Samstag, 13. April 2024
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Rücksicht nehmen auf andere Verkehrsteilnehmende

Probleme mit und in verkehrsberuhigten Bereichen

Verkehrsberuhigte Bereiche werden oft auch als „Spielstraßen“ bezeichnet und sind sogenannte Mischflächen, die von Fußgängerinnen und Fußgängern, Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern sowie spielenden Kindern gleichzeitig benutzt werden dürfen. Dort haben Fußgänger und spielenden Kindern jedoch grundsätzlich Vorrang. Bürgersteige gibt es dort nicht.

Woran erkennt man diese Bereiche? Blaue Schilder mit weißen Piktogrammen von Haus, Straße, Auto, Fußgänger und spielendem Kind markieren Anfang und Ende des verkehrsberuhigten Bereichs.

Innerhalb dieser verkehrsberuhigten Bereiche gilt:
Fußgänger dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite nutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt. Außerdem müssen Autofahrende Schrittgeschwindigkeit fahren. Die Fahrzeugführer dürfen Fußgänger weder gefährden noch behindern. Die Fußgänger dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig behindern. Das Parken ist außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen unzulässig. Zum Be- oder Entladen, zum Ein- oder Aussteigen und zum Halten (bis zu drei Minuten) können auch nicht gekennzeichnete Flächen genutzt werden.
Beim Verlassen eines verkehrsberuhigten Bereichs ist Vorfahrt zu gewähren.

„In den sogenannten Spielstraßen wird eben auch gespielt. Wer sich dort nicht an die Regeln hält, gefährdet am Ende vor allem die Kinder und schwächere Verkehrsteilnehmer“, erklärt Bürgermeister Manuel Friedrich.

Die Fläche eines verkehrsberuhigten Bereiches ist eine „Mischfläche mit Aufenthalts- und Erschließungsfunktion“. Fußgänger und spielende Kinder haben keine gesonderten Schutzbereiche, wie Fuß- oder Gehwege, sondern dürfen die gesamte Verkehrsfläche nutzen. Dabei ist die Rücksicht der Fahrzeugführer gefordert. Erlaubt ist in diesen Bereichen Schrittgeschwindigkeit. Gemeint ist damit rechtlich eine Geschwindigkeit von vier bis sieben Kilometer pro Stunde. „Wer schneller fährt, verhält sich ordnungswidrig und kann verwarnt und mit einem Verwarn- oder Bußgeld belegt werden“, erklärt Manuel Friedrich. Im Jahresverlauf ist unter anderem die Anschaffung eines weiteren mobilen Blitzgeräts vorgesehen. Dazu wurden vereinzelt wie in den verkehrsberuhigten Bereichen der Waldstraße oder Fröbelstraße Geschwindigkeitstafeln platziert, die auf die Schrittgeschwindigkeit hinweisen.

Auch wer nicht in den Markierungen parkt, verhält sich falsch und gefährdet andere Verkehrsteilnehmende: Das Parken außerhalb von gekennzeichneten Flächen führt häufig zu Behinderungen. Oftmals verbleiben neben den ordnungswidrig abgestellten Fahrzeugen weniger als drei Meter Fahrbahnbreite, so dass damit auch gegen das gesetzliche Halteverbot an engen und/oder unübersichtlichen Straßenstellen verstoßen wird. Eine solche Engstelle bereitet Versorgungsfahrzeugen wie der Müllabfuhr erhebliche Probleme. Und auch Feuerwehrfahrzeuge und Rettungswagen kommen im Notfall nicht mehr oder nur sehr schwer durch. Das kostet im Einsatz wertvolle und lebenswichtige Zeit.

Aufgrund der Problematik prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Obertshausen weiterhin jeden verkehrsberuhigten Bereich im Stadtgebiet. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Ausgestaltung und den vorhandenen Markierungen. In der Vergangenheit wurden verkehrsberuhigte Bereiche oft mit verschiedenfarbigen Pflasterungen versehen. Was nett aussieht gestaltet sich in der Praxis aber oft problematisch. „Häufig ist es für Verkehrsteilnehmer nicht nachvollziehbar, was die unterschiedlichen Pflasterungen aussagen sollen. So werden zum Beispiel angedeutete Gehwege irrtümlich als Parkflächen angesehen – und auch als solche genutzt“, erklärt Cornelia Knoke, Leiterin des Fachbereichs Bürger, Ordnung und Verkehr.

Um für mehr Klarheit in den verkehrsberuhigten Bereichen in Obertshausen zu sorgen, kommen alle „Spielstraßen“ auf den Prüfstand. „Soweit nicht schon vorhanden, werden Parkflächenmarkierungen aufgebracht, damit für die Verkehrsteilnehmer, aber auch für Polizei- und Ordnungsbehörden klar ist, wo geparkt werden darf und wo nicht“, sagt Cornelia Knoke. Parallel wurde für den Stadtteil Hausen ein Parkraumkonzept beauftragt, was ebenfalls neue Rückschlüsse für diese und andere Verkehrsbereiche geben wird.

So hofft Rathaus-Chef Manuel Friedrich, dass alle Verkehrsteilnehmenden aufeinander Rücksicht nehmen: „Das erleichtert das Zusammenleben und sorgt auch für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr, besonders für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Kinder.“

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