Mittwoch, 24. April 2024
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Kirche nicht für wenige, sondern für alle

Zweite Phase des pastoralen Weges im Pastoralraum Mainbogen

„Wir wollen eine neue Kirche sein“ – Seinen Satz ergänzte der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz mit den Worten „es wird ein steiniger, harter, schwieriger Weg“. Dass dem so sein wird, erahnten etliche der weit mehr als 100 Teilnehmer an der Pastoralraumkonferenz am Dienstagabend im Pfarrzentrum von Hainstadt. Aus den Pfarrgemeinden zwischen Zellhausen und Steinheim, aus kirchlichen Verbänden, Kitas, Jugendverbänden und anderen Gruppen waren Vertreter gekommen, um in die zweite Phase des pastoralen Weges im Pastoralraum „Mainbogen“ einzusteigen. Der Pastoralraum löst die bisherigen Dekanate ab, die es noch bis zum vergangenen Jahr gab.

Gemeindereferentin Petra Licht begrüßte als Koordinatorin zu einem „historisch wichtigen Abend“, hatte sie doch schriftlich für 14. März 1023 eingeladen. Schnell waren 1000 Jahre vergangen, Willi-Gerd Kost ist inzwischen Leitender Pfarrer im Pastoralraum, Dr. Udo Markus Bentz Weihbischof in Mainz und Marie-Christin Böhm als Koordinatorin auf Bistumsebene nahmen auf dem Podium Platz.

Nach dem chronologischen Rückblick durch Pfarrer Kost übernahm Weihbischof Dr. Bentz das Wort, verwies auf die aktuelle Situation mit der EVV-Studie im Bistum Mainz und formulierte die Vision des pastoralen Weges. „Wie wollen wir Kirche 2030 sein?“ Auch in der hiesigen Region müssen gemeinsamen neue Schritte gegangen werden und wichtig sei besonders, „Kirche nicht für wenige, sondern für alle zu sein“. Bentz: „Die Kirche ist im Umbruch, wir müssen da sein für viele und die Welt gestalten. Wir dürfen nicht nur Kirche vor Ort sein für diejenigen, die wir kennen.“

Eine punktuelle Vorstellungsrunde initiierte Marie-Christin Böhm in verschiedenen Kleingruppen, in den Einzelne zu Wort kamen, bevor der Weihbischof in einer Power-Point-Präsentation über die Grundlagen, Zielbilder und Entwicklungsaufgaben referierte.

Die einzelnen geplanten Projektgruppen stellte Willi-Gerd Kost dann vor In denen soll es um die Themen Vermögen, Gebäude, Verwaltung, Gottesdienst, Katechese und Sozialpastoral gehen. Zudem soll es nach Ostern ein Team Öffentlichkeitsarbeit und ein Geistliches Team geben sowie die koordinierende Steuerungsgruppe. Für alle Gruppen werden noch Mitarbeiter gesucht.

Wenigstens ansatzweise praktisch und fassbar ging es dann weiter mit Fragen und Impulse aus dem Plenum mit haupt- und ehrenamtlichen Vertretern der verschiedenen Gemeinden und Kirchorte.

Weihbischof Bentz verdeutlichte nochmals, „die Menschen, die in den Gemeinden schon mitarbeiten nicht vergessen, sondern auch neue in den Blick zu nehmen“.

Nach all den Erfahrungen der vergangenen Monate und des aktuellen Abends machte sich mitunter die Angst breit, dass in der Pastoralraumkonferenz zwar Vorschläge gemacht, aber keine Entscheidungen getroffen werden können. „Aber wann sagt die Bistumsleitung stopp?“, fragte ein Teilnehmer. Dr. Bentz entgegnet kurz: „Dialog ist das Erste und Entscheidende. Die Frage muss sein: Wann kommen wir ins Gespräch miteinander?“
Etliche weitere Fragen wurden gestellt.

„Was treibt mich an, mich hier zu engagieren? Die Frage nach dem Warum!“ versuchte Koordinatorin Petra Licht in kleinen Gruppen zu erkunden und wartete gespannt auf Antworten: Man will den Pastoralraum mitgestalten. Beim Glauben muss das Miteinander erhalten und gefördert werden. Folge mir nach! Mein Auftrag ist die Liebe zum Glauben und zu Jesus Christus.

Ein Teilnehmer brachte auf den Punkt, was viele dachten, aber nicht äußerten: Es war bisher alles sehr theoretisch und abstrakt. Wie sieht es konkret aus?
Dazu äußerte sich Koordinatorin Petra Licht zum Schluss: Die Projektgruppen werden nach Ostern gebildet, ebenso die Steuerungsgruppe, das Team Öffentlichkeitsarbeit hat seinen ersten Termin ebenso das Geistliche Team und die Pastoralraumkonferenz kommt am 25. April wieder zusammen, dann online mit Vertretern aus Mainz. Thema „Gebäude“, was ein Raunen bei den Teilnehmern vernehmen ließ.

Immerhin ist schon klar, dass beispielsweise bei den Pfarrheimen der „Gebäudebestand bzw. die Baulast insgesamt um 50 Prozent reduziert werden müssen“. Die Einsparvorgabe für die Kirchen beträgt für das gesamte Bistum Mainz insgesamt 33 Prozent.

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(wird künftig jeweils ergänzt)

>> „Wir werden Pfarrei neu denken lernen müssen. Kirche bleibt in den Gemeinden vor Ort lebendig, aber die Pfarrei verbindet die verschiedenen Ortsgemeinden und die verschiedenen anderen Orte, an denen Kirche gelebt wird. Sie bilden mehr als früher ein Netz, die Pfarrei führt sie zunehmend zu einer Einheit zusammen.“ Bischof Peter Kohlgraf

>> Entwicklung der Mitgliederzahlen aus einer Prognose 2022
2000 – 814.000 Katholiken
2020 – 686.699 Katholiken
2030 – 586.259 Katholiken
2060 – 321.463 Katholiken

>> Bischof Kohlgraf zum Thema „Kirchenaustritte“: “Wir dürfen Ausgetretene nicht abschreiben und müssen Gesprächsangebote machen.“

>> „Es darf keine unantastbare Denkmäler geben!“ (Bischof Kohlgraf nach der EVV-Studie zum Thema “Führungsstruktur”)

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