Samstag, 18. September 2021
's Blättsche Lokales Ein stiller Abschied von zwei „Vollblut-Pädagogen“

Ein stiller Abschied von zwei „Vollblut-Pädagogen“

Nachfolge für Rektor Eckhard Finger und Konrektorin Beate Ackermann an der Kreuzburgschule Hainburg geklärt

Für den 65-jährigen Hanauer Eckhard Finger ist heute der letzte Arbeitstag als Rektor an der Kreuzburgschule Hainburg. Mit ihm verlässt Konrektorin Beate Ackermann (64) die Haupt- und Realschule. Etwas mehr als 13 Jahre war Finger Schulleiter, seine Stellvertreterin kam 2009 an die Schule. Eine große feierliche Verabschiedung für die „Vollblut-Pädagogen“ kann und darf es in der Pandemiezeit nicht geben, Schulamtsdirektor Volker Käpernick überreichte dieser Tage lediglich die Entlassungsurkunden mit den besten Wünschen für die Pensionszeit und konnte schon mal mitteilen, wie es an der Kreuzburgschule weitergeht.

Schulamtsdirektor Volker Käpernick (links) überreicht die Entlassungsurkunde an Rektor Eckhard Finger von der Kreuzburgschule Hainburg. Bild: beko
Beate Ackermann und Eckhard Finger hatten am 29. Januar ihren letzten Tag an der Kreuzburgschule Hainburg. Bild: beko

Auf 42 Jahre Berufserfahrung kann Eckhard Finger zurückblicken, dessen Jahre als Leiter an der Kreuzburgschule (KBS) „von Zuverlässigkeit, einem sehr wertschätzenden Führungsstil und gewinnbringenden Innovationen geprägt war“, so Schulamtsdirektor Volker Käpernick in seinen Abschiedsworten im Dienstzimmer des Rektors. Eckhard Finger hat Meilensteine in der Schulentwicklung gesetzt, erinnert sich noch gerne an 40 Jahre Schuldienst, die er im Februar 2019 auf dem Schulhof gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern bei einer großen Konfetti-Aktion feiern konnte. Viele Impulse für die pädagogische Arbeit nahm der passionierte Radfahrer, der oftmals seinen rund zwölf Kilometer langen Schulweg von Hanau nach Hainburg mit dem Fahrrad zurücklegte, auch aus den Gesprächen mit Schülern bei den jährlichen „Tagen der Orientierung“ in Brebbia mit.
Wenigstens Impressionen daraus kann er sich am heutigen Vormittag auf Videos anschauen, die jetzige und ehemalige Schüler für ihn in den vergangenen Wochen zusammenstellten. Daran Anteil haben wird auch Fingers Stellvertreterin Beate Ackermann, die mit Herz und Verstand als Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin an der KBS tätig war. „Frau Ackermann zeichnete eine große Empathie für die Schülerinnen und Schüler aus. Mit ihren positiven Impulsen hat sie sicherlich viele motiviert und die Schulentwicklung vorangetrieben.“, sagte Volker Käpernick beim Abschied.
Ackermann war es immer eine Herzensangelegenheit, junge Menschen ein Stück zu begleiten, im Unterricht Werte zu vermitteln, sich gegenüber der Gemeinschaft sozial und verantwortungsvoll zu verhalten und die eigene Persönlichkeit zu entfalten. „Immer der ganze Mensch“, das Leitbild der KBS, stand bei den Vollblut-Pädagogen Finger und Ackermann über allem, eine Philosophie, die sie das ganze Leben begleitet.
Was ihr am meisten in Erinnerung ist, in all den Jahren KBS, wollten wir abschließend wissen und die Antwort kam prompt: „Ein liebevolles Guten Morgen, Frau Ackermann. Die Kinder freuen sich, mich zu sehen und umgekehrt.“

Katharina Tröster (31) neu an der Kreuzburgschule

Auch die Übergabe des symbolischen Riesenschlüssels gab es in der Corona-Pandemiezeit nicht. Am Montag, 1. Februar, tritt Katharina Tröster die Stelle als stellvertretende Schulleiterin an der Kreuzburgschule an. Die Schulleiter-Stelle selbst war zweimal ohne Erfolg ausgeschrieben worden. Schulamtsdirektor Volker Käpernick: „Frau Tröster übernimmt in ihrer neuen Funktion die Leitung der Schule gemeinsam mit Konrektor Jörg Grasmann. Ich kann versichern, dass sie eine verlässliche Dienstvorgesetzte erleben werden, die teamorientiert arbeitet. “ Die 31-jährige Katharina Tröster war zuvor an der Bachschule in Offenbach sowie zwei Jahre im Staatlichen Schulamt in Offenbach eingesetzt.

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Eckhard Finger (65) ist seit November 2007 Rektor an der Kreuzburgschule Hainburg, die derzeit 480 Schülerinnen und Schüler zählt. 2018 feierte die Haupt- und Realschule das 50-jährige Jubiläum. Zum 31. Januar 2021 geht Eckhard Finger in den Ruhestand. Der Hanauer war zuvor in Gründau, Offenbach, an der Tümpelgartenschule in Hanau sowie im Hessischen Institut für Lehrerfortbildung tätig. Der Vater von vier Kindern studierte in Gießen evangelische Religion und Sozialkunde, hat ein „Faible für Schulfotografie“ und steht auf „Hardrock“.
Beate Ackermann (64) aus Mühlheim ist seit 5. September 1977 Lehrerin und war zuletzt zwölf Jahre als Konrektorin an der Kreuzburgschule Hainburg eingesetzt. Zuvor unterrichtete sie an der Friedrich-Ebert-Schule in Mühlheim. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

ANGEMERKT

Auf die „Eigenverantwortung der Schule“ und die „Veränderungen bei Unterrichtsformen“ wies einst Schulamtsdirektor Günter Rupp hin bei der Einführung von Rektor Eckhard Finger anno 2007 an der Kreuzburgschule in Hainburg.
Die aktuelle Gehirnforschung habe gezeigt, im Unterricht nicht mehr so viel zu reden und mehr noch andere Sinnesorgane zu nutzen, um Schüler für Unterrichtsthemen zu motivieren. Ein jeder mag sich seine Gedanken machen, wie das in den vergangenen 14 Jahren geklappt hat.
Selten ist davon die Rede, was die beiden heute zu verabschiedenden „Lehrer“ umgesetzt haben. Da war Leidenschaft und Begeisterung zu spüren, nicht nur Fächer zu unterrichten, also Wissen zu vermitteln, sondern ein Stück Wegbegleiter zu sein, die schulische Entwicklung positiv mitzugestalten. Sowohl Finger als auch Ackermann haben zweifelsohne ihre Spuren hinterlassen. „Nur beliebte Lehrkräfte können Schülerinnen und Schüler motivieren, schulische Leistungen nachhaltig zu verbessern. Aber Nettigkeit ist nur ein Teil des Ganzen.“ schreibt Beate Ackermann in einem Abschiedsbrief.
Gradlinigkeit, Persönlichkeit, Fachwissen und Verlässlichkeit machen gute Pädagogen aus, manchmal ist da auch eine gewisse Strenge angebracht.
Aber der respektvolle Umgang miteinander stand immer im Blickpunkt, es war in der KBS „immer der ganze Mensch“ gefragt. Es tut allen Schulen gut, wenn es auch in Zukunft mehr Pädagogen gibt als nur „Lehrer“.

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