Freitag, 26. April 2024
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Hessenweit 104 Wohnungen durchsucht

Sexueller Missbrauch / Vernehmungen auf Dienststellen

Großer Einsatz für die BAO FOKUS: 324 Polizistinnen und Polizisten haben in der vergangenen Woche die Wohnräume von 106 Männern und Frauen durchsucht. Im Auftrag der hessischen Staatsanwaltschaften hat das Hessische Landeskriminalamt den Einsatz koordiniert.

Die im Raum stehenden Vorwürfe gegen die 106 Beschuldigten wiegen schwer: Neun sollen Kinder oder Jugendliche sexuell missbraucht haben, 97 Kinder- oder Jugendpornografie hergestellt, besessen oder verbreitet haben. Während des von Montag bis Freitag dauernden Einsatzes wurde niemand festgenommen, jedoch begleiteten mehrere der Beschuldigten die Einsatzkräfte im Anschluss an die Durchsuchung zwecks Vernehmung auf die nächstgelegene Dienststelle.

Zwischen den Ermittlungsverfahren besteht nach jetzigem Kenntnisstand kein Zusammenhang – die Männer und Frauen stehen untereinander nicht im Austausch. Vielmehr handelte es sich bei dem Einsatz um eine sogenannte konzertierte Aktion, bei der innerhalb eines kurzen Zeitraums viele Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt wurden.

Die Einsätze fanden in den Städten Darmstadt, Frankfurt, Offenbach, Hanau sowie Wiesbaden statt, außerdem in den Landkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Fulda, Groß-Gerau, Kassel, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Main-Taunus, Marburg-Biedenkopf, Rheingau-Taunus, Schwalm-Eder, Odenwald, Offenbach, Vogelsberg und Wetterau. Dabei wurden insgesamt 126 Smartphones sichergestellt, zudem 112 Computer und Laptops, 153 USB-Sticks, 321 CDs und DVDs sowie 279 weitere deliktspezifische Gegenstände. Diese werden nun ausgewertet, um den jeweiligen im Raum stehenden Vorwurf zu erhärten oder zu entkräften.

Die strafrechtlichen Verjährungsfristen bei sexuellem Kindesmissbrauch ruhen bis zum vollendeten 30. Lebensjahr des Opfers. Die Verjährungsfristen für sexuellen Kindesmissbrauch betragen – je nach Schwere der Tat – zwischen 5 und 20 Jahren. Opfer können also noch im Erwachsenenalter Taten aus der Kindheit zur Anzeige bringen. Das Hessische Landeskriminalamt ruft dazu auf, solche Taten anzuzeigen. Dadurch können Täter bestraft und womöglich auch weitere Straftaten an Kindern und Jugendlichen verhindert werden.

In Notfällen und Gefahrensituationen 110 anrufen

In Notfällen oder Gefahrensituationen wenden Sie sich bitte unmittelbar an den Notruf der Polizei unter der Rufnummer 110. Anruferinnen und Anrufer werden mit einer Beraterin oder einem Berater der hessischen Polizei verbunden.

Hintergrund BAO FOKUS
Die BAO FOKUS (Besondere Aufbauorganisation für fallübergreifende Organisationsstruktur gegen Kinderpornografie und sexuellen Missbrauch von Kindern) hat aufgrund steigender Fallzahlen im Bereich der sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Oktober 2020 ihre Arbeit aufgenommen. Seither wurden 56 Haftbefehle vollstreckt, über 1.700 Beschuldigte erkennungsdienstlich behandelt und mehr 60.000 Datenträger sichergestellt. In der BAO arbeiten hessenweit über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind über 190 Ermittlerinnen und Ermittler. Sie ist organisatorisch im Hessischen Landeskriminalamt angesiedelt. Über den dortigen Führungsstab wird eine landesweite Koordination der Einsatzmaßnahmen gewährleistet. In jedem der sieben hessischen Polizeipräsidien wurde ein Regionalabschnitt gebildet.

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