Mittwoch, 28. September 2022
's Blättsche Lokales Hanau: Neue Sitzbänke in der Fußgängerzone

Hanau: Neue Sitzbänke in der Fußgängerzone

Praktische Schritte tragen zu einer kommunalen Verkehrswende bei

Nachdem der städtische Bauhof vor einiger Zeit vornehmlich in den Kreuzungsbereichen der Langstraße in Hanaus Innenstadt 23 Radbügel aufgestellt hat, sind nun drei Ruhebänke hinzugekommen. Dieses Mobiliar findet sich am Straßenrand dort, wo bis Anfang Januar zwischen Steinheimer Straße und Hirschstraße noch durchgängig Autos geparkt werden durften. Seither ist dieses Stück der Langstraße zur Fußgängerzone umgewidmet. An beiden Enden verhindern automatisch versenkbare, für Anlieger und Andiener steuerbare Poller den Durchgangs- und Parksuchverkehr. 
“Die Langstraße ist jetzt dem Fuß- und Radverkehr vorbehalten, das entspricht den Zielen unseres entstehenden Mobilitätsleitbilds”, sagt Stadtrat Thomas Morlock. Die neuen Sitzbänke und Radbügel symbolisierten, wer fortan im Vorrecht sei.  Für Menschen auf dem Velo sei das Befahren der Fußgängerzone Langstraße in beide Richtungen nun wesentlich sichererer als bisher mit Autoverkehr. Die Bänke befinden sich auf der Rückseite von Woolworth, gegenüber der Deutschen Bank und vor dem Geschäft mit polnischen Lebensmitteln.
   Die “Gewichtsverschiebung zu Lasten des Kraftfahrzeugverkehrs an dieser Stelle” werde auch dadurch deutlich, dass ab Juni  eine  neue Abstellanlage mit 40 abschließbaren Boxen und Abstellbügeln für 30 Fahrräder  auf dem historischen Schweinemarkt gegenüber vom Rathaus eröffne – bisher eher bekannt als “Wolle-Rödel-Parkplatz”. Die Fahrrad-Abstellablage misst rund 14 mal 9 Meter. Darauf lässt der Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) doppelstöckig 40 abschließbare Boxen aufstellen. Die Hälfte davon soll Anschlüsse bieten, um Elektroräder laden zu können.

Bauhof-Mitarbeiter Olaf Westphal (rechts) bohrt Löcher für eine Sitzbank, sein Kollege Holger Fischer säubert mit einem Staubsauger die Bohrlöcher. Bild: Stadt Hanau

Darüber hinaus entstehen 15 Bügel für insgesamt doppelt so viele Fahrräder. Hier lassen sich auch Lastenräder und Trikes parken. Eine Reparaturstation ermöglicht auf die Schnelle, platte Reifen zu flicken, Bremsen nachzustellen oder Luft in die Schläuche nach zu pumpen. “Die Abstellanlage ist so geplant, dass sie bei entsprechender Nachfrage erweitert werden kann”, erklärt HIS-Betriebsleiter Markus Henrich.
Durch die Herausnahme von Fahrzeugverkehren lasse sich die Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Langstraße “erheblich steigern”, führt Stadtrat Morlock weiter aus.

Vermeidbarer Kraftfahrzeugverkehr, der nur den Kernbereich der Innenstadt von West nach Ost durchquere, werde auf den City-Ring verlagert. Am Anfang und Ende der neuen Fußgängerzone stünden in den Parkhäusern “Am Forum” und “Klinikum” ausreichend Autostellplätze für Gäste der Innenstadt zur Verfügung – auch das entspreche den Zielen des Mobilitätsleitbilds. Für die in der Langstraße entfallenen Behindertenparkplätze hat die städtische Straßenverkehrsbehörde neue im Nahbereich der Fußgängerzone geschaffen.
Wer als Anlieger wegen eines Auto-Stellplatzes auf einem Grundstück in der Langstraße anspruchsberechtigt ist, hat einen Genehmigungsbescheid der Straßenverkehrsbehörde und eine Papierkarte mit dem betreffenden Autokennzeichen für die Windschutzscheibe erhalten; zudem eine Transponderkarte, um den mit einer Ampel versehenen Poller öffnen zu können, bevor der sich nach der Durchfahrt wieder automatisch nach oben schiebt. Für besondere einmalige Anlässe vergibt das Straßenverkehrsbehörde zeitlich begrenzt gültige QR-Codes.

Andienverkehr über die Polleranlage ist montags bis samstags von 6 bis 11 möglich. Abends kann werktags von 18 bis 22 Uhr nur über die zuführenden Seitenstraßen angeliefert werden. Damit entfällt die grundsätzliche Durchfahrtmöglichkeit in dem übrigen Zeitfenster, um illegale Durchgangsverkehre aus der Fußgängerzone herauszuhalten.
“In der Langstraße zeigen wir beispielhaft, welche praktischen Schritte zu einer kommunalen Verkehrswende beitragen können”, meint der Stadtrat abschließend.

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