Mittwoch, 24. April 2024
's BlättscheFreizeitNotreparatur der Fähre „Stadt Seligenstadt“

Notreparatur der Fähre „Stadt Seligenstadt“

Komplettaustausch des Antriebssystems in Planung

Weiterhin außer Betrieb bleibt die Seligenstädter Mainfähre. Kurzfristige Lösung ist eine Notreparatur. Voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern die Arbeiten, danach soll es einen Komplettaustausch des Antriebssystems geben. Die Stadtverordnetenversammlung trifft sich zu einer Sondersitzung.

Bekanntlich musste die Fähre „Stadt Seligenstadt“ am Samstagabend des 13. Mai aufgrund technischer Probleme den Betrieb einstellen und hat ihn bis heute nicht mehr aufnehmen können.

Damit ist die direkte und wichtige Verkehrsverbindung zwischen der bayerischen und der hessischen Seite gekappt.

Besonders am Feiertag Christi Himmelfahrt standen viele Ausflügler ratlos an den Ufern mit Blick auf die stillgelegte Fähre. Das Problem sind die zwei Schottelantriebe der gut 50 Jahre alten Fähre, für die es kaum noch Ersatzteile mehr gibt. Der eine davon, auf der hessischen Seite, ist ausgefallen.

„Die ganze Zeit hatten wir einen dritten Antrieb als Ersatz in den Stadtwerken, der ist aber Ende letzten Jahres kaputt gegangen. Da auch auf dem Zweitmarkt kaum Ersatzteile zu erwerben sind, haben wir schon im Februar/ März darüber beraten, das komplette Antriebssystem auf ein modernes umzustellen. Nun haben uns die Ereignisse leider überholt“, erläutert Bürgermeister Dr. Daniell Bastian in der Pressekonferenz.

Der Bürgermeister sowie der kaufmännische Betriebsleiter des Eigenbetriebs Stadtwerke, Patrick Herbert, erläuterten gemeinsam gegenüber den Pressevertretern die Ergebnisse der am Zusammenkunft der Betriebskommission.

Bild: privat

Diese hatte „einstimmig beschlossen“, zunächst eine Notreparatur durchführen zu lassen, um einen schnellen Wiedereinsatz der Fähre zu gewährleisten. Das bedeutet, dass einer von den zwei vorhandenen defekten Schottelantrieben aufbereitet wird und somit übergangsweise für Fahrtüchtigkeit gesorgt ist. Diese Gesamtmaßnahme wird etwa drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen und circa 30.000 Euro kosten.

Ebenfalls ausgesprochen haben sich die Mitglieder der Kommission für einen zukünftigen und zeitnahen Komplettaustausch, sprich ein Umrüsten auf ein modernes System. Hier fallen Kosten in Höhe von circa 125.000 Euro an.

„Die Betriebskommision kann ihren Wirtschaftsplan nicht einfach dahingehen ändern“, betont der Rathauschef, „zumal die Stadtwerke für die Summe ein Darlehen aufnehmen müssen“.

Um dafür einen Beschluss zu erwirken, wurde für Dienstag, 30. Mai, eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung einberufen. Danach bedarf es aber auch noch einer Genehmigung durch die Kommunalaufsicht.

„Sollte das alles reibungslos verlaufen, werden wir den Austausch unmittelbar beauftragen, hier ist ein Vorlauf von mehreren Monaten notwendig“, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Auch die Option einer Leihfähre ist von Seiten der Stadt geprüft worden. Da hier allerdings eine Tagesmiete von 1100 Euro anfallen würde, wurde sie als zu teuer verworfen.

Der bei der Pressekonferenz anwesende Sprecher der Gewerbevereins Wolfgang Reuter betonte, dass wenn ohnehin eine große Investition angestrebt wird, die Fähre bei der Gelegenheit technisch auf einen Ein-Mann-Betrieb umgerüstet werden solle.

Ziel aus Sicht des Gewerbevereines ist, dass dann wieder zum Vorteil der hiesigen Wirtschaft in zwei Schichten von früh morgens bis spät abends übersetzt werden könne.

Bürgermeister Dr. Daniell Bastian bestätigte die technische Machbarkeit, stellte aber ebenso klar, dass dadurch das Defizit der ohnehin in sechsstelliger Höhe bezuschussten Fähre deutlich steigen würde. Nicht nur durch die Investition an sich, sondern auch durch einen „vermutlich drastischen Einbruch“ bei den Fähreinnahmen, da kein Kassierer mehr an Bord wäre.

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