Sonntag, 7. August 2022
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Das letzte Staanemer Prinzenpaar vor der Pandemie – und wie geht’s jetzt weiter?

Steinheimer Karnevalgesellschaft wollte eigentlich den 70. Geburtstag närrisch feiern

Nicht für etwas trainieren und das dann auch noch vorführen? Nein, natürlich geht das nicht. Unvorbereitete Tanzgruppen und Redner – das wäre zwar mal etwas anderes und bestimmt auch witzig, aber wahrscheinlich nicht erfolgsversprechend.

Mit dieser harten Erkenntnis musste sich auch die 1. Steinheimer Karnevalgesellschaft (SKG) schon im Sommer anfreunden. Wegen des ersten Lockdowns war es kaum möglich gewesen, zu trainieren. Wie auch? Live war es verboten und das mit den Videokonferenzen ist nach dem Vorsitzendem Heiko Lipke “einfach nicht das Wahre”. Ruckelnde Bildschirme, überforderte Mitglieder gerade im hohen Alter und dafür auch noch ein hoher Kostenaufwand, wirklich einladend klingt das nicht.

„Fastnachter ist immer enttäuscht, wenn er nicht feiern kann, wie er will“

Heiko Lipke, SKG

Abgesehen davon, dass ein „Fastnachter immer enttäuscht ist, wenn er nicht feiern kann, wie er will“ seien die Reaktionen auf die Entscheidung des Vorstands und der Abteilungsleiter, die Saison in diesem Jahr ausfallen zu lassen, aber im Rahmen geblieben.

Immerhin gab es schließlich “noch nicht so viel zum in die Tonne kloppen, es wurde ja kaum etwas vorbereitet”. In die Idee der Stadt Hanau, eine Gemeinschaftssitzung mit allen Hanauer Fastnachtsvereinen im Congresspark Hanau abzuhalten, ist natürlich auch die SKG eingeweiht worden.
Es sei zwar gut, dass es Lösungsideen gebe und die Stadt sämtliche Kosten übernehmen würde, sich nun aber auch noch mit mehreren Vereinen per Videokonferenz abzusprechen und gemeinsam vor einem Computerbildschirm zu proben, stellt sich Lipke schwierig vor.

Doch es sind nicht nur die Sitzungen, die ausfallen. Auch wurde dieses Jahr kein neues Prinzenpaar in sein Amt gehievt, obwohl die SKG in dieser Saison ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Zwar ist es befremdlich, einen Geburtstag nach mehr als einem Jahr nachzufeiern, wahrscheinlich wird es aber so kommen, überlegt Lipke.
Stattdessen amtiert noch immer das vorherige Prinzenpaar , das Lipke liebevoll als „Corona-Prinzenpaar“ bezeichnet, mit André I. und Stephanie I.. Und eigentlich hat er damit auch Recht. Das Prinzenpaar geht schließlich nicht nur, wie alle anderen auch, wegen ausgelassenen Feiern oder einem schwungvollen Winken in die Geschichte ein, sondern eben auch, weil es das letzte vor der Pandemie war.

Kein Ende der Sitzungsfastnacht?

„Nein.“ Ist dann Lipkes einfaches Statement dazu, ob die Corona-Pandemie das Ende der Sitzungsfastnacht sei.
Er ist fest davon überzeugt, dass man, wenn es dann wieder geht, ganz normal weitermachen könne. Dafür bräuchte man auch gar kein großes „Drum-Rum“, denn die Leute wollen gerne raus und sobald das wieder geht, werden sie das mit Sicherheit auch tun.
Für das Nachfeiern des 70. Geburtstags müsse man sich zusammensetzen und sich beraten, damit dieser – wenn auch ein Jahr später – nicht zu kurz kommt.

Bei der SKG hofft man nun darauf, dass im nächsten Jahr wieder alles stattfinden kann. Der Steinheimer Weihnachtsmarkt , das Bundes-Äppelwoifest und natürlich die nächste Fastnachtskampagne sind, auch wenn man sie nicht alle der Fastnacht zuordnen kann, von der SKG organisiert und diese möchte ihrer gesellschaftlichen Pflicht in Steinheim dann, wenn es wieder geht, auch gerne nachkommen, um das Gesellschaftliche nicht noch weiter , wie Lipke es passend ausdrückt, „flöten gehen zu lassen“.

In der kommenden Woche am Donnerstag ist dann in unserer Rubrik die KG Klein-Auheim an der Reihe. Bilder: privat

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