Freitag, 23. April 2021
's Blättsche Geschichte Klanaamer Geschichte: Die Wiege des HGV stand in der Wohnung des Rektors

Klanaamer Geschichte: Die Wiege des HGV stand in der Wohnung des Rektors

Geschichte(n) aus der Region

Es erfordert einen enormen Zeitaufwand, immer wieder mal in die Geschichte unserer Region einzutauchen. Aber: Es tut gut und es ist außerordentlich interessant. Vielfach hat unser Redakteur in den zurückliegenden fast 50 Jahren auch die Geschichte Klein-Auheims und Steinheims beleuchtet, darüber geschrieben, Sonderseiten veröffentlicht und Dinge ans Tageslicht gebracht, die ihm von Menschen erzählt wurden. Manches ist irgendwo niedergeschrieben, manches bringt sogar neue Aspekte hervor. Regelmäßig will die Redaktion unseres Regionalportals „Geschichte von früher“ aufgreifen, gelegentlich ergänzen und einladen, daran mitzuwirken. Wer also zu unserer Serie beitragen kann und will, ist herzlich dazu eingeladen, uns eine E-Mail zu senden (oder auch von Enkelkindern senden zu lassen). Wir werden in loser Folge unsere Artikel und auch Bilder veröffentlichen.

Sorgte in den ersten Jahren des Vereins immer wieder für entsprechende Werbung: Horst Carius, einst Bankdirektor in der Klein-Auheimer Filiale der Bezirks-Sparkasse Seligenstadt. Bild: beko

Start ist heute mit einem Blick auf den Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Klein-Auheim, der vor 35 Jahren gegründet wurde. Noch lebende und bereits verstorbene Mitglieder haben großen Anteil daran, dass es diesen Verein gibt, der zum einen Vorreiter war für andere ähnliche Vereine in der ganzen Region, zum anderen einen Blick geworfen hat auf bestehende Vereine mit diesen Interessen.

In der Wohnung des im Februar 1996 verstorbenen Rektors Albert Schneider trafen er selbst, Bert Worbs, Horst Carius, Wilhelm Eckrich und Helmut Simon vor rund 35 Jahren die entscheidenden Vorbereitungen, um einen Klein-Auheimer Verein ins Leben zu rufen, der es sich zur Aufgabe machte, wertvolle alte Sitten und Bräuche den Nachkommen weiter zu geben.

Rektor Albert Schneider gehörte mit zu den Gründern des Heimat- und Geschichtsvereins Klein-Auheim. Er starb 1996. Bild: beko

Am 20. Juni 1986 trafen sich 32 Männer und Frauen im Kollegraum der Großsporthalle, wo Albert Schneider die Aufgaben und Ziele des Heimat- und Geschichtsvereins vorstellte. Durch ihre Unterschrift haben die Anwesenden dann ihre Mitgliedschaft zum neuen Verein erklärt und Bert Worbs wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde der Klein-Auheimer Rektor Helmut Simon, Albert Schneider fungierte als Schriftführer und als Kassierer wurde Horst Carius gewählt. Erste Beisitzer des neu gegründeten Vereins waren Wilhelm Eckrich, Sabine Lotz und Anna Wagner.

In verschiedenen Gruppen starteten die Auheimer mit ihrer Arbeit. Als „harter Kern“ blieb allerdings vorerst nur der Arbeitskreis „Mundart“ übrig, der bis heute vor allem durch die Babbelnachmittage bekannt ist.

Durch jahrelange Veröffentlichungen über das Vereinsleben vor allem in der HEIMAT-POST wurde der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) Klein-Auheim über die Auheimer Grenzen hinaus bekannt und auch die Mitgliederzahl wuchs schon Ende der Achtziger Jahre bemerkenswert. Letztlich die Beliebtheit der Babbelnachmittage, von Beginn an durch begleitende Reportagen in der kürzlich eingestellten HEIMAT-POST unterstützt, trug zum großen Bekanntheitsgrad bei.

Für weitere Schlagzeilen sorgte Anna Wagner, die ihre Arbeit im Hanauer Geschichtsverein begann und ihre Ideen in Klein-Auheim einbrachte. Auch wenn anfangs viele mit einem Lächeln auf den Lippen die „Ausgrabungsarbeiten“ im neuen Baugebiet Pfützenweg anno 1987 registrierten: Ehrenmitglied Anna Wagner gehörte zu den Aktiven, die dem Heimat- und Geschichtsverein seinen positiven Ruf einbrachten.

Und dazu zählten vor allem auch an erster Stelle Wilhelm Eckrich, der 1990 den Vorsitz übernahm und ab 1991 Schriftleiter der Hefte „Beiträge zur Heimatgeschichte“ war, Rektor Helmut Simon, Bert Worbs, Horst Carius und Albert Schneider.

Ein Bild aus alten Tagen. Klein-Auheims Rektor Helmut Simon (rechts) damals mit seinem Konrektor Hartmut Wurzel aus Seligenstadt. Bild: beko

Viele Jahre engagierte sich dann auch Maria Grimm als Vorsitzende beim Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim, fleißig unterstützt von Herbert Huber, der nach seiner Pensionierung als Magistratsrat im Amt für Wissenschaft und Kunst von Frankfurt nach Klein-Auheim zog und 14 Jahre lange viel Struktur in die Vereinsarbeit brachte. Gemütlich traf man sich im alten Rathaus an der Schulstraße/Ecke Schönfelder Straße in den oberen Räumen, die ersten legendären Babbelnachmittage starteten im Erdgeschoss gleich am Rathauseingang rechts.

Dort war es auch, wo eines Tages die Idee für eine kleine Ausstellung geboren wurde und im Laufe der nachfolgenden Gespräche das Fundament für das ZefO, das Zentrum für Ortsgeschichte, gelegt worden ist.

Das Engagement wuchs, neue Leute kamen hinzu mit ihren Ideen, Robert Neudecker war immer wieder der “gefragte Mann für alte Geschichten von früher“, Rainer Welzbacher zog als Nachtwächter durchs Ort und erklärte auch Neuzugezogenen, was die Klanaamer früher erlebten. Als Zeitzeuge war Karl Schröder immer wieder zu Gast und die Klanaamer erzählten frei von der Leber weg ihre Geschichte aus ihrem Dorf.

Das bekannte Äbbelschlabbe-Fest war geboren, Krippenausstellungen wurden in engsten Räumlichkeiten angeboten. Aber gemütlich war’s allemal.

Herbert Huber war über viele Jahre ein wichtiger Mitarbeiter im Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim. Bild: beko

„Ein richtiges Museum“ war immer der Traum der HGVler und nach Jahren des Vertröstens von Seiten der Stadt schaltete die Ampel dann doch von rot auf gelb, 2019 auf grün. Unter der Federführung des Vorstandes um Gerhard Jäger und der Projektleitung des Museums durch den ehemaligen evangelischen Pfarrer Klein-Auheims, Detlef Hellmann, konnte am 23. Juni 2019 (also fast auf den Tag genau 33 Jahre nach der Gründung des Heimat- und Geschichtsvereins) die Kulturstätte am Main mit dem Namen „Radwerk“ eröffnet werden. In den Räumen von Seppl Weilbächers ehemaliger Ingra-Druckerei tat sich Wundersames, ein richtiges Miteinander mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen war angesagt, wenn man mal von der derzeitigen Corona-Pandemiezeit absieht.

Schon neun Monate nach der Eröffnung hatte jemand die guten Kontakte und das Hessische Kultusministerium zeichnete das „Radwerk“ als „Museum des Monats März“ aus.

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