Mittwoch, 28. September 2022
's Blättsche Lokales Norbert, das "offene Buch mit Geburtsnamen"

Norbert, das “offene Buch mit Geburtsnamen”

Heute im 's Blättsche-Interview: Norbert Scherer aus Hainstadt

„Es ist doch schon toll, dass man durch die Welt des Internets mit der Heimat so einfach verbunden bleiben kann.“
Das ist es, was wir in der Rubrik „Porträts“ in Interview-Form aufleben lassen wollen. Ehemalige Klein-Auheimer und Steinheimer, aber auch Menschen aus Hainburg, Seligenstadt oder Mainhausen sollen hier ihre Erinnerungen ebenso mitteilen können wie  auch unsere Leser, die hier wohnen, bekannte und weniger bekannte.
Wer hat noch Vorschläge? Wer sollte in dieser Rubrik noch zu Wort kommen?
Info an redaktion@blaettsche.de

Zur Person: Norbert Scherer (geboren 1969) lebt seit 15 Jahren in Hainburg und ist hier vor allem aktiv als Berichterstatter für Hainburgs Vereine und das Gewerbe unterwegs.

Norbert, Du lebst in Hainburg. Weshalb ausgerechnet dort? Nun meine Tochter war auf dem Weg und wir wussten in der damaligen Wohnung in Obertshausen wird es nicht ausreichend sein. Ich wollte eigentlich nie über den Kreisel und fand dann zufällig in Hainburg ein Haus. Jetzt möchte ich nie wieder weg.

Immer wieder tauchen Namen von Weggefährten auf. Besonders gerne erinnere ich mich an… An alle, mit welchen ich zu tun habe und hatte. Es gibt da niemanden speziellen, den ich hervorheben kann. Irgendwie sind alle Menschen, die man trifft, mit welchen man zu tun hat, für bestimmte Dinge eben die richtigen. Einzig an meinen ersten Abteilungsleiter in meiner Zeit im Sozialamt kann ich mich noch sehr gut erinnern. Von ihm habe ich vieles gelernt. Insbesondere, wie man ein guter Chef sein kann.

Wenn ich an meine Heimat denke, dann fallen mir folgende drei Dinge ein: Liebenswert, Lebenswert, Natur

Mein Lieblingsplatz in meiner Heimatgemeinde ist… Da gibt es viele. Im Wald, Feld und Wiese, auf den Festen der Vereine und unten am Main im Sommer bei einem Eis.

Einkaufen gehe ich am liebsten nur in Hainburg, weil man dort jeden kennt und jeden trifft. Man über das eine oder andere unterrichtet wird und so ein paar weitere Berichte schreiben kann. Und man auch merkt, dass die Arbeit, die man ehrenamtlich leistet, geachtet wird. Es ist einfach familiärer. Der Einkauf dauert zwar länger und man bekommt evtl. nicht alles, aber dafür alles fürs Herz.

Als Geheimtipp empfehle ich Auswärtigen einfach nur durch die Gegend zu laufen und sich mit den Menschen zu unterhalten. Jeder kann einem einen anderen Tipp geben, wo man hin sollte und jeder Tipp ist auch richtig. Sei es zum Eis Henss, eine leckere Pizza beim Festa Italiana, bei der Made in Sud. Wunderbar essen im Hessischen Hof oder sich mit Büromaterial eindecken bei der Sonnenblume Heiko Heckwolf und und und. Und die Sehenswürdigkeiten da gibt es auch viele. Die Liebfrauenheide, der Wald dazu mit dem Sportgerätepfad, die wunderschönen Kirchen. Die „Fachwerkaltstadt“ in Klein-Krotzenburg, die kleinen Gassen, die fast auch für einheimische vergessenen Durchgangswege durch die Häuser und und und. Und nicht zu vergessen die vielen tollen Feste in Hainburg, allen voran das Frühlingsfest der Vereine.

Gesellschaftliche Aktionen gibt es zumeist in den Vereinen. Welche begeistern Dich immer wieder? Da kann ich auch keinen hervorheben. Wie vorher erwähnt, natürlich das Frühlingsfest der Vereine (naja ich organisiere das mit einem Trupp auch immer) aber auch jedes andere Fest. Hierbei ist es egal, ob man auf ein kleines oder großes Fest geht. Irgendwie bist du überall willkommen. Besonders darf man allerdings alle Feste der Hainstädter Vereine, die am Bahnhof ansässig sind, erwähnen. Denn egal welcher Verein von diesen auch feiert, die anderen sind stets dabei. Entweder als Helfer oder auch nur als Gast. So etwas nenne ich gelebte Vereinsfreundschaft. Der eine hilft dem anderen und so muss es auch sein. In Klein-Krotzenburg ist es aber auch nicht minder schlecht. Dort gibt es auch viele Vereine, die zusammenarbeiten und die Feste können sich ebenso sehen lassen. Das Weinfest der ÖVV in der Hofreite sei nur mal als Beispiel genannt.

