Donnerstag, 18. August 2022
's Blättsche Geschichte 1922: Ein Rad für die Welt

1922: Ein Rad für die Welt

Vor 100 Jahren begann in Klein-Auheim die Produktion von Bauer-Rädern

In diesem Jahr gibt es vier historische Ereignisse, die für Klein-Auheim in den zurückliegenden 70 bis 100 Jahren von Bedeutung waren. Vom Brand 1882 hat das Regionalportal ‘s Blättsche bereits kurz informiert. Der Heimat- und Geschichtsverein unter Federführung von Detlef Hellmann hat sich die Mühe gemacht, einige bedeutende Ereignisse zu beschreiben. Heute folgt Teil eins mit der Produktion von Bauer-Rädern, die vor 100 Jahren in Klein-Auheim begann.

Der 1885 in Klein-Auheim geborene Ludwig Bauer machte eine Lehre in einer Hanauer Silberwarenfabrik. Dort interessierte er sich besonders für die vorhandenen Maschinen. In den folgenden Jahren beschäftigte ihn sehr der Maschinenbau mit dem Ziel, einmal eine metallverarbeitende Firma zu gründen.

Dazu kam es im Jahr 1911 in Heddernheim und bald danach siedelte die kleine Firma mit acht Arbeitern nach Klein-Auheim um. 1912 nahm er seinen Bruder Josef in die Firma auf, der sich fortan um die Produktion kümmerte. Produziert wurden vor allem elektrische Heizkörper und Lampen. Ein Großauftrag war 1913 die Ausstattung des damals größten Passagierschiffes „Vaterland“ mit elektrischen Heizkörpern.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam Peter Bauer mit in die Firma, der eine neue Karbid-Fahrradlampe entwickelte. Diese war im Verkauf so erfolgreich, dass ein Vertrag mit der Großhandelsfirma Röder und Co aus Hanau geschlossen wurde.

Außerdem kauften die Brüder das große Gelände an der heutigen Brüder-Bauer-Straße, bauten ein neues Fabrikgebäude und vergrößerten den Betrieb auf achtzig Mitarbeiter.
Jetzt kamen mit den Fahrradschutzblechen erste Zubehörteile für Fahrräder hinzu. Auch das wurde ein Erfolg und führte zur Zusammenlegung mit der Vertriebsfirma Röder Anfang 1922.

Kurz darauf wurden dann Fahrradrahmen und auch ganze Fahrräder produziert. Von ihnen gingen schon im ersten Jahr im Durchschnitt einhundert Räder pro Tag in den Verkauf. Das war vor einhundert Jahren.

In der städtischen Sammlung Schulisch der Bauer-Räder im RadWerk Klein-Auheim ist als ältestes Ausstellungsstück das Jugendrad von 1924 zu sehen. Es wurde sehr kompetent restauriert. In diesen Zeiten wurde allerdings überwiegend noch eine Karbidlampe für die Beleuchtung verbaut.
Die Firma Bauer produzierte als zweitgrößter Arbeitgeber mit maximal 400 Mitarbeitern in Klein-Auheim in den folgenden Jahrzehnten Fahrräder und Motorräder für jeden Gebrauch.

1968 musste die Firma, wie so viele andere Fahrrad- und Motorradproduzenten in Deutschland, den Betrieb einstellen. Das Auto übernahm den Transport im Alltag mit all den Folgen, die heute wieder die Produktionszahlen von Fahrrädern steigen lassen, um die Umwelt zu schonen.

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