Sonntag, 7. August 2022
's Blättsche Lokales Hitze so lebensgefährlich wie Kälte

Hitze so lebensgefährlich wie Kälte

Wohnungslose Menschen durch Hilfesysteme unterstützen

Hohe Temperaturen, anhaltender Sonnenschein, kaum Erfrischung: Die anhaltende Hitzewelle stellt für viele Menschen eine Belastung dar. Doch während viele zumindest zuhause vor dem Ventilator oder beim Besuch im Schwimmbad ein wenig Abkühlung bekommen, ist die derzeitige Wetterlage für wohnungslose Menschen eine besondere Herausforderung: „Sie sind auf Unterstützung aus den Hilfesystemen angewiesen“, erklärt Straßensozialarbeiter Marius Kümmel vom Franziskus-Haus. „Aber auch jeder Bürger und jede Bürgerin kann helfen.“

Wenn es im Winter frostig und kalt ist, ist das öffentliche Bewusstsein für die Situation wohnungsloser Menschen groß, stellt Kümmel fest.

„Zum Glück, denn ohne die entsprechende Unterstützung könnten sonst Menschen erfrieren.“

Aber auch im Sommer drohen erhebliche gesundheitliche Risiken, wie seine Kollegin Petra Sieg feststellt: „Immer höhere Temperaturen und länger anhaltende Hitzeperioden beeinflussen den Tagesablauf von Menschen ohne festen Wohnsitz stark.“

Sie sind der Hitze schutzlos ausgeliefert, können oftmals an keinen kühlen Ort flüchten oder sich eine kalte Dusche zur Erfrischung gönnen.

Passende Kleidung zum Wechseln ist oftmals Mangelware, ebenso wie der dauerhafte Zugang zu Trinkwasser in den entsprechenden Mengen. Bei Temperaturen von 38 Grad und mehr kann Hitze damit genauso lebensgefährlich werden wie die Kälte im Winter.

Die beiden Straßensozialarbeiter des Franziskus-Hauses Hanau fahren deshalb mehrmals wöchentlich ins Stadtgebiet, verteilen Wasser und Sonnencreme oder schützende Mützen und Käppis an Obdachlose.

„Aber wir können leider nicht überall sein“, stellen Kümmel und Sieg fest. Aus diesem Grund brauche man auch jetzt die Unterstützung aus der Bevölkerung. Oft sind es dabei schon Kleinigkeiten, mit denen man den Menschen auf der Straße helfen kann: „Eine Flasche Wasser hilft gegen den Durst. Sonnencreme schützt vor Verbrennungen und Sonnenbrand und der Hinweis, sich in den Schatten zu begeben ist bei glühender Sonne immer gut“, zählt Kümmel beispielhaft auf.

Und auch ein Lächeln oder ein freundliches Hallo sei stets eine schöne Geste und vermittelt den Menschen das Gefühl dazu zu gehören, wie Sieg ergänzt.

Bei Fragen können sich Bürger gerne auch an die Mitarbeiter des Franziskus-Hauses wenden.

Auch über Trinkflaschen, Sonnencremes oder Mützen, die man an die Bedürftigen weiter verteilen kann, freue man sich immer sehr. „Wir bedanken uns bei allen, die uns hier unterstützen und dabei helfen, die aktuelle Hitzewelle für die wohnungslosen Menschen zumindest etwas ertragbarer zu machen.“

Infobox
Das Franziskus-Haus ist eine ganzjährig geöffnete Einrichtung der Ökumenischen Wohnungslosenhilfe in Trägerschaft des Caritas-Verbandes für den Mainz-Kinzig-Kreis. Es bietet wohnungslosen Menschen Beratung, Unterkunft und Essen sowie Kleidung. Die sozialpädagogische Arbeit im Übergangswohnheim unterstützt die Menschen bei der Erreichung persönlicher Ziele. Bei Bezug von eigenem Wohnraum ist eine Begleitung durch das Betreute Wohnen möglich. Nähere Informationen über das Franziskus-Haus erhalten Sie unter der Telefonnummer 06181 – 3609-0 oder auf der Homepage www.franziskus-haus-hanau.de
Anschrift: Matthias-Daßbach-Straße 2, 63450 Hanau
Spendenkonto: Sparkasse Hanau, IBAN DE03 5065 0023 0000 0987 49.

- Werbung -
Habt Ihr Themen für die ihr euch einsetzen wollt oder „Aufreger“ die euch auf den Nägeln brennen? Dann schreibt uns eine Mail an redaktion@blaettsche.de. – Bock dabei zu sein? Infos zu Onlinewerbung unter marketing@blaettsche.de

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein