Freitag, 14. Juni 2024
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Bürgernahe Hanauerin wird 80

Viel Lob für Margret Härtel von CDU und Hanaus OB

Die Hanauer CDU gratuliert der ehemaligen Oberbürgermeisterin Margret Härtel zum 80. Geburtstag, den sie am heutigen 21. Dezember feiern kann. Härtel war von 1994 bis 2003 Oberbürgermeisterin der Stadt Hanau und somit die erste direkt gewählte Oberbürgermeisterin Hanaus.

„Noch heute steht Margret Härtel damit für den größten Erfolg der Christdemokraten in Hanau.“ würdigt der Hanauer CDU Vorsitzende Jens Böhringer die Leistung Härtels, die im vergangenen Jahr für ihre 50jährige Mitgliedschaft in der CDU geehrt wurde. In ihrer langjährigen Parteizugehörigkeit bekleidete sie zahlreiche Ämter.

So wurde sie 1984 zur Parteivorsitzenden gewählt und übernahm Ende 1989 zusätzlich das Amt der Fraktionsvorsitzenden.

Es gab kaum ein Gremium, in dem sie während ihrer politischen Tätigkeit nicht aktiv gewesen wäre. So erlernte sie die Fähigkeiten und das Rüstzeug für das Amt der Oberbürgermeisterin, das sie anfangs gar nicht in Erwägung zog selbst anzustreben. Als Partei- und Fraktionsvorsitzende entschied sie bei der Kandidatensuche jedoch selbst den Hut in den Ring zu werfen.

„Hanau lebt auf“ war ihr Wahlkampfslogan und diesen füllte sie mit Leben. Durch ihre volkstümliche und bürgernahe Art hatte sie stets das Ohr bei den Bürgern und die Begabung die Bedürfnisse der Menschen zu spüren, die sie in ihre Arbeit aufnahm. Für sie ist die politische Arbeit bis heute „eine Dienstleistung an den Menschen“. Vor allem aber zeichnete sie ihr politisches Gespür aus.

Das waren noch Zeiten: Anno 2002 stellt die immer volksnahe Hanauer Oberbürgermeisterin Margret Härtel ihr Enkelkind dem “Hanauer Bub” Rudi Völler vor. Bildarchiv: beko

So begriff sie früh, welche Möglichkeiten sich für die Stadtentwicklung Hanaus durch die Landesgartenschau bieten würden und kämpfte letztlich dafür, dass die zweite hessische Landesgartenschau überhaupt, 2002 nach Hanau kam. Selbst der damalige Ministerpräsident Roland Koch sprach von einem „Jahrhundertereignis für die Stadt Hanau“. So sollte es kommen und mehr als 900.000 Besucherinnen und Besucher strömten nach Hanau, das begann sein Gesicht komplett zu verändern. Vor allem der Stadtteil Lamboy-Tümpelgarten erlebte eine Renaissance.

„Mit der Landesgartenschau und der damit beginnenden Konversion der Militärflächen der US-Armee gab Margret Härtel die Initialzündung zur positiven Stadtentwicklung Hanaus. Sie erkannte das Potenzial, das in ihrer Stadt schlummerte“, lobt die CDU-Stadträtin Isabelle Hemsley die Impulse, die von Härtel gegeben wurden.

Die Landesgartenschau sollte nicht das einzige Großprojekt Härtels bleiben. Mit dem Bau des Congress Park Hanau (CPH) wurde in Ihrer Amtszeit ein zeitgemäßes Tagungs- und Veranstaltungszentrum errichtet, das auch architektonisch Maßstäbe setzte und aus dem Hanauer Stadtbild nicht mehr wegzudenken ist. Sie sorgte dafür, dass das Amphitheater zu einer modernen Veranstaltungsstätte samt Zeltüberdachung umgestaltet wurde, in der heute neben der Brüder-Grimm-Festspiele auch zahlreiche weitere Veranstaltungen stattfinden. Zudem wurde das Schloss Philippsruhe für Trauungen geöffnet. Auch der Weihnachtsmarkt in seiner heutigen Form ist Härtel zu verdanken, die umsetzte, dass der Markt auf dem Marktplatz stattfindet. Zusätzlich dazu, hatte sie die Idee das Neustädter Rathaus in der Vorweihnachtszeit zu Hessens größtem Adventskalender umzufunktionieren.

