Dienstag, 11. Mai 2021
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Wieder Hochwasser erwartet

Steigende Pegel zum Wochenende / Lagebesprechung in Hanau

Auch am Altmainarm unterhalb des Steinheimer Schlosses und des Zolltürmchens war in den neunziger Jahren Hochwasser. Bild: beko

Auch wenn die Pegel der kleinen Flüsse zuletzt etwas sanken, ist das Thema “Hochwasser” noch nicht abzuhaken. Tauwasser aus den Bergen sowie kräftige Regenfälle in diesen Tagen sorgen nach kurzfristiger Entspannung und Aufatmen in der Region wieder für Überschwemmungen. Alles andere als stabil ist also die Lage, spätestens heute und am Mittwoch könnten anhaltende Regenfälle und einsetzende Schneeschmelze wieder dafür sorgen, dass Kinzig und Main anschwellen und weiter über die Ufer treten. Bis Mittwochabend , so erwarten Wetterexperten werden etwa 20 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet, die Temperaturen liegen leicht über zehn Grad, am Mittwoch noch etwas mehr.

Die Hoffnung ist groß, dass es nicht wieder ein “Jahrhundert-Hochwasser” gibt wie etwa 2014 und 2016 in unserer Region verzeichnet. Bilder von noch früheren Jahren zeigen annähernd das Ausmaß des Hochwassers in den Stadtteilen.

Aktuell gibt es dazu folgende Pressemeldung der Stadt Hanau vom Mittwochabend:

Noch herrscht in Hanau an Main und Kinzig in Sachen Hochwasser dank leicht sinkender Pegel eine entspannte Lage. Doch zum Aufatmen ist es noch viel zu früh. In dieser Bewertung waren sich die Mitglieder des Führungsstabes nämlich ebenso einig wie in der Einschätzung, dass die angekündigten Regenfälle zum Wochenende wieder für steigende Wasserstände an den beiden Flüssen sorgen werden. Erste Maßnahmen wie das Schließen von Hochwasserschranken wurden bereits veranlasst. Vorräte mit Sandsäcken, die zum Schutz vor den Fluten dienen, wurden bereits angelegt. Regelmäßige Kontrollfahrten entlang der kritischen Stellen gehören inzwischen zum Tagesprogramm.

Um sich ein umfassendes Lagebild zur aktuellen Hochwassersituation in und um Hanau zu verschaffen, hat Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Mittwochnachmittag an der täglich stattfindenden Besprechung des Führungsstabs in der Hauptfeuerwache teilgenommen. Dabei stand vor allem auch der Ausblick für ihn im Fokus, mit welchen Szenarien die Fachleute beim Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) und der Feuerwehr für die nächsten Tage rechnen und wie die konkreten Vorbereitungen dafür aussehen. Gleichzeitig dankte er allen Kollegen, die bereits seit dem letzten Wochenende zahllose Stunden im Einsatz waren und sind, um die Lage an den Flüssen im Blick zu behalten. “Das dürfen wir nicht allein einem Computer überlassen.”

Dass die Entscheidung über notwendige Sicherungsmaßnahmen nicht einer theoretischen Faktenlage und der Berechnung von Computermodellen überlassen bleibt, sondern “der menschliche Sachverstand das letzte Wort hat”, ist dem Hanauer OB besonders wichtig. Denn, erinnerte er an die Fehlbarkeit von Technik, es seien auch schon technikgläubige Autofahrer im Fluss gelandet, weil das Navigationsgerät dort eine Brücke angezeigt hatte.

Anwohner sollen Vorsorge treffen

Auch wenn der Anblick einer großen Seenlandschaft, wie er sich derzeit beispielsweise entlang der Oderstraße oder auch in der Bulau bietet, im ersten Moment besorgniserregend wirken könne, sei “das Wasser an diesen Stellen genau dort, wo wir es haben wollen”, erläuterten die Fachleute von HIS. Diese Flächen seien als Rententionsräume ausgewiesen, die dazu dienten, dass sich dort Hochwasser ansammeln und langsam abfließen könne. Damit wird die Fließgeschwindigkeit verringert und der Hochwasserabfluss verzögert.

Dennoch sollten Anwohner in Bereichen, wo es in der Vergangenheit bereits Überschwemmungen bei Hochwasser gab, die Zeit nutzen. Ohne unnötige Ängste schüren wollen, so der OB, rufe er ausdrücklich die Betroffenen in den Überschwemmungsgebieten entlang des Mains und der Kinzig auf, schon jetzt entsprechende Vorsorge zu treffen und die Grundstücke zu sichern. “Mobiliar oder andere bewegliche Güter sollten vorsichtshalber in Sicherheit gebracht werden, bevor eventuelle Überschwemmungen eintreten.” Auch gelte nach wie vor seine Entscheidung, dass die Baumärkte und Baustoffhandel trotz der Corona-Verbote den Bedarf an Hochwasser-Schutz auch an Privatpersonen verkaufen dürften. “Sollte eine Situation eintreten, von der wir nach aktueller Einschätzung aber nicht ausgehen, dass die Versorgung mit Sandsäcken über die Geschäfte nicht ausreicht, sind wir gewappnet und können kurzfristig einspringen.”

Schließlich haben die Fachleute von HIS auf ein weiteres Problem hingewiesen, das sich aus dem Hochwasser ergibt. Da auch die Kanalisation inzwischen vollgelaufen ist, sollten Hausbesitzer unbedingt vorhandene Rückschlagventile auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen, um zu verhindern, dass diese im Fall der Fälle ihren Dienst versagen und Wasser ungehindert ins Haus eindringen kann.

Aktuelle Hochwasser-Fotos aus der Region stellte unser Technik-Mitarbeiter Nils Bauer zur Verfügung. Bilder: niba

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