Mittwoch, 6. Juli 2022
's Blättsche Lokales Fronleichnams-Einsatzmarathon der Feuerwehren

Fronleichnams-Einsatzmarathon der Feuerwehren

Auch am Sonntag 7500 Quadratmeter Wald in Brand geraten

Einen “Fronleichnam-Einsatzmarathon” gab es für die Hainburger Feuerwehren. Das berichtet aktuell Gemeindebrandinspektor Thorsten Zeizinger gegenüber dem Regionalportal ‘s Blättsche.

Personell und materiell haben die Einsätze der vergangenen Tage den Einsatzkräften in Hainburg einiges abverlangt. Über zwei der Einsätze hat ‘s Blättsche bereits aktuell heute am frühen Morgen berichtet (“Feuerteufel ist unterwegs”). Rund 3.000 Besucher, die den Bericht gelesen haben, notierte unsere Redaktion bis in die späten Vormittagsstunden.

Um den ‘s Blättsche-Lesern (inzwischen mehr als 170.000) einen kurzen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr auch hinter den Kulissen zu geben, berichtet Thorsten Zeizinger aktuell von den aktuellsten Einsätzen. So wird denn auch der eine oder andere Beitrag aus sozialen Medien relativiert oder durchaus mal richtiggestellt. Positiv fällt aber in jüngster Zeit vermehrt auf, dass Facebook-Nutzer nicht nur “von vorbei rauschenden Feuerwehr-Autos” berichten oder gar Mutmaßungen zu Einsätzen anstellen, sondern immer wieder die unermüdliche Arbeit der freiwilligen Helfer loben.

Motorboot kollidiert mit Steininsel

Aufgrund des Feiertages und des Brückentages waren nur wenige Einsatzkräfte verfügbar, was Unterstützung durch benachbarte Feuerwehren erforderlich machte. Die Einsätze im Einzelnen, aufgelistet vom Leiter der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Hainstadt:

15. Juni, 19.58 Uhr: Türöffnung Ulmenstraße Klein-Krotzenburg
Ein umgekipptes Möbelstück verhinderte die Möglichkeit zur Öffnung der Wohnungstür für eine Wohnungsbesitzerin.
Durch die Feuerwehr wurde über die Teleskopmastbühne eine Fensterscheibe zerstört, um mit minimalem Schaden einen gesicherten Zugang zur Wohnung zu erhalten.

Der Einsatz der Feuerwehr Klein-Krotzenburg konnte gegen 22.50 Uhr beendet werden.

16. Juni, 8.30 Uhr Waldbrand Leinrittschneise in Hainstadt
Vor Ort brannten etwa 250 Quadratmeter Waldboden, welche mittels zweier Schnellangriffsrohre der Feuerwehr Hainstadt abgelöscht werden konnten. Es wurde mit drei wasserführenden Fahrzeugen das Löschwasser an die Einsatzstelle transportiert.
Einsatzende war gegen 9.20 Uhr.

16. Juni, 23.09 Uhr: Kollision Motorboot mit Steininsel in Klein-Welzheim
Anforderung der beiden Hainburger Feuerwehren mit Löschzug, Rüstwagen und Mehrzweckboot zu einer Motorboot-Havarie nach Klein-Welzheim.
Die Einsatzkräfte fuhren den Bereitstellungsraum am Festplatz Klein-Welzheim an und konnten glücklicherweise vom Seligenstädter Einsatzleiter gegen Mitternacht entlassen werden.

17. Juni, 10.56 Uhr: Brandmeldeanlage Altenpflegeheim in Klein-Krotzenburg
Auslösung der Brandmeldeanlage in einem Klein-Krotzenburger Altenwohn- und Pflegeheim.

Der Auslösebereich wurde unter Atemschutz kontrolliert, es konnte keine Ursache für die Auslösung der Brandmeldeanlage festgestellt werden.
Die Anlage wurde wieder zurückgestellt und an den Betreiber (Haustechniker) übergeben. Einsatzende: 11.27 Uhr.

17. Juni, 20.41 Uhr: Waldbrand Leinrittschneise in Hainstadt
Neue Brandstelle in der Leinrittschneise in Hainstadt. Beide Feuerwehren Hainburgs werden alarmiert.

Brandbekämpfung von circa 750 Quadratmeter Bodenfeuer mittels drei Rohren. Wasserversorgung im Pendelverkehr mit Löschfahrzeugen.

17. Juni, 22 Uhr: Rauchentwicklung Peterswälder Straße in Hainstadt
Meldung einer Rauchentwicklung am Waldrand im Bereich Peterswälder Straße in Hainstadt.

