Dienstag, 5. März 2024
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Gemeinsam für mehr Sicherheit in der Stadt im Einsatz

Tagung der ersten Sicherheitskonferenz in Obertshausen

Schon heute sei Hessen eines der sichersten Länder im Bundesvergleich – so ist es dem Vorwort des Hessischen Ministers Peter Beuth in einer Broschüre zu “Kompass” zu entnehmen. Dies würden die Fallzahlen der Polizei belegen. Doch wie verhält es sich mit dem Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger? Und ganz konkret in Obertshausen?

Seit Dezember 2019 ist Obertshausen Teil von „Kompass“. Als 65. Kommune ist die Stadt dem „KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel“ beigetreten. Mit der ersten Sicherheitskonferenz, die kürzlich im Sitzungssaal des Rathauses an der Schubertstraße getagt hat, ist Obertshausen den nächsten Schritt auf dem Weg zum Sicherheitssiegel gegangen.

Zur ersten Sicherheitskonferenz haben sich Vertreter aus Gremien, Verwaltung und Vereinen gemeinsam mit der Polizei getroffen, um über geeignete Maßnahmen für mehr subjektive Sicherheit in Obertshausen zu sprechen. Bild: privat (Christina Schäfer/Stadt Obertshausen)

Ein Ziel der Sicherheitsinitiative Kompass ist die Sicherheitsarchitektur individuell weiterzuentwickeln. Gemeinsam arbeiten die Partner aus Kommune, von der Polizei und aus der Bürgerschaft sowie weitere gesellschaftliche Akteure an Konzepten, die dann vor Ort umgesetzt werden sollen. Im Herbst 2020 hat die Stadtverwaltung im Rahmen von Kompass Bürger zum Thema „Sicherheit in Obertshausen“ befragt. Dabei ging es schwerpunktmäßig um das subjektiv wahrgenommene Sicherheitsempfinden.

Ein Jahr später folgte eine repräsentative Umfrage. Diese wurde ebenfalls von der Professur für Kriminologie der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt und beschäftigte sich unter dem Stichwort „Sicherheitsgefühl“ mit den Sorgen und Ängsten der Bevölkerung.

In der ersten Sicherheitskonferenz in Obertshausen stellten Stabsbereichsleiter Marc Sachs (Polizeipräsidium Südosthessen) und Kompass-Beraterin Lena Köhler (Polizeipräsidium Südosthessen) die Sicherheitsinitiative Kompass vor. Seitens des Dienststellenleiters Marc Heinl (Polizeistation Heusenstamm) sowie des „Schutzmann vor Ort“ Markus Eisert (Polizeistation Heusenstamm) wurde im Anschluss auf die Kriminalstatistik sowie auf verschiedene Problemlagen in Obertshausen aus Sicht der Polizei eingegangen.

„Wir leben hier doch sehr sicher“, teilt Marc Heinl mit, „und sind auf einem guten Weg.“ Dies zeige sich auch anhand der aktuellen Kriminalstatistik, auch wenn dem das subjektive Sicherheitsgefühl entgegensteht. So sind zum Beispiel keine erhöhten Fallzahlen für den Bahnhofsbereich in Obertshausen zu verzeichnen.

Den Blick aus Sicht der Ordnungsbehörde präsentierte Markus Albert (stellvertretender Fachbereichsleiter für Bürger, Ordnung und Verkehr) an diesem Abend. Er berichtete unter anderem vom Ergebnis der repräsentativen Umfrage. So zeigten sich dort beispielsweise der Bahnhof, Grünanlagen, Supermärkte, die Brücke über die B448 sowie Industriegebiete als „Angst-Orte“. Weiter nannten die Befragten damals das Verhalten von Gruppen von Jugendlichen sowie das Thema Müll/Sauberkeit als Faktoren, die das subjektive Sicherheitsempfinden beeinflussen.

Damit sich Obertshausener Bürgerinnen und Bürger in der Stadt sicher fühlen, dafür ist für die Ordnungsbehörde das Team der Stadtpolizei mit aktuell sechs Ordnungspolizeibeamten sowie zwei Verkehrsüberwacherinnen im Einsatz. Zudem sind vier der sechs Stellen für den Freiwilligen Polizeidienst besetzt. Sieben Kameras überwachen den S-Bahnhof. Zur weiteren Ausrüstung gehören unter anderem ein Enforcement-Trailer zur Verkehrsüberwachung sowie 16 Geschwindigkeitsmesstafeln.

Für mehr Sicherheit und Ordnung sorgen vor allem Kontrollen, doch auch mit präventiven Maßnahmen lässt sich viel bewirken. An diesem Punkt setzt das Programm KOMPASS an und bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, um das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger, sowie die objektive Sicherheit zu steigern.

Im Anschluss an die Präsentationen durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Obertshausener Sicherheitskonferenz in drei Arbeitsgruppen (AG) aktiv werden: AG Angst-Orte, AG Müll/Sauberkeit, AG Jugendliche. Gemeinsam sammelten die Mitglieder der Arbeitsgruppen Ideen, wie man die Problemfelder angehen kann, um auch so für ein größeres Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung zu sorgen. Im Plenum stellten die Gruppensprecher diese dann vor.

Die Arbeitsgruppe, die sich mit Angst-Orten beschäftigte, definierte als Problembereiche die Bahnhofsunterführung, Supermärkte und Wege, die aufgrund ihrer Begrünung schlecht einsehbar sind. Verbessern könnte man die Situation durch bessere Sichtbarkeit, bessere Beleuchtung und durch die Schaffung von Orten, wo man sich treffen und Verweilen kann.

Um das Verhältnis zu Gruppen von Jugendlichen zu verbessern, schlägt die AG Jugendliche den Austausch zwischen Jugendlichen und Erwachsenen/Senioren vor.

Die AG Sauberkeit bemängelte vor allem Haus- und Gewerbemüll in der Natur, überfüllte Papiercontainer und Hundekot beispielsweise auf Spielflächen für Kinder. Zur Prävention schlugen sie an diesem Abend regelmäßige Aufklärungskampagne vor, Präventionsarbeit in Kindertagesstätten, Hinweisschilder (zum Beispiel „Hier spielen Kinder“) oder zusätzliche Hundekotbeutelspender im Stadtgebiet vor.

Bei Folgeterminen vor Ort betrachten die Arbeitsgruppen die einzelnen Themenfelder noch genauer. Die erlangten Erkenntnisse werden ebenfalls in den Prozess zur Erarbeitung der individuell zugeschnittenen Maßnahmen einfließen. Die erarbeiteten kurzfristigen, mittelfristigen sowie langfristigen Maßnahmen werden sodann in einer weiteren Sicherheitskonferenz vorgestellt. Bis zur Verleihung des Sicherheitssiegels müssen mindestens drei Präventionsmaßnahmen vor Ort umgesetzt werden.

„Wir müssen jetzt intensiv in die Arbeitsphase gehen, um Präventionsmaßnahmen zu finden, die sich vor Ort umsetzen lassen und so zu einem besseren Sicherheitsempfinden beitragen“, sagt Bürgermeister Manuel Friedrich. „Über das große Interesse an der ersten Sicherheitskonferenz von Vertreterinnen und Vertretern aus Gremien, Verwaltung und Vereinen freue ich mich sehr. Jetzt gilt es im Sinne der Stadtgesellschaft an konkreten Maßnahmen für Obertshausen zu arbeiten.“

Auch Vertreter der Deutschen Bahn und der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach waren bei der ersten Sicherheitskonferenz in Obertshausen dabei.

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