Ich treffe zufällig den Bürgermeister Alexander Böhn und mir fällt spontan ein, was ich ihm schon immer sagen wollte: Mach weiter so Alex, Du machst Deine Sache gut und sorgst mit Deiner Arbeit, besonders für die Kinder etwas zu schaffen. Lediglich für die Jugend könnte hier oder da noch ein wenig mehr möglich sein.

Dieses Buch empfehle ich allen Blättsche-Nutzern: Die Bücher von Jan Costin Wagner (einem Hainburger). Er schreibt Krimis und sind für den Leser ein Raum für ihre eigenen Gedanken. Sie regen an, sich selbst in dem Geschehen einen Platz einzunehmen und seine eigene Sichtweise der Aktionen zu phantasieren. Ebenso empfehle ich die Autorin Heidi Gebhardt und ihre Tante-Frieda-Krimis. Ausnahmsweise mal nicht aus Hainburg, aber aus dem Taunus und hier spürt man die Nähe und Erzählungen sind einem gleich bekannt, da man die Orte gleich identifizieren kann. Übrigens war sie auch bereits zu einer Lesung in Hainburg in der Waldhütte oder auch Rentnerhütte genannt und las aus ihrem neuen Krimi „Die Herberge im Wald“, was irgendwie passend zur Location war.

In bekannten Fernsehsendungen werden Menschen vorgestellt, weil sie ein Buch geschrieben haben. Mein Buch, wenn ich denn eines schreibe, trägt den Titel. “Gehe ins Rathaus und wunder Dich täglich“. Fast fertig wäre es in meiner Schublade, da mein Job in der Verwaltung begonnen hatte und dort wohl auch enden wird. Es gibt hier viel Skurriles, Interessantes, aber auch Dinge zum Weinen zu berichten. Ich würde vermutlich mehr verdienen, wenn ich es nicht veröffentlichen würde.

Meine meistbesuchte Seite im Internet: http://www.hainburg-lebt.de plus natürlich Eure Seite und noch viele weitere Informationsseiten, Vereinsseiten aus Hainburg usw. Also irgendwie gibt es nicht die eine Seite, sondern viele, die täglich automatisiert aufgerufen werden.

Mein Lieblingswitz: Ich bin, was Witze merken und Witze erzählen angeht, nicht so der Held. Auch wenn jemand Witze erzählt, bin ich eher derjenige, der zum Lachen in den Keller geht. Ich lache gerne, aber nicht über Witze, sondern weil ich mich freue.

Beende bitte folgende Sätze:

Meine Lieblingsspeise ist Alles, außer Parmesankäse. Am liebsten noch die obligatorische Tafel Schokolade abends im Bett.

Wenn ich wütend bin, werde ich immer ruhiger und die Stimme leiser, aber durchdringender. Ich fange dann meist an, meine Zunge im Mund hin und her zu schieben. Das ist meist der Augenblick, wo es besser ist mir aus dem Weg zu gehen. Kommt aber sehr sehr selten vor. Wütend zu sein, so dass es die Menschen mitbekommen, ist nicht meins. Wut hemmt einen nur.

Mich regt auf, dass es Menschen gibt, die nur auf sich blicken, die rassistisch veranlagt sind, aber auch Menschen, die andere Meinungen nicht gelten lassen. Und der Stau morgens auf der A3 und der A5.

Im „Blättsche“ (www.blaettsche.de) interessiert mich vor allem, ob es wieder einen Artikel über die Fasanerie gibt, weil meine Frau unter anderem dort gewerblich unterwegs ist als Waldpädagogin und angehende Kräuterpädagogin.

Ich kann nicht leben ohne meine Familie und ohne eine Tafel Schokolade. Hatte ich schon erwähnt, dass ich eine immer am Bett habe?

Es gefällt mir nicht, dass die Preise der Häuser und der Mieten so nach oben gehen. Wie soll man sich das noch leisten können?

Absolut positiv finde ich unser Leben in Deutschland. Wir haben alles, dürfen alles. Manches auch erst mit etwas Kraftanstrengung siehe Haus und Miete, aber es geht uns verdammt nochmal verdammt gut.

Ich glaube, keiner weiß von mir, dass… Ich glaube, ich bin ein offenes Buch. Natürlich hat jeder Dinge, die nur wenige von einem wissen. Ich beispielsweise bin kein gebürtiger Deutscher. Ich bin so ein Mischling halb Deutsch, halb Jugo. Ich schreibe für ein paar Zeitungen (nicht nur das Seligenstädter Heimatblatt). Ich habe einen Geburtsnamen.

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