Dienstag, 9. August 2022
's Blättsche Lokales "Der 'mainer' ist meiner!"

“Der ‘mainer’ ist meiner!”

In Klein-Auheim und Großauheim auf Abruf unterwegs sein

Bei der Vorstellung des neuen On-Demand-Systems “mainer”: (von links) Thomas Schulte, Dr. André Kavai, OB Claus Kaminsky und Stadtrat Thomas Morlock. Bild: beko

Der Wildpark “Alte Fasanerie” in Klein-Auheim ist künftig einer der 200 Haltepunkte in Klein-Auheim und Großauheim für den neuen “mainer”. Zwei der drei weiß-blauen Shuttle-Fahrzeuge stehen heute vor dem Haupteingang des Wildpark bereit, davor rund um den Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky viele Verantwortliche, die das neue On-Demand-System der HSB vor- und die Vorzüge in einer Pressekonferenz darstellen. Am Freitag, 1. Juli geht es mit dem Angebot los, das für die beiden Auheimer Stadtteile Hanaus die Lücken im ÖPNV schließen sollen. Klingt alles sehr strukturiert und organisiert, keine 15 Minuten Wartezeit, wenn man den “mainer” bestellt und 2.700 Nutzer pro Monat sind angestrebt.

“Wir schlagen damit in Hanau ein neues Kapitel zukunftsweisenden Nahverkehrs auf”, stellt OB Kaminsky in seiner Ansprache heraus und sieht die aktuelle Situation positiv. “Dank der 9-Euro-Tickets stand der ÖPNV selten so im Mittelpunkt der politischen Debatte wie jetzt. Das ist gut so.” Die Anreizkarte habe der HSB bereits mehr als 15.000 mal verkauft. Die Menschen seien grundsätzlich bereit, auf Bus und Bahn umzusteigen. Attraktive Angebote sollen geschaffen werden.

Wildpark “Alte Fasanerie” ist einer der Haltepunkte

So wird der “mainer” auch den Wildpark “Alte Fasanerie” ansteuern, wenn er denn gerufen wird. “Auf Abruf” (on-demand) heißt es dann ab Freitag und schon tags darauf könnte es erste Erfahrungen geben, wenn Großauheimer mit dem “mainer” zum Stadtteilfest nach Klein-Auheim kommen. Die Hoffnung ist damit verbunden, dass der eine oder die andere vom Auto auf den ÖPNV umsteigt. “Ich gehe davon aus, dass der “mainer” bei den Fahrgästen gut angenommen wird.”, sagt der OB.

Fördergelder von Bund und Land ermöglichen das neue Angebot, das ähnlich ausgerichtet ist wie der Hopper im Landkreis Offenbach. “Der RMV baut mit neun kommunalen ÖPNV-Partnern das deutschlandweit größte On-Demand-System auf”, bestätigt der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), Dr. André Kavai. Mehr als 100 Elektro-Fahrzeuge kommen zum Einsatz, das Bediengebiet grenzt an den Landkreis Offenbach.

Hanaus Stadtrat und HSB-Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Morlock dankte dem RMV, ohne dessen Einsatz für Fördermittel des Bundes und des Landes von rund 27 Millionen Euro dieses “Mammutprojekt in Rhein-Main” nicht möglich wäre. Fahrgäste werden werden diese “neue Art der Mobilität schnell schätzen lernen”.

Eine “hohe Kundenzufriedenheit” soll es bereits jetzt in teilnehmenden anderen Städten und Kreisen geben. Ähnliches wusste RMV-Geschäftsführer Thomas Schulte zu berichten. In Großauheim sei die “große Erwartungshaltung zu spüren gewesen”. Beim Stadtteilfest in Klein-Auheim am 2. Juli wird das Projekt auch präsentiert und die Menschen aus der “dörflichen Gemeinde” werden so einige Fragen stellen an die Verantwortlichen.

Viele Informationen zum neuen Projekt gab es vor dem Wildpark-Eingang. Bild: beko

Beispielsweise die, die unser Redakteur vorab in der Pressekonferenz schon mal stellte: “Wenn man nach Hanau zum Arzt oder ins Klinikum muss, wie erleichternd ist es dann, mit dem “mainer” unterwegs zu sein.” Im Sinne einer Wegekette wird man dann nach Hanau geleitet.

Auf “kürzeste Wege und einen Zustieg an fast jeder Straßenkreuzung und an wichtigen Alltagszielen” weist Stadtrat Thomas Morlock hin und erinnert daran Fahrgemeinschaften zu bilden, das sogenannte Pooling-System zu nutzen. Man bestellt den mainer, wenn man fahren will und wenn andere Fahrgäste in die gleiche Richtung wollen, sammelt sie der Shuttle auf dem Weg ein. Und all das digital. Mehr dazu am Ende des Artikels.

Die mainer-Fahrzeuge sind voll elektrisch unterwegs, zum Einsatz kommen drei maximal neunsitzige Kleinbusse, eines der Fahrzeuge ist für barrierefreie Nutzung umgebaut.

Bisher verkehrt die Buslinie 6 südlich des Großauheimer Rochusplatzes und in Klein-Auheim, diese ist ab 1. Juli nur noch im Schülerverkehr unterwegs. Wenige Stunden noch, dann startet zumindest offiziell das Projekt mainer und die Verantwortlichen freuen sich darauf. Die Menschen in Klein-Auheim und Großauheim warten gespannt auf das Angebot und man wird schauen müssen, wie die Akzeptanz sein wird. Hanaus OB jedenfalls wünscht der HSB und dem RMV, dass “sich die Fahrgäste künftig sagen: Der “mainer” ist meiner.”.

Unterwegs von montags bis sonntags von sechs Uhr bis Mitternacht

Weitere Informationen auf www.mainer-hanau.de

Infobox
Buchungs-APP “RMV On-Demand” nutzen. In der Buchungs-APP wählt man Abfahrtszeit, Start und Ziel sowie Details zu eventuellen Mitfahrern, Ermäßigungen oder die Rollstuhl-Option. Der mainer hat keine klassischen Haltestellen, rund 200 Zu- und Ausstiegspunkte finden sich an fast jeder Straßenkreuzung und an wichtigen Alltagszielen wie Geschäften, Apotheken, Arztpraxen, Gaststätten und Bahnhöfen, die bei der Buchung zur Verfügung stehen.
Bezahlt wird bargeldlos über EC-Karte, Kreditkarte oder Pay Pal in der APP oder beim Fahrpersonal. Der Tarif setzt sich aus einem Grundpreis (3,30 Euro) und einem Komfortzuschlag zusammen. Wer einen RMV-Fahrschein besitzt (oder auch das 9-Euro-Ticket) bezahlt nur einen Zuschlag von 1,50 Euro, das gilt auch für Mitfahrende und Kinder bis 14 Jahren. Kinder unter sechs Jahren sind kostenfrei.
Ist die Fahrt gebucht und bezahlt, ist der mainer in der Regel in weniger als 15 Minuten bei Haltepunkt. Wer keine APP besitzt, kann den mainer telefonisch bestellen unter 06181 – 3008877. Dazu ist vorher eine einmalige Registrierung in der RMV-Mobilitäts-Zentrale am Hanauer Freiheitsplatz notwendig. Der mainer ist montags bis sonntags von etwa sechs Uhr bis Mitternacht unterwegs.

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