend Zellhausen war Geschichte, ein neues Kapitel begann, auch unter entsprechender Mithilfe des Bischöflichen Jugendamtes sowie des politischen Kreises Offenbach und hier vor allem vom Kreisbeigeordneten Alfons Faust, seinem Referenten Rehbein und Jugendamtsleiter Albert Merget aus Hainburg.

So titelte die Offenbach-Post nach der Bilanz von sechs anstrengenden und intensiven Jahren in der kirchlichen Jugendarbeit im März 1983 “Kreis war als Partner immer da und ansprechbar”. Bernhard Koch gab den Vorsitz in der Kreisstelle ab, die wichtigsten Schritte waren gegangen, auch die finanziellen Zuschüsse für freie Träger waren in trockenen Tüchern und es war Zeit, in der Jugendarbeit “auch mal Mut zur Lücke” zu haben, Termine fallen zu lassen, Leute nicht weiter zu verheizen und in den Gemeinden im Dialog mit der Jugend ein Stück Weg gemeinsam zu gehen.

Schon Mitte der Achtziger Jahre überlegten die Verantwortlichen in der Jugendarbeit intensiv, wie die konkrete Arbeit vor Ort und die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene aussehen kann, wie man den drohenden Priestermangel mit pastoralen Mitarbeitern und verantwortlich agierenden Ehrenamtlichen auffangen kann, sodass Priester ihrer zentralen Aufgabe als Seelsorger nachkommen können.

Eines ist auf jeden Fall gelungen: Aus dem Kreis der damals ehrenamtlich tätigen Jugendlichen fühlten sich etliche berufen, sind heute als Hauptamtliche in Gemeinden des Bistums Mainz tätig und stammen – wie man landläufig in Mainz zu sagen pflegte – aus dem “katholischen Mistbeet”, dem Dekanat Seligenstadt.

Übrigens: Aus der katholischen Jugend Zellhausen war inzwischen nach der Intensivierung der Verbandsarbeit die Katholische Junge Gemeinde (KJG) Zellhausen geworden. Was immer noch besteht, das sind die jährlichen Zeltlager, vermutlich mit anderen Zelten als in den Anfangsjahren…

>> Lest auch die vorangegangenen Teile der Serie “KJZ”. Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5Teil 6Teil 7

- Werbung -
Habt Ihr Themen für die ihr euch einsetzen wollt oder „Aufreger“ die euch auf den Nägeln brennen? Dann schreibt uns eine Mail an redaktion@blaettsche.de. – Bock dabei zu sein? Infos zu Onlinewerbung unter marketing@blaettsche.de

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein