Montag, 3. Oktober 2022
's Blättsche Lokales „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“

„Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“

Stadt Hanau startet eine groß angelegte Türschild-Kampagne

Wenige Tage bevor sich der Terroranschlag vom 19. Februar in Hanau das erste Mal jährt, setzt die Stadt Hanau ein weiteres, sichtbares Zeichen gegen Gewalt, Extremismus, Ausgrenzung und Intoleranz und für ein friedliches Miteinander, für Vielfalt, Respekt und Toleranz.

Die Stadt Hanau startet eine groß angelegte Türschild-Kampagne „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“. Dabei kooperiert Hanau mit der gleichnamigen Initiative „Offen für Vielfalt“ mit Sitz in Kassel, die seit 2018 mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen für Dialogbereitschaft und ein respektvolles Miteinander in Nordhessen wirbt. Der Magistrat der Stadt Hanau hat am Montagabend die Kooperation mit der Initiative die Beteiligung an der Kampagne beschlossen.

„Der 19. Februar 2020 ist der dunkelste Tag für Hanau in Friedenszeiten.”

Oberbürgermeister Claus Kaminsky

„Der 19. Februar 2020 ist der dunkelste Tag für Hanau in Friedenszeiten. Nach der Phase der Trauer ist nun die Zeit des Gedenkens und auch Mahnens. Jeder von uns kann dazu beitragen, dass wir in Zukunft friedlich miteinander leben. Die Hanauerinnen und Hanauer haben sofort und mit großer Solidarität und Anteilnahme ihre Haltung gezeigt. Die Bürgerinnen und Bürger sowie die Stadt sind sich ihrer Verantwortung bewusst. So hat die Stadt etwa das Zentrum für Demokratie und Vielfalt gegründet. Die Kampagne der Demokratie-Initiative aus Nordhessen nehmen wir gerne in Hanau auf, ist sie doch optischer Ausdruck unserer Haltung: Hanau steht zusammen“, erklärt Claus Kaminsky, Oberbürgermeister der Stadt Hanau.

Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Vereine und auch Privathaushalte sind aufgerufen, die Türschilder an Türen aufzuhängen. Die Evangelische Landeskirche wird mit Unterstützung des Kirchenkreises Hanau mit einem großformatigen Banner an der Johanneskirche die Aktion begleiten, an weiteren markanten Plätzen sollen ebenfalls gleichlautende Banner angebracht werden.

Michael Sasse, Sprecher der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ aus Kassel, sagt: „Im Gedenken an die Opfer des kaltblütigen Anschlags von Hanau möchten wir als Initiative uns solidarisch zeigen. Mit den Türschildern kann jede und jeder trotz der momentan notwendigen Kontaktbeschränkungen in der ganzen Stadt erkennbar machen: In Hanau und in unserer gesamten Gesellschaft ist kein Platz für rechte Hetze und Gewalt.“ Die Initiative, die sich 2018 in Nordhessen (Kassel) gegründet hat, stellt der Stadt Hanau Türschilder in ausreichender Anzahl zur Verfügung.

Ab Mitte Februar, wenn eine Öffnung der Geschäfte nach den Einschränkungen des Lockdowns hoffentlich wieder möglich sein soll, werden die Türschilder und Plakate in zahlreichen Geschäften zu sehen sein. Dort und an weiteren Stellen, die noch bekannt gegeben werden, können sich die Hanauer dann auch kostenlos Türschilder abholen. Diejenigen, die nicht bis dahin warten möchten, können sich unter fachstelle.vielfalt@hanau.de oder kontakt@offenfuervielfalt.de ihr Türschild online oder montags und mittwochs zwischen 9 und 16 Uhr unter 06181-295891 telefonisch bestellen.

Über die Initiative

Im Spätsommer 2018 wurden in Chemnitz Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder ihres Einsatzes für Demokratie zu Zielscheiben. Die Medien sprachen von „Hetzjagden“, schockierende Videos waren zu sehen. Gemeinsam wollten fünf in Kassel ansässige Unternehmen – die Hübner GmbH, die Schaltbau Bode Gruppe, die K+S Aktiengesellschaft, die Kasseler Sparkasse und Wintershall Dea – im Oktober 2018 mehr als sich empören und ein klares Zeichen für ein vielfältiges Miteinander setzen. Zeigen, dass sie sich Werten wie Respekt, Toleranz und Dialogbereitschaft verpflichtet fühlen – und dass Wirtschaftsunternehmen diese Vielfalt brauchen und davon profitieren. Gemeinsam starteten sie die Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ in Nordhessen. Mit steigender Tendenz versammeln sich aktuell mehr als 30 Unternehmen und Organisationen, darunter wissenschaftliche Institutionen und Bundesligavereine, als Partner:innen unter dem Dach der Initiative. Sie bündeln ihre Kräfte und nutzen gemeinsam Netzwerke. Alle Informationen zu „Offen für Vielfalt“ finden Sie unter www.offenfuervielfalt.de .

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