Freitag, 19. August 2022
's Blättsche Lokales Pater Hadrian seit 50 Jahren Priester

Pater Hadrian seit 50 Jahren Priester

Als Religionslehrer, Redakteur und Autor in der Region bekannt

Sein Goldenes Priesterjubiläum kann der letzte Provinzial der Thüringischen Provinz des Franziskanerordens und langjährige Guardian des Klosters Kreuzburg in Großkrotzenburg, in dem er seit 45 Jahren lebt, Pater Hadrian (Willibald) Koch OFM, am Samstag, 26. März, feiern. Darüber berichtet Birgit Floeth vom Franziskanergymnasium.

Bereits während des Studiums erteilte er mit großem Enthusiasmus Religionsunterricht und so kam es, dass er ab 1977 als Internatsleiter und Religionslehrer am Franziskanergymnasium in Großkrotzenburg wirkte. Immer ist es ihm gelungen, mit Schlagfertigkeit, Witz und Humor die Klassen für den Religionsunterricht zu begeistern.

Mit der “Kreuzburg” das große Los gezogen

Pater Hadrian, wie man ihn kennt als Lehrer in seiner Kreuzburgzeit. Das Foto entstand 2007. Bild: beko

Auch an eine Predigt von Pater Hadrian anlässlich des Schuljubiläums im Jahr 2010 erinnert sich ‘s Blättsche-Redakteur Bernhard Koch, der damals in einem Zeitungsbericht schrieb: “Viele Ehemalige, so berichtet Pater Hadrian in seiner Predigt, sehen es im Nachhinein nach ihrer Schulzeit noch deutlicher, dass sie mit der „Kreuzburg“ das große Los gezogen haben. „Die Kinder sind hier gut aufgehoben und fühlen sich geborgen.“ Lehrer und Erzieher sind Repräsentanten Gottes, in deren Händen das Los vieler liegt. In einer christlichen Schule darf Gott kein Fremdwort sein, auch in der heutigen modernen Zeit. Wenn man bei Google „Hand Gottes“ eingibt, dann muss man sich erst mal durch viele Maradonna-Einträge kämpfen, ehe man zur religiösen Bedeutung etwas findet.”

Und auch unser Technik-Chef ToKo schrieb in einem Beitrag, woran er unter anderem denkt in seiner Kreuzburgzeit: Dann fallen mir Dinge ein wie die Astro-AG von Bruder Bernardin, die göttlichen Eier-Baquettes in der Cafeteria, die Versuche von Emil Knoll, mir Mathe näher zu bringen, die unzähligen Gespräche mit Stefan Imgram in der Bibliothek, das Freiwillige Soziale Jahr im Franziskanischen Bildungswerk als „Zugabe“ zum Abitur und last but not least dieser eine Mensch, der mir ohne Zweifel nicht nur den besten Reliunterricht bescherte, sondern der sich auch in Freistunden, per E-Mail und auch einfach zwischendurch mal Zeit für Gespräche nahm: Pater Hadrian.

Hadrians theologische und rhetorische Kompetenz war auch andernorts gefragt. So war er Redakteur der Zeitschriften „Bruder Franz“ und „Mit Franziskus unterwegs“, Autor von Beiträgen in Printmedien, verschiedenen diözesanen Kirchenzeitungen, der Predigtzeitschrift „Gottes Wort im Kirchenjahr“ und war bei der Deutschen Welle und im Deutschlandradio sowie im Hessischen Rundfunk zu hören.

Durch sein ausgeprägt analytisches, kritisches Denken und seinen Gestaltungswillen in Bezug auf die Herausforderungen in Gesellschaft und Kirche war er immer bereit, Verantwortung zu übernehmen. So war er lange Jahre Guardian des Konvents an der Kreuzburg, Teil der Provinzleitung der Thüringischen Franziskanerprovinz und nach der Wahl seiner Mitbrüder Provinzialminister. Hier übernahm er die Leitung der Franziskanerprovinz von der hl. Elisabeth in Fulda und gestaltete die Zusammenlegung der vier deutschen Franziskanerprovinzen mit.

Über Deutschland hinaus wirkte er als Generalvisitator und Generaldelegat, weiterhin übte er den Vorsitz des Franziskanischen Bildungswerkes und der Stiftung Franziskanische Bildung und Erziehung aus, war Teil des Leitungsteams Forum der Orden, Präsident des CCFMC (Franziskanisch-Missionarischer Fernkurs) Würzburg und gefragter Referent und Exerzitienleiter.

2018 zwang ihn ein Schlaganfall, seinen Aktionsradius einzugrenzen und kürzer zu treten. Gemäß seines selbstgewählten Primiz-Spruchs „Bewahre, was dir anvertraut ist. Der Geist Gottes, der in uns lebt, wird dir die Kraft dazu geben“ hat er aus tiefem Glauben heraus in der Kraft und Liebe Gottes die Menschen in allen Lebenslagen begleitet. Demut und Achtsamkeit lagen und liegen ihm ganz besonders am Herzen.

ZUR PERSON
Geboren 1944 in Großenlüder, besuchte Willibald Koch nach der Spätberufenenschule St. Ludwig in Hadamar das Auslandsgymnasium der Franziskaner von Fulda in Sittard/Watersleyde in Holland und legte dort 1966 das Abitur ab. Im selben Jahr trat er, seiner Berufung folgend, in das Noviziat der Franziskaner in Bad Soden-Salmünster ein als Pater Hadrian. Von 1966 bis 1972 studierte er Philosophie und Theologie an den Hochschulen der Franziskaner in Sigmaringen, Fulda, Münster und München. Bischof Dr. Adolf Bolte weihte ihn am 26. März 1972 zum Priester. Danach absolvierte er ein Zusatzstudium in den Fächern Pastoraltheologie und Religionspädagogik.

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