Freitag, 6. März 2026
's BlättscheLokalesDiskussion ums Wegekreuz am Schachenweg

Diskussion ums Wegekreuz am Schachenweg

Neuer Platz im Grünzug Westring geplant / Erinnerungskultur?

Die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet Westring haben bekanntlich begonnen und das nehmen die Stadt Seligenstadt und die Kirchengemeinde Marcellinus und Petrus zum Anlass, das historische Wegekreuz am Schachenweg aufzuarbeiten.

Die Restaurierung findet in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde statt. Aktuell werden Angebote von versierten Steinmetzbetrieben eingeholt und das Kreuz in Kürze abmontiert.

„Die letzte Restaurierung liegt rund vierzig Jahre zurück, somit ist das jetzt eine gute Gelegenheit. Das Wegekreuz kommt nach fertiger Überarbeitung wieder ungefähr an die selbe Stelle. Es befindet sich dann in der öffentlichen Grünfläche vom Neubaugebiet Westring und ziert den nach unserer italienischen Partnerstadt benannten „Piedimonte-Matese-Platz“. Wie genau die Gestaltung um das Kreuz herum sein wird, steht noch nicht fest. Dazu wird es eine enge Abstimmung mit der Kirchengemeinde geben“, informiert Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Ziel der professionellen Aufarbeitung ist, das Einzelkulturdenkmal in seiner Substanz zu sichern und seine kunsthistorische Bedeutung für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Das am Schachenweg gelegene Wegekreuz, in der Denkmaltopographie Hessen als „Kreuz am Babenhäuser Weg/Goldbergweg“ geführt, ist als Einzelkulturdenkmal eingetragen und zählt zu den qualitätsvollsten und ältesten Exemplaren seiner Art im Kreisgebiet.

Reaktionen im Netz:

„Das historisch wertvolle Kreuz wird abgeräumt und umgesetzt. Hätte man bei der Planung des Baugebietes dies nicht berücksichtigen können. Oder zählt der Profit mehr als das historisch gewachsene? “Wird in einer neuen Grünanlage wieder aufgestellt“, heißt es lapidar. Also nur noch Dekoration, die man überall aufstellen kann? Ich finde es schade, dass sich die Stadtverordneten darüber keine Gedanken machen.“, schreibt beispielsweise Thomas Laube, regt zum Nachdenken an und findet etliche Zustimmungen.

„Diese Entscheidung ist eine Schande. Nicht nur das Kreuz selbst sollte erhalten werden, sondern auch der besonders schöne und friedliche, geradezu magische Ort, an dem Generationen von Seligenstädtern auf der Bank in Gedanken oder im Gebet innegehalten, Ruhe, Einklang und Trost gefunden haben.“, heißt es in einem weiteren Beitrag.

„Das hätte es unter Hubert Post nicht gegeben.“, postet kurz und knapp ein weiterer Leser in Erinnerung an den langjährigen Stadtrat der Einhardstadt.

Kein Blatt vor den Mund nehmen und mit meinen Augen gesehen. Bild: Archiv

Mit meinen Augen gesehen

Worüber Stadtverordnete sich ihre Gedanken machen, mitunter keine Gedanken machen das bleibt manchmal ein Rätsel. Und wir meinen damit inzwischen nicht nur die Seligenstädter. So manche Beispiele ließen sich aufführen.

Diesmal fiel die Einhardstadt durchs Raster. Da soll ein Wegekreuz restauriert werden. Gut und schön. Aber gleichzeitig die Idee, das „Zeugnis der Frömmigkeit früherer Generationen“ einfach umzusetzen und an anderer Stelle wieder aufzubauen. Die meisten jungen Menschen dürfte es in der heutigen „modernen Zeit“ kaum interessieren und es geht ja auch nicht um Fledermäuse oder Arten, die geschützt werden müssen.

Und um eine Gedenkstätte oder Erinnerungskultur geht’s ja auch nicht. Oder vielleicht doch? (beko)

- Werbung -
Habt Ihr Themen für die ihr euch einsetzen wollt oder „Aufreger“ die euch auf den Nägeln brennen? Dann schreibt uns eine Mail an redaktion@blaettsche.de. – Bock dabei zu sein? Infos zu Onlinewerbung unter marketing@blaettsche.de

2 Kommentare

  1. ich stimme allen Reaktionen mit 10000% zu. Dies ist und war eine Gedenkstätte, die man nicht einfach mal so von A nach B transportiert. UNFASSBAR !!!!

  2. Ich finde es unglaublich traurig, wie hier mit einem heiligen Ort umgegangen wird – ich bin um die Ecke aufgewachsen und immer wieder zu diesem Ort gegangen, ganz oft auch mit meiner Omi – dies war und ist für mich ein heiliger Ort zur Besinnung, des Innehaltens, des Gebets … und auch wenn das Kreuz erhalten und an anderer Stelle wieder aufgestellt wird, wird es nie wieder derselbe Ort sein- mal abgesehen von den wunderschönen Bäumen, die diesem Kreuz und diesem Ort das Gehegnis gaben… ich bin sehr traurig über die Umsetzung! Unser Städtchen rühmt sich (zu Recht) als „Historisches Seligenstadt“ – auch dieser Ort hat seine Historie und diente Generationen als Ort der Inneren Einkehr… umfasst und geschützt von altem Baumbestand! Bitte bewahrt diesen heiligen Ort! Wir sollten uns in unserem historischen Seligenstadt aller Kulturschätze gewahr sein und sie für nachkommende Generationen beschützen und erhalten!
    Claudia Wildner

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein