Donnerstag, 18. August 2022
's Blättsche Geschichte "Schön, wenn ich Erinnerungen geweckt habe"

“Schön, wenn ich Erinnerungen geweckt habe”

Arnd Gritzka präsentiert Bilder vom Festzug zum 650-Jährigen in Steinheim

Vieles Wissenswerte ist in den Geschichtsbüchern zu lesen und zu sehen über die Geschichte der einstigen Stadt Steinheim am Main. Doch was die Menschen immer und immer wieder fasziniert, sind Erinnerungen an Veranstaltungen, die von Mal zu Mal lebendig werden in persönlichen Gesprächen, früher bei Stammtischen, mitunter aber auch neuerdings in den sozialen Medien.

Das Wappen der ehemaligen Stadt Steinheim am Main. Bild: privat

Und so will unser Regionalportal ‘s Blättsche auf einige unvergessene Bilder aufmerksam machen, die sich dieser Tage auf Facebook wiederfanden. Der Steinheimer Arnd Gritzka hat sie veröffentlicht. Bilder vom Festzug zum 650-Jährigen der Stadt Steinheim anno 1970.

Aus dem Privat-Album seines Vaters hat der Sohn des in Steinheim unvergessenen Gerhard Gritzka Fotos abfotografiert, die er unserer Redaktion zur Verfügung stellte, um einen größeren Leserkreis in der Region zu erreichen. Fast hundert Reaktionen auf Facebook haben den Steinheimer schon überrascht.

“Ich hätte nicht gedacht, dass die Resonanz so groß ist auf meinen Post in der Steinheim Gruppe. Ich hoffe auf schöne Stunden und einen Erfolg für die Verantwortlichen und alle Helfer und Marktbeschicker. Schön, wenn ich Erinnerungen geweckt habe.” schreibt Arnd Gritzka unserem Redakteur.

Auf Facebook schreibt der Steinheimer in einem Post der Gruppe “Wir sind Steinheim”: “Ich hab hier mal paar Bilder von damals, 650 Jahre Stadtrecht Festumzug, abfotografiert. Das ist auf der Ludwigstraße. Vielleicht erkennt sich Jemand oder erkennt Jemanden. Für mich als Kind was ganz Besonderes damals. Ich hoffe, der Umzug am Sonntag wird auch in Erinnerung bleiben. Vielleicht hat jemand noch mehr Bilder von damals.”

Und die Reaktionen sind vielfältig, wenngleich nur ein kleiner Kreis diese Posts liest. Eine kleine Auswahl: “Ach was war unser Staanem mal so schön immer toll geschmückt mit Bäumchen und „Steinheim-Fahnen“ an jedem Haus. Das habe ich geliebt als Kind. An vielen Häusern sind noch die Hülsen für die Fahnenstangen und Halter für die Bäumchen. Man muss mal darauf achten.” – “In Steinheim war früher immer etwas los. Es war eine schöne Zeit. Wir freuen uns auf Sonntag.”

Gerhard Gritzka starb 2012 im Alter von 75 Jahren. Er hinterließ viele Bilder vom Festzug zum 650-Jährigen Steinheims. Bild: beko-Archiv

Und so freuen sich die Steinheimer und auch die Nachbarn aus Klein-Auheim, Hainburg, Mühlheim und anderen Orten auf den kommenden Sonntag und den Festzug zum 700-Jährigen um 13 Uhr, zwei Jahre verspätet wegen der Corona-Pandemie, aber immer noch zeitig für das 800-Jährige des Schlosses Steinheim. Ob dann auch Regenschirme von Nöten sind wie 1970 bei einem fulminanten Festzug, der Menschen aus der gesamten Region nach Steinheim lockte, bleibt abzuwarten. Heiß soll es werden an diesem Wochenende, doch auch kräftige Gewitter werden erwartet. Aber vielleicht hat Steinheim Glück und der Regen zieht, wie so oft, an unserer Region vorbei. Mehr zum Programm des Wochenendes hier.

Auch wenn die Fotos natürlich interessieren und garantiert zum Gesprächsthema werden, hier noch einige interessante Daten über jenen Steinheimer, der seinen Nachfolgern diese Erinnerungen hinließ. Genau heute (15. Juni) vor 12 Jahren fand die Trauerfeier für Gerhard Gritzka statt, einen fröhlichen und liebenswerten Menschen, der nicht nur wegen seines jahrelangen Getränkevertriebs an der Ludwigstraße bekannt war. Mit 75 Jahren starb er nach langer, schwerer Krankheit und die Trauerbekundungen nahmen kein Ende. Nur die wichtigsten Stationen von Gerhard Gritzka seien genannt: Dem Turn- und Fechtclub (TFC) gehörte er ebenso an wie den Altstadtraben und der Speckriege, wurde als “Sportsmann mit vorbildlicher Fairness” bezeichnet und war einst “die treibende Kraft der Staanemer DJK-Kerb”.

Beim 47. Bundesäppelwoifest in Steinheim anno 2009 ehrte die IgSV-Vorsitzende Edelgard Rath-Voigt als 24. Ehrenbembelträger der 1. SKG. Die Auszeichnung wird jährlich an eine Persönlichkeit verliehen, die sich um Steinheim und den Äppelwoi verdient gemacht hat.

Der ebenso unvergessene IgSV-Ehrenvorsitzende Wolf Voigt beschrieb in seiner Laudatio den Lebensweg und das Engagement von Gerhard Gritzka. Vor 50 Jahren hat Gritzka, von Sachsen-Anhalt gekommen, in Steinheim eine neue Heimat gefunden. Der ehemalige Getränkehändler ist unter anderem DJK-Ehrenkerbborsch. Und nicht nur das war Gerhard Gritzka mit Leib und Seele, immer seiner neuen Heimat Steinheim und deren Vereine verbunden.

Am 7. Juni 2012 verstarb Gerhard Gritzka im Alter von 75 Jahren. Und Gott sei Dank lebt er in vielen Erinnerungen weiter, so auch durch jene Fotos, die er in seinem Privat-Album hinterlassen hat. Eine tolle Idee, die Sohn Arnd hatte, diese Bilder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und das jetzt auch durch die Veröffentlichung im Regionalportal ‘s Blättsche, das inzwischen durchschnittlich mehr als 1300 Leser täglich verzeichnet.

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