Mittwoch, 28. September 2022
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Wenn das Wörtchen “wenn” nicht wär…

Anmerkungen rund um vernünftige und unvernünftige Menschen im Lockdown / Mit meinen Augen gesehen

Ach ja! Da hat’s die Ulrike mal auf den Punkt gebracht im ZDF-heute-journal. Die Chef-Virologin der Technischen Universität München sagt im ZDF-Interview, dass es keine schärferen Maßnahmen bräuchte – wenn sich alle an die Beschränkungen halten würden.

Das war doch mal der wichtigste Satz der vergangenen zehn Monate von Prof. Ulrike Protzer im ZDF. Ob die Betonung dabei auf “wenn” lag, kann man nicht zweifelsfrei heraushören. Denn dieses Wörtchen “wenn” spielt seit Monaten eine gewichtige Rolle während der Corona-Pandemie, deren ersten Lockdown der Autor dieser Zeilen gerade erlebt. Richtig gelesen. Den “ersten”. Deshalb, weil er beim eigentlichen ersten Lockdown ohnehin in der Reha sozusagen “ausgesperrt” war von der Außenwelt.

Und wie war das am Anfang. Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Damals im März/April 2020 Abstand halten, Händewaschen und die meisten Menschen hielten sich daran. Vielleicht weil’s was Neues war. Schnell war der Begriff Pandemie über den Sommer hin vergessen. Alles war wie immer. Alles?

Und jetzt? Im Januar 2021. Jetzt diskutiert man (wer?) immer wieder über das Thema Pandemie und wer doch wann was wie falsch geplant, gesagt oder getan hat. Immer wieder gibt es erhebliche Rückschläge, obgleich namhafte Virologen (und die gibt es ja zuhauf) sagen, dass “man Viren in den Griff bekommen kann, wenn…” Da ist es wieder diesen Wörtchen mit den vier Buchstaben. Schulen können längst wieder ganz aufmachen, wenn sie die Hygieneregeln in den Griff bekämen. Wenn!

Nicht nur einheitlich beschließen, auch einheitlich umsetzen

Längst wäre die Virus-Pandemie (und jetzt noch die befürchtete Mutation) kein Thema mehr, wenn (!) man die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen könnte. Einige wenige, die allerdings bis vor Kurzem sehr lautstark auftraten (kommen da jemand Vergleiche in den Kopf?), haben das mit dem Lockdown noch nicht verstanden. Für die gibt es immer noch ein paar zusätzliche Regeln.

Längst wären wir etliche Schritte weiter, wenn (!) die Politik die Maßnahmen nicht nur einheitlich beschließen, sondern wenige Tage danach auch einheitlich umsetzen würde. Und wir wären zweifelsohne weiter, wenn wir nicht permanent über Ausgangssperre, 15 km und touristische Freizeitreisen diskutieren müssten. Okay, Markus Lanz und “Anverwandte” freuen sich. Das Thema bleibt. Und es wird weiter bleiben, wenn (!) die große Mehrheit der Menschen weniger gehört wird, als die lautstarke Minderheit mit ihren ach so originellen Einfällen.

Wenn sich alle an die Regeln halten würden, die…

Geduld, Rücksicht und Verständnis sind längst wieder zu Fremdwörtern geworden für diese Minderheit. Versuchen wir mal auf die große Mehrheit der vernünftigen Menschen zu hören, bevor einige von denen noch unvernünftig werden, weil schon wieder Schulen, Fitness-Center, Fußballstadien und Geschäfte geschlossen werden müssen. Und alles nur, weil wir das Virus nicht in Griff kriegen, das doch offenbar leicht in den Griff zu bekommen ist, wenn (!)…

Ja, wenn (!) sich alle an Regeln halten würden, die wir gar nicht bräuchten, wenn (!) sich von Beginn an alle daran gehalten hätten. So wie es im März/April 2020 fast geklappt hat. Da wurde Eigenverantwortlichkeit ganz großgeschrieben. Jetzt nehmen sich viele Menschen ein Beispiel an der Politik: Jeder macht was für sich! Solang man nicht erwischt wird.

Vielleicht brauchen wir im zweiten Lockdown oder bei offenbar noch anstehenden schärferen Beschränkungen in Anleihe an den Fußball viele Video-Assistant-Schiedsrichter, die dann die kalibrierten Linien ziehen…

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