Donnerstag, 17. Juni 2021
's Blättsche Fudder Es hätte alles so schön und erfolgversprechend sein können...

Es hätte alles so schön und erfolgversprechend sein können…

Weinliebhaber Erik Müller hat tatsächlich sein Hobby zum Beruf gemacht

Von ‘s Blättsche-Leserin Petra Bauer

Seit mehr als 20 Jahren betreibt Erik Müller in Hainstadt seinen Weinladen in den Kellergewölben des elterlichen Wohnhauses. In den ersten Jahren war es sehr schwierig, sich zu etablieren, doch nach und nach ist es dem umtriebigen jungen Unternehmer gelungen, einige Restaurants und Lokale in der näheren und weiteren Umgebung für sich als Kunden zu gewinnen, aber auch unzählig viele private Kunden von seinen Weinen zu begeistern.

Erik Müller versteht in der Tat etwas von guten Weinen. Immer wieder fährt er in sein geliebtes Frankreich, um dort direkt bei den verschiedensten Winzern Weine zu probieren und um die Besten in sein Sortiment aufzunehmen. So findet man bei Erik Müller zum Beispiel Weine aus dem Bordeaux, dem Languedoc, aus dem Gebiet der Rhone oder aus dem Elsass. Wichtig ist ihm, eine vernünftige Preis-Leistung anzubieten und zufriedene Kunden zu haben, die gerne wiederkommen. Mittlerweile hat die „Seele des Weins“ – dies ist von Beginn an der bedeutungsvolle Name des Weinladens – auch einige deutsche Weine aus Baden und dem Rheingau im Angebot und darüber hinaus auch eine nicht unerhebliche Anzahl von Obstbränden.

Mehrmals die Woche rund um die Fasaneriemauer unterwegs, doch dann kam der Rückschlag

Legendär sind und waren die Frühlings- und Herbstweinproben bei Erik Müller. Wer einmal dabei war und dem begnadeten Weinkenner zugehört hat, der gerne unglaublich interessante Geschichten zu den verschiedenen Weingütern erzählt, weiß, was er oder sie versäumen würde, wenn man nicht dabei gewesen wäre.

Erik Müller hat tatsächlich sein Hobby zum Beruf gemacht und könnte allein aus diesem Grund ein rundum glücklicher Mensch sein. Da er auch immer gerne Sport getrieben hat, gefiel es ihm, mehrmals in der Woche einen Dauerlauf zum Beispiel rund um die Fasaneriemauer zu machen. Diese körperliche Betätigung war ihm immer genauso wichtig wie eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Über beide Themen konnte man sich immer sehr qualifiziert mit Erik unterhalten.

……..und dann ist es passiert. Im September vorletzten Jahres erlitt Erik Müller im Alter von Mitte fünfzig einen Schlaganfall, der ihm nicht nur einen Teil seiner Bewegungsfähigkeit nahm, sondern vor allem seine Sprache. Nach Zeiten im Krankenhaus und in einer Rehabilitationsklinik folgte der gnadenlose Alltag, den Erik sofort wieder in Angriff nahm. Es wird vermutet, dass er nach seiner Rückkehr zunächst in seinem Weinladen nach dem Rechten gesehen hat, bevor er seine Wohnung wieder betrat.

Coronazeit ist nicht spurlos an der “Seele des Weins” vorübergegangen

Unterstützt wird er in allem unablässig und in liebevoller Weise von seiner Lebensgefährtin und neben der Familie glücklicherweise auch von einigen Freunden. Es ist ihm auf diese Weise möglich, seine unzähligen Reha-Termine wahrzunehmen und sich gleichzeitig um seinen Weinladen zu kümmern. Auch wenn er derzeit noch nicht verbal seine nach wie vor erstklassigen Weine beschreiben kann, so erhält der Kunde dennoch in Form von unbeschreiblicher Mimik, die oftmals von dem Wort „super“ unterstrichen wird, einen guten Eindruck von der besonderen Flüssigkeit, die sich in so mancher Flasche verbirgt. Selbstverständlich darf auch jederzeit probiert werden.

Der stille Beobachter stellt fest, dass es mit Sicherheit unter anderem der Weinladen und die Freude an einem guten Tropfen Wein sind, die Erik so aktiv sein lassen und ihm immer wieder Mut machen. Natürlich ist die Coronazeit nicht spurlos an der „Seele des Weins“ vorübergegangen, denn viele Lokale hatten geschlossen und hatten somit keinen Bedarf an Wein. Erik Müller hat dies jedoch nicht entmutigt.

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Zana ist er von Dienstag bis Freitag ab 15 Uhr und jeden Samstag ab 10 Uhr in seinem Weinladen und freut sich über jede Kundin und jeden Kunden, die mit ihm sprechen und dadurch seine eigene Fähigkeit, sich mehr und mehr auch verbal auszudrücken immer wieder herausfordern.

Was hält euch davon ab, bald auch einmal in der „Seele des Weins“ vorbeizuschauen?

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