Samstag, 28. Januar 2023
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Eigentum verpflichtet! – Verpflichtet Eigentum?

Aufruf von Bündnis 90 / Die Grünen im Ortsbeirat Klein-Auheim

Mit folgendem besonderen Aufruf starten Bündnis 90 / Die Grünen im Ortsbeirat Klein-Auheim ins neue Jahr:

Liebe Klein-Auheimerinnen und Klein-Auheimer,

heute wenden sich die Klein-Auheimer Grünen mit einem Anliegen an Sie, das Einige vielleicht erstaunen wird, das allerdings dem größten Teil der Bevölkerung durchaus bekannt ist.

Bereits seit vielen Jahren kommen immer wieder Flüchtlinge nach Deutschland, nach Hanau und nicht zuletzt auch in unseren Stadtteil Klein-Auheim. Zuletzt wurde der Flüchtlingsstrom durch den Krieg in der Ukraine massiv verstärkt.

Aus unserer Sicht wird dieser Flüchtlingsstrom auch in den nächsten Jahren nicht abreißen, vielmehr sind wir davon überzeugt, dass immer mehr Menschen nach Europa kommen werden. Dabei spielen nicht nur Kriege, Flucht und Vertreibung eine entscheidende Rolle, sondern auch das Klima, wirtschaftliche Not oder menschenrechtliche Aspekte in Zusammenhang mit Verfolgung und viele andere Gründe.

Bislang ist es uns hier in Hanau und den Stadtteilen ganz gut gelungen, diese Menschen, die nicht freiwillig ihre Heimat und teilweise auch ihre Familien verlassen haben, in Gemeinschaftsunterkünften wie Turnhallen oder auch in der renovierten Kasernenanlage Sportsfield unterzubringen.

Jede/r, die/der sich diese Unterbringungsmöglichkeiten einmal aus der Nähe angesehen hat, wird uns zustimmen in der Meinung, dass hier Menschen nur kurzfristig leben sollten, denn letztlich handelt es sich dabei um Ghettos, die teilweise sogar zum Schutz der Flüchtlinge von Wachpersonal bewacht werden.

Nur das Leben in gewachsenen Strukturen … macht eine gute Integration möglich

Kann das sein? Ist das menschenwürdig? Wir denken vielmehr bereits heute ein Stück weiter und fragen uns, was beispielsweise aus den vielen Kindern und Jugendlichen werden soll, die in diesen Unterkünften wenig Möglichkeit haben, sich zu integrieren und sich so zu entwickeln, wie wir es uns für unsere Gesellschaft wünschen würden.

Schaffen wir uns nicht vielmehr mit dieser Art und Weise der Behandlung bereits neue Probleme für „morgen“, wenn diese jungen Menschen Schulen besuchen sollen, Ausbildungen absolvieren können oder studieren könnten.

Wir als Grüne im Ortsbeirat sind fest davon überzeugt, dass nur das Leben in gewachsenen Strukturen und damit die Unterbringung in unserer unmittelbaren Nachbarschaft eine gute Integration möglich macht.

Wir sehen uns diesen Menschen gegenüber ein Stück weit verpflichtet und sprechen hiermit ganz offensiv alle Klein-Auheimerinnen und Klein-Auheimer an, die Wohnraum zur Verfügung stellen könnten. Wir wissen, dass es unzählige leerstehende Wohnungen und sogar Häuser in Klein-Auheim gibt.

Uns ist auch bekannt, dass viele Eigentümer Bedenken haben, eine Wohnung anzubieten, da sie sich mit eventuellen Mietern keine Probleme ins Haus holen möchten.

Die Aufnahme von Menschen kann eine Bereicherung für das eigene Leben sein.

Sascha Feldes und Petra Bauer

Aber ist es nicht an der Zeit, dass wir alle mal darüber nachdenken, ob Eigentum nicht doch verpflichtet? Wird es nicht Zeit, unsere persönliche Komfortzone ein wenig zu verlassen, um damit unsere gesellschaftliche Verantwortung zum Ausdruck zu bringen? Wir sollten ehrlich zu uns selbst sein!

Es geht uns hier in Deutschland noch immer gut. Der Sozialstaat sorgt für uns alle. Wir haben ein hohes Maß an Wohlstand erreicht. Wir können und dürfen nicht mehr wegsehen, müssen etwas zurückgeben und vielleicht darf am Ende der eine oder die andere sogar feststellen, dass die Aufnahme von Menschen eine Bereicherung für das eigene Leben sein kann.

Liebe Klein-Auheimer, bitte fühlt Euch angesprochen! Denkt über unseren Aufruf nach und entschließt Euch durch Euer Mittun, einen Beitrag für ein besseres Miteinander jetzt und in der Zukunft zu leisten. Aus unserer Sicht lohnt es sich!

Die Klein-Auheimer Grünen freuen sich über ihre Rückmeldung direkt über www.hanau-engagiert.de/hilfe/wohnen bzw. www.hanau-engagiert.de/wohnraum .

Sascha Feldes und Petra Bauer

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4 Kommentare

  1. Über die Resonanz zu unserem Text kann ich mich nur freuen. Er wurde immerhin gelesen.
    Nach wie vor stehe ich voll und ganz zu den Inhalten.
    Zur weiteren Info: Mein oberstes Prinzip als Politikerin ist es, authentisch zu sein. Selbstverständlich bin ich bzw. sind wir in Sachen Hilfe mit gutem Beispiel vorangegangen.
    …..u. a. hat eine vierköpfige ukrainische Familie von März bis Dezember 2022 unter meinem Dach gewohnt.
    Wohnraum wurde dabei zu keiner Zeit verschenkt. Bitte informieren Sie sich! Gerne auch bei mir in einem persönlichen Gespräch.

  2. Wir haben Wohnungen und vermieten ausschließlich an arbeitende Menschen um diese zu belohnen.
    Wer immer mehr Wohnraum verschenkt macht den übrigen Wohnraum nur teurer.
    Diese unsozialen Bedingungen noch zu beschönigen ist falsch 😑

  3. Da Politiker immer ein Vorbild sein sollten, wäre es interessant zu erfahren wie viele Migranten bereits von Sascha Feldes und Petra Bauer in deren eigenen Wohnraum aufgenommen wurden?

    • Da kann ich mich Frau Loschitz nur anschließen. Vllt. Können Herr Feldes und Frau Bauer bereits von Ihren eigenen Erfahrungen berichten.
      Denn nur das, was man auch selbst tun würde, sollte man anderen nahe legen.
      In der Vergangenheit wurde leider von unserem „Grünen“ Ortsbeirat nur gefordert, ohne selbst als gutes Beispiel voran zu gehen.

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