„Die Idee dazu kam ihr bei einem Friseurbesuch, als sie von einem ähnlichen Adventskalender in einer Illustrierten las. Die Haare waren noch nicht trocken, da ging sie auf den Marktplatz, um die Fenster zu zählen. Beruhigt stellte sie fest, dass es mehr als 24 sind und machte sich an die Umsetzung, was sinnbildlich für ihre Tatkraft stand“, erinnert sich Hemsley an die Erzählungen Härtels, darüber, wie Hanau zu seinem großen Adventskalender kam, der heute nicht mehr wegzudenken ist. Bürokratische Hindernisse wusste sie bei ihren Vorhaben stets aus dem Weg zu räumen.

Ein weiteres Highlight ihrer Amtszeit war die Verleihung der Ehrenbürger-Würde an Fußballweltmeister Rudi Völler, der niemals glaubte, dass annähernd 6.000 Menschen zu dieser Feier auf den Marktplatz kommen würden. Unter den Feiernden auf dem Marktplatz, war der damals 17jährige Böhringer, der sich nur allzu gerne an die Feierlichkeiten und die vorangegangene Fußballweltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea erinnert, bei der Rudi Völler als Teamchef die Nationalmannschaft zur Vize-Weltmeisterschaft führte.

In 80 Jahren hat Margret Härtel viel erlebt. Stolz war sie immer, wenn ihr “Hanauer Bub” Rudi Völler in der Heimat vorbeischaute. Hier anno 2002 beim Völler-Fest. Bildarchiv: beko

„Ab dem Achtelfinale wurden alle Spiele auf einer Großbildleinwand übertragen. Die erste Übertragung sollte im Hinterhof des Rathauses stattfinden. Die Lichtverhältnisse ließen dies jedoch nicht zu. Margret verlegte daraufhin die Leinwand in das Foyer des Rathauses, wo eine Kunstausstellung stattfand.

Durch ihre Anwesenheit und ihr gutes Zureden kam kein Kunstwerk zu Schaden. Deutschland gewann 1:0 gegen Paraguay und zog in die nächste Runde ein. Für mich ist sie die Erfinderin des Public Viewings, das bei der Heim-WM 2006 in vielen Städten stattfand,“ erinnert sich Böhringer an die volksnahe Oberbürgermeisterin.

Fraktionsvorsitzender Pascal Reddig schätzt vor allem ihre Loyalität und enge Verbundenheit mit der Union. „Margret Härtel lebt CDU. Sie ist bis heute ein hochpolitischer Mensch und stets am politischen Geschehen in und um Hanau interessiert. Sie bringt sich gerne mit Ideen und Ratschlägen für die Jüngeren ein, die sie mit ihrer Leidenschaft für die Politik begeistern möchte. Zudem unterstützt sie mit ihrer Erfahrung und ihrem Netzwerk, wo sie kann, und man kann sich stets auf sie verlassen. Sie lässt es sich auch im höheren Alter nicht nehmen regelmäßig an den Wahlkampfständen teilzunehmen“, so Reddig.
„Kämpfen ist eine der Lieblingsvokabeln Härtels“, ergänzt Böhringer „Wenn sie von einer Sache überzeugt ist, dann setzt sie sich mit vollem Tatendrang und Kampfgeist dafür ein. Auch heute noch. Zudem überlässt sie in Sachen Vorbereitung und Planung nichts dem Zufall. Wir sind dankbar, dass wir sie heute an unserer Seite wissen“.

Die Glückwünsche zum 80. Geburtstag sind neben dem großen Dankeschön für ihre geleistete politische Arbeit auch mit den besten Wünschen für die Gesundheit verbunden. Möge sie noch lange so vital und gesund bleiben und viele solcher Geburtstage feiern.

Würdigung durch OB Claus Kaminsky

Auch Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky würdigt seine Amtsvorgängerin. Nachfolgend der Artikel der Stadt Hanau.

„Wegweisendes für Hanau geleistet“: „Sie hat als Oberbürgermeisterin Wegweisendes für Hanau geleistet, den Mut zur Veränderung befördert und steht für eine positive Phase des Aufbruchs und Umbruchs in unserer Stadt.“ Mit diesen Worten würdigt Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky in einer Pressemitteilung die Leistungen seiner Amtsvorgängerin Margret Härtel, die am 21. Dezember ihren 80. Geburtstag feiert.

Margret Härtels Amtszeit sei prägend für sie, insbesondere aber auch für die Stadt gewesen, so der Oberbürgermeister. Ihre Leistungsbilanz sei beachtlich und die von ihr umgesetzten und initiierten Projekte würden dauerhaft die Stadt positiv beeinflussen. Kaminsky erinnerte dabei an viele große Vorhaben, die Hanau nach vorn gebracht hätten. So habe sie zum Beispiel mit politischem Geschick die jahrzehntelange, quälende Debatte um ein Stadttheater beziehungsweise die Zukunft der Stadthalle beendet und den Grundstein für den Congress Park Hanau (CPH) gelegt.

Bedeutend sei der Bau des Amphitheaters gewesen, das der Stadt eine wichtige kulturelle Stellung im Rhein-Main-Gebiet verschafft und die Brüder Grimm-Festspiele entscheidend gefördert habe. Die Partnerschaft der Stadtwerke Hanau GmbH mit der Mainova sei zukunftsgerichtet gewesen und sichere heute die Energieversorgung der Stadt. Härtels Engagement sei auch die Einrichtung einer Strahlentherapie im Klinikum zu verdanken, die Sanierung der Orangerie und vieles mehr, das diese Stadt vorangebracht hat.

Vor allem bleibe aber die Aufbruchstimmung, die Margret Härtel mit ihrem anfangs belächelten Vorstoß für eine Landesgartenschau in Hanau erzeugt habe. Die Landesgartenschau habe nicht nur verkrustete Strukturen aufgebrochen, sondern der Stadt neue Entwicklungschancen eröffnet. Insbesondere habe dieses Großprojekt auch zu einem positiven Imagewandel Hanaus nach innen und nach außen beigetragen, habe bei den Bürgerinnen und Bürgern den Mut zur Veränderung befördert.

Parallel zur Landesgartenschau sei auch das wohl wichtigste und prägendste Projekt in Härtels Amtszeit realisiert worden: die erfolgreiche Einleitung der Konversion der US-Army-Flächen. Auch gegen manchen Widerstand und viele Zweifler habe sie damals die Umgestaltung der Francois-Kaserne und der Hessen-Homburg-Kaserne durchgesetzt. Mit positiven Folgen, die weit über die eigentlichen Kasernengelände hinausgingen, wenn man allein nur an die Schullandschaft denke oder die Schaffung von Wohneigentum für junge Familien.

Die Umgestaltung der beiden großen Innenstadt-Kasernen sei quasi die Blaupause für das gewesen, was danach kam, so Kaminsky. Nach dem kompletten Abzug der US-Army habe Hanau vor der Herausforderung gestanden, große Kasernenflächen in eine friedliche Nutzung zu überführen. Dieser Prozess sei nahezu abgeschlossen, und zwar äußerst erfolgreich. Dabei sei Härtels Konzept für die Francois- und die Hessen-Homburg-Kaserne auch auf die anderen Flächen übertragen worden: die Kombination aus Gewerbe und Wohnraum, die Kombination aus öffentlicher und privater Investition.

