Mittwoch, 6. Dezember 2023
's BlättscheGeschichteGroßauheim: Museum im Wandel der Zeit

Großauheim: Museum im Wandel der Zeit

Vor 90 Jahren in altem Klassenzimmer eröffnet / Seit 1983 im E-Werk

Zum “Geburtstag” des Museums Großauheim erinnert der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) an die Geschichte des Museums, die bereits 90 Jahre alt ist. Es berichtet Christel Derzbach, die HGV-Pressereferentin.

Das Großauheimer Heimatmuseum war eine Schöpfung des Vereins für Heimatkunde und Naturschutz Großauheim 1929, der heute Heimat- und Geschichtsverein heißt.

Von Beginn an strebte der Verein ein Museum an, um seine anwachsende Sammlung originaler Zeugnisse der heimischen Vergangenheit attraktiv zu veranschaulichen.

Bemühungen um Räumlichkeiten führten vier Jahre später zum Ziel. Der konservative Zeitgeist und die traditionsbewussten Einwohnern veranlasste die Gemeindeverwaltung, dem Verein ein Klassenzimmer in der Haggassen-Schule (Haggasse 4) zu übergeben, wo das Museum am 10. September 1933 feierlich eröffnet wurde, also vor nunmehr 90 Jahren.

Bereits 1934 richtete sich dort das Rathaus ein, deshalb zog das Museum in das Obergeschoss des „Alten Rathauses“ (Haggasse 2) um, wo noch zwei Räume dazukamen.

Ehemaliges Großauheimer Elektrizitätswerk, erbaut 1906. Bild: privat )HGV)

Nach der Eröffnung am 29. Juli 1934 war das Museum regelmäßig geöffnet. Der Eintritt kostet zehn Pfennig und es gab auch Sonderausstellungen.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach diese positive Entwicklung. 1942 musste das Museum Flaksoldaten weichen und leider gingen bei Kriegsende wertvolle Stücke verloren.

Die Sammlung wurde in die heutige August-Gaul-Schule ausgelagert. In der Nachkriegszeit hat eine Arbeitsgruppe des Heimatvereins die Erforschung der Ortsgeschichte weitergeführt, die Ergebnisse in Veröffentlichungen und Vorträgen publiziert.

Die Brüder Kurzschenkel, Alois Funk und August Peukert sind hier besonders zu erwähnen.

Ihre Arbeit hatte maßgeblich zur Berücksichtigung der Historie bei der 1050-Jahrfeier 1956 beigetragen.

1968 wurde im Alten Rathaus ein gelegentlich geöffnetes Schaumagazin der ortsgeschichtlichen Sammlungen eingerichtet.

Die junge Stadt Großauheim plante nun ein richtiges Museum in der Alten Schule. In ihm sollten auch die Werke von August Gaul Platz finden, die nun laufend erworben wurden. Der Streit um die Erhaltung der heruntergekommenen Alten Schule und der Kampf um die Bewahrung der gemeindlichen Selbständigkeit hemmten allerdings die Verwirklichung.

1974 ging die Selbständigkeit verloren.

Anfang 1980 wurde die Alte Schule saniert und dient als Eventraum. Der inzwischen unter der Leitung von Dr. Bertold Picard reaktivierte Heimatverein veranstaltete Ausstellungen, erhob erneut diesen Wunsch und Hanau entsprach diesem unter Einbeziehung der Sammlung des Heimatvereins.

So entstand 1983 das heutige städtische Museum Großauheim im ehemaligen E-Werk. Vierzig Jahre ist es jetzt schon alt, aber ohne das Heimatmuseum von 1933 und die Großauheimer Museumsbemühungen nach dem Zweiten Weltkrieg wäre es nicht entstanden.

www.grossauheimer-geschichtsverein.de

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