Freitag, 7. Oktober 2022
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Das aktuelle Porträt: Seinen Job will ich nicht haben

INTERVIEW mit Hans-Peter Eisenkolb

Wie hat uns dieser Tage eine Klein-Auheimerin geschrieben, die nicht mehr in Klein-Auheim, sondern seit vielen Jahren in den USA lebt: „Es ist doch schon toll, dass man durch die Welt des Internets mit der Heimat so einfach verbunden bleiben kann.“
Das ist es, was wir in dieser Rubrik in Interview-Form aufleben lassen wollen. Ehemalige Klein-Auheimer und Steinheimer sollen hier ihre Erinnerungen ebenso mitteilen können wie irgendwann auch unsere Leser, die hier wohnen, bekannte und weniger bekannte…..

Hans-Peter Eisenkolb. Bild: privat

Zur Person: Hans-Peter Eisenkolb, geboren 1948 in Offenbach am Main, lebte ab 1966/67 in Klein-Auheim. Hier war er vor allem in der katholischen Jugendarbeit aktiv. Eisenkolb: “Dort wurde ich mit viel Herzlichkeit aufgenommen und leitete u.a. zusammen mit Manfred Adam (leider verstorben) die Filmsparte.
Zu Georg Kopp hatte ich durch meine Lehre als Industriekaufmann – er ging im gleichen Betrieb zu Lehre und in die gleiche Berufsschule in Obertshausen – viel Kontakt.  Mein Nachbar, Erwin Meyer (leider auch verstorben), führte mich damals in die katholische Jugend ein, mit der wir auch tolle Touren (unter anderem Lappach/Südtirol) unternahmen. Es war eine rundum tolle Jugendzeit, an die ich noch heute oft zurückdenke.

Habe dann beginnend mit meiner Lehre an der Abendschule in Offenbach meine Fachhochschulreife gemacht. U.a. bei der Vacuumschmelze GmbH in Hanau als Industriekaufmann gearbeitet.

Beginnend mit meinem Studium an der Fachhochschule, Bereich Wirtschaft,  Frankfurt/Main zum Dipl.-Kaufmann (FH) wurde meine Bindung an Klein-Auheim weniger. Auch in der katholischen Jugend, da der damalige Kaplan wegging und der Pfarrer zu konservative Ansichten hatte.

Hans-Peter Eisenkolb. Bild: privat

Bin dann statt Bundeswehr in den Entwicklungsdienst nach Botswana gegangen und habe nach der Rückkehr aus Afrika an der Uni Frankfurt/Main Wirtschaftspädagogik studiert und erfolgreich als Dipl.- Handelslehrer abgeschlossen. Da Hessen damals keine Lehrerstelle für mich hatte, zogen wir – ich war inzwischen verheiratet und hatte eine Tochter – nach Heide in Dithmarschen. Hier bekam ich sofort eine volle Beamtenstelle. Seit 1980 lebe ich nun hier und habe den Wegzug nie bereut! Zwar kann ich meinen „hessischen Slang“ noch heute nicht verbergen, bin aber doch inzwischen stark „eingenordet“!

Über Erwin Meyer, Heinz Schroth, Manfred Adam, Joachim Grimm und viele andere habe ich den Kontakt nie ganz verloren. Mein Bruder und Vater leben noch an der Seligenstädter Straße.

Die Eingemeindung Klein-Auheims erlebte ich nur von der Ferne. Bei allem Lokalpatriotismus konnte ich die Widerstände damals nicht ganz nachvollziehen. Wahrscheinlich weil ich mehr von der Welt gesehen habe. Aber auch hier in Dithmarschen hatten wir bei der Zusammenlegung von Süder- und Norderdithmarschen ähnliche Probleme. Das kenne ich, weil ich Mitte der 80er hier in der Kreisstadt Heide kommunalpolitisch aktiv war.

Bis zu meiner Pensionierung 2014 habe ich als Abteilungsleiter (StD a.D.) am Berufsbildungszentrum Dithmarschen (ca. 4.000 SchülerInnen/200 Lehrkräfte) gearbeitet und mich immer „sauwohl“ gefühlt.

Inzwischen habe ich nur noch wenig Kontakt nach Klein-Auheim. Einige der damaligen Freunde kann ich nur noch auf dem Friedhof besuchen. Auch hat sich der dörfliche Charakter des Ortsteiles stark verändert.”

Wenn ich an Klein-Auheim denke, dann fallen mir folgende drei Dinge ein: Wunderschöne Jugend und Bereitschaft mich damals gleich in die Gemeinschaft/Jugendarbeit aufzunehmen. Tolle Touren mit der katholischen Jugend . Auch wenn ich in meiner Studentenzeit aus der Kirche ausgetreten bin, kann ich deren Jugendarbeit nur loben. Ich habe dort gelernt, Verantwortung und Führung zu übernehmen. Und viele tolle Abende – insbesondere in der Fastnachtszeit.

Ich treffe zufällig den Hanauer Oberbürgermeister und mir fällt spontan ein, was ich ihm schon immer sagen wollte: Ich möchte seinen Job nicht haben, bei der kulturellen Struktur und den Problemen Hanaus.

In bekannten Fernsehsendungen werden Menschen plötzlich berühmt, weil sie ein Buch geschrieben haben. Mein Buch, wenn ich denn eines schreibe, trägt den Titel… Ich werde nie ein Buch mit meinen Memoiren schreiben, da ich mich nicht als so wichtig ansehe.

Meine meistbesuchte Seite im Internet: Da ich Wohnmobilist bin, Internetseiten für Womo-Fahrer. Ansonsten nutze ich das Internet zwar stark – ich war schon Ende der 90er in der Schule für die EDV verantwortlich – bin aber wegen der Gefahren immer sehr kritisch.

Mein Lieblingswitz: Konnte nie gut Witze erzählen, da fällt mir keiner ein.

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