Es seien aber nicht nur die großen Dinge, die bleiben werden und die Stadt dauerhaft prägen, sagt der Oberbürgermeister. Auch die vermeintlich “kleinen Entscheidungen” hätten eine erhebliche positive Auswirkung bis auf den heutigen Tag. Ein Beispiel sei der Beschluss, den Weihnachtsmarkt inhaltlich wie gestalterisch neu aufzustellen. Dazu gehöre natürlich auch die Idee, das Rathaus zu einem Adventskalender umzugestalten. Damals mag das mancher als Nebensächlichkeit abgetan haben.

Heute sei der Weihnachtsmarkt samt dem Adventskalender hingegen ein Besuchermagnet und ein wichtiger Baustein, der hilft, Hanau das Image einer lebens- und liebenswerten Stadt zu geben. Dazu gehöre auch das von Margret Härtel initiierte Weinfest oder die Wilhelmsbader, jetzt Hanauer Sommernacht. Das seien Veranstaltungen, die jährlich Tausende begeistern und dazu beitragen, Hanau zu einem attraktiven Wohn- und Lebensort zu machen.

Es sei unmöglich, alle Leistungen der ehemaligen Oberbürgermeisterin aufzuzählen. Zumal sie sich auch im Ruhestand weiter an vielen Stellen für die Stadt und die Bürgerschaft einsetze. Das künftige Dokumentationszentrum für die Militärgeschichte Hanaus sei dafür nur ein Beispiel. Mit dem Zentrum soll auf die jahrhundertealte Geschichte der Garnisonsstadt hingewiesen, zugleich aber auch die Umwandlung Hanaus in eine Stadt ohne jegliches Militär dokumentiert werden.

Härtel begleite auch im Ruhestand mit wachem Blick und kritischem Auge die Politik im Großen wie im Kleinen. Ihr Rat sei gefragt, sorge bisweilen aber auch für Debatten, selbst in der eigenen Partei. Aber Diskussionen und das sachliche Ringen um die beste Lösung seien nun einmal Wesenspunkte einer lebendigen Demokratie, so Kaminsky. Und der habe sich Margret Härtel immer mit viel Engagement und Herzblut verpflichtet gefühlt.

Man habe schöne und schwierige Zeiten erlebt, so Kaminsky. Am Ende habe sich aber immer das gemeinsame Interesse am Wohlergehen der Stadt und ihrer Bürger durchgesetzt. Dafür sei man Margret Härtel zu großem Dank verpflichtet.

Der Oberbürgermeister ist sich sicher, dass sich Margret Härtel auch künftig für die Belange der Stadt und ihrer Mitbürger einsetzen werde. “Ich wünsche ihr dazu von Herzen viel Kraft und vor allem Gesundheit”, so Claus Kaminsky.

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1 Kommentar

  1. Aha. Ok. Ich nehme den Artikel und die darin geäußerten Aussagen mal zur Kenntnis. Anmerken möchte ich in aller Kürze, dass sowohl (a) die CDU, als auch (b) Herr Kaminsky und insbesondere (c) die Juristen (einschließlich der Strafjuristen) diese Personalie vor 20 Jahren, als sie noch aktuell war, gänzlich anders bewertet haben. Das mit der (vermeintlichen) “Loyalität zur Union” wurde damals auf CDU-Parteitagen auch etwas anders gesehen… Die Herren Frodl, Lenz, Gössl, Hussing etc. fanden sie damals nicht ganz so loyal… Nun gut; bei diesem Artikel scheint es wohl weniger um eine realistische Bewertung einer politischen Karriere zu gehen, sondern eher um irgendeine rosa-rote-Feel-Good-Story (ganz egal, ob die Story sonderlich viel Realitätsbezug hat, oder auch nicht). Beste Grüße, Daniel Komo

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