Bei der Rauchentwicklung handelte es sich um Rauch aus der vorigen Brandstelle des Waldbrandes.

Kontrolle durch die Einsatzkräfte der Löschfahrzeuge der Feuerwehr Klein-Krotzenburg und die Drohne mit Wärmebildkamera.
Einsatzende war gegen 22.50 Uhr.

18. Juni, 0.17 Uhr: Brennt Reisighaufen in Seligenstadt
Anforderung der Drohne und wasserführender Fahrzeuge aus Hainburg zur Brandbekämpfung eines Reisighaufens auf dem städtischen Kompostplatz in Seligenstadt.

Brandbekämpfung mit Wasserwerfer, Sonderstrahlrohr und Dungharken zur Brandbekämpfung in eigenem Einsatzabschnitt.
Luftaufklärung der Einsatzstelle von oben mittels Drohne und Wärmebildkamera.

Entlassung der Hainburger Einsatzkräfte durch den Seligenstädter Einsatzleiter um 3.15 Uhr.

18. Juni, 4.18 Uhr: Brennt Holzlagerschuppen und mehrere Bäume an der Carl-Ulrich-Straße in Hainstadt
Holzlagerschuppen in unmittelbarer Nähe zu Garagen und Wohnbebauung sowie mehrere Bäume brennen mit Flammen bis zu 20 Meter hoch.
Durch die große Wärmestrahlung sind mehrere Wohngebäude gefährdet, beim Eintreffen der Feuerwehr schlafen in diesen noch Personen.
Räumung von Wohnhäusern und Garagen von Fahrzeugen durch die geweckten Anwohner, in Sicherheit bringen mehrerer Gasflaschen aus den Garagen.

Riegelstellung mit zwei Rohren über tragbare Leitern auf den Garagendächern zum Brandobjekt, direkte Brandbekämpfung mit zwei weiteren Rohren und Wasserwerfer.

FF Rodgau-Mitte, FF Rödermark-Ober-Roden und FF Obertshausen mit Atemschutzgeräteträger in Hainstadt zur Unterstützung.
Einsatz des neuen Gerätewagens Hygiene der FF Rodgau-Mitte zur Reinigung der Einsatzkräfte nach dem Atemschutzeinsatz und zum Wechsel der Schutzkleidung.

Katwarn-Meldungen für Hainburg wegen Rauch- und Geruchsbelästigung zum Schließen der Fenster herausgegeben.
Hainburgs Bürgermeister Alexander Böhn informiert sich vor Ort über die Einsatzmaßnahmen. Die Verpflegung der Einsatzkräfte erfolgte über Rewe Likey Hainburg.

Eine leicht verletze Feuerwehrfrau und zwei Anwohner wurden ambulant durch das DRK OV Hainstadt versorgt. Rettungsdienst zur Eigenschutz der Feuerwehr vor Ort.
Einsatzende: 9.30 Uhr

18. Juni, 7.33 Uhr: Rauchentwicklung an Brandstelle Leinrittschneise in Hainstadt
An der Brandstelle Leinrittschneise vom Vorabend qualmen noch einige Glutnester.

Herauslösung der Einsatzleitwagen und eines Löschfahrzeuges aus dem Einsatz an der Carl-Ulrich-Straße.

Diese werden während des Einsatzes an der Carl-Ulrich-Straße von der Besatzung eines Tanklöschfahrzeugs der FF Hainstadt abgelöscht.

>> Resümee des Einsatzleiters Thorsten Zeizinger (Gemeindebrandinspektor): Aufgrund der Vielzahl der Einsätze sind die Feuerwehren Hainburgs an der Belastungsgrenze angelangt. Wir hoffen auf einige Stunden Schlaf für die körperlich völlig erschöpften Kameradinnen und Kameraden. Ich danke jedem der freiwilligen Einsatzkräfte für ihren unermüdlichen Einsatz. Die Arbeiten zu Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft sind gegen 12 Uhr weitgehend abgeschlossen. Die Hoffnung auf ein ruhiges Wochenende bleibt allerdings weiterhin ungewiss…

Unermüdlicher ehrenamtlicher Einsatz der Brandschützer

18. Juni, 21.01 Uhr: Unklare Rauchentwicklung / Grillfeuer
Die Feuerwehr Hainburg Hainstadt um 21.01 Uhr zum vierten Mal auf den Plan gerufen. Diesmal ertönten die Alarmempfänger mit dem Stichwort “F1 unklare Rauchentwicklung” an den Ortsausgang Richtung Klein-Auheim.

Vor Ort ist ein größeres, nicht angemeldetes Grillfeuer festgestellt worden. Die Verantwortlichen wurden belehrt und haben das Feuer unter Aufsicht der Feuerwehr selbstständig gelöscht.

Im Anschluss wurde die Einsatzstelle an die Polizei übergeben.

Im Einsatz waren ELW 1 (Einsatzleitung), LF 16/12 (Löschgruppenfahrzeug) und TLF 16/24 (Tanklöschfahrzeug).

19. Juni, 11.59 Uhr: Feld brennt
Die Alarmempfänger ertönen um 11.59 Uhr. Diesmal mit dem Stichwort “F1 brennt Feld” am Ortsausgang Richtung Klein-Auheim in Höhe Klärwerk.
Vor Ort brannten etwa 100 Quadratmeter Wiese am Fahrbahnrand, welche mittels zweier Schnellangriffsrohren abgelöscht wurden.
Im Einsatz waren: TLF 16/24 (Tanklöschfahrzeug), LF 16/12 (Löschgruppenfahrzeug) und ELW 1 (Einsatzleitwagen).

19.Juni, 16.40 bis 22.30 Uhr: Waldbrand in Hainstadt
Im Zuge der Kontrolle konnte über dem Waldgebiet zwischen Hainstadt und Obertshausen eine Rauchsäule lokalisiert werden, welche auf einen Waldbrand größeren Ausmaßes schließen ließ. Nach kurzer Absuche der Waldwege konnte ein ausgedehnter Waldbrand im Bereich der Tongrube auf einer Fläche von 3500 Quadratmeter lokalisiert werden.

Aufgrund der Trockenheit der letzten Tage, der hohen Lufttemperaturen von 35° Celsius und böigem, leichten Wind nahm das Feuer rasch an Intensität zu. Dies veranlasste den Einsatzleiter zu einem umfangreichen Nachalarmierung der Feuerwehren aus Seligenstadt, Obertshausen und Rodgau. Der Polizeihubschrauber unterstütze die Einsatzleitung durch entsprechende Aufklärungsflüge über dem Schadensgebiet.
Um dem kräftezehrenden Einsatz entsprechend Rechnung zu tragen, mussten weitere Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreisgebiet des Landkreises Offenbach hinzugezogen werden.

Bürgermeister Alexander Böhn informierte sich fortwährend über die Einsatzmaßnahmen im Einsatzleitwagen des Landkreises Offenbach und dankte den Kräften für ihren Einsatz. Im Verlauf des Einsatzes musste auch die L 3416 zwischen dem Ortseingang Hainstadt und dem Tannenmühlkreisel von der Polizei voll gesperrt werden. Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung wurde das Ziegelwerk Wenzel als Löschwasserentnahmestelle hergerichtet und vom Betriebsleiter alle Zufahrtstore geöffnet.

Um 16.40 Uhr befinden sich nahezu alle Feuerwehren des Ostkreises Offenbach in Hainstadt bei einem großen Waldbrand. Die L3416 ist aufgrund von Löschmaßnahmen durch die Feuerwehr Rodgau gesperrt. Es wird gebeten, diese weiträumig zu umfahren. Es wird gebeten bei Geruchsbelästigung Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Im Einsatz waren: Feuerwehren Hainburg, Feuerwehren Seligenstadt, Feuerwehren Rodgau, Feuerwehr Neu-Isenburg, Feuerwehr Mainhausen, Feuerwehr Obertshausen, Feuerwehr Dreieich, Feuerwehr Egelsbach, Polizeihubschrauber mit Löschwasserbehälter, DRK OV Hainstadt und
Rettungsdienst Kreis Offenbach.

Die Feuerwehren Hainburg und Seligenstadt wurden um 20.24 Uhr nahezu vollständig abgelöst. Eine Ablösung erfolgt durch die Feuerwehr Egelsbach. Das Feuer ist gelöscht und es finden Nachlöscharbeiten statt. Die L3416 ist ab 21.08 Uhr wieder geöffnet. Der Einsatz konnte gegen 22.30 Uhr für die Feuerwehren Hainburgs beendet werden. Insgesamt war der Waldbrand auf 7500 Quadratmeter angewachsen. 230 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Während der Löscharbeiten kam es bei zwei Einsatzkräften zu Hitzeerschöpfungen, welche durch den Rettungsdienst versorgt werden mussten. Das DRK OV Hainstadt unterstützen den Einsatz mit zahlreichen Helfern und versorgten die Feuerwehrleute mit Getränken und Verpflegung.

>> Nachfolgend einige Aufnahmen der Feuerwehr Hainstadt zu den Einsätzen in jüngster Zeit:

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