Dienstag, 16. Juli 2024
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Klein-Auheim: “Nein! Doch! Ohh!”

Kein Gehwegparken mehr an den Durchgangsstraßen

Alles neu macht bekanntlich der Mai. Nur in Klein-Auheim ist das etwas anders. Da macht die Stadt schon im März alles neu.

Vergangene Woche schon wiesen etliche Halteverbotsschilder darauf hin, dass sich im Hanauer Stadtteil etwas tut. Absolutes Halteverbot in bestimmten Abschnitten der Seligenstädter Straße und der Geleitstraße sorgten für die ersten Diskussionen, früher an Stammtischen, heutzutage im Supermarkt, beim Bäcker, Metzger oder in der “Woipress”.

Da wird doch wohl nicht…? Oder um es mit Louis de Funès zu sagen: Nein! Doch! Ohh!

Schneller als gedacht sind spätestens seit heute Mittag die ersten weißen Begrenzungslinien auf der Geleitstraße zu sehen. “Das Parkraumkonzept wird umgesetzt wie vorgestellt!”, weiß Ortsvorsteher Sascha Feldes, der auf Anfrage des Regionalportals ‘s Blättsche erste offizielle Auskunft gibt.

Bereits im Juni 2021 sowie im Januar 2022 haben wir ausführlich über die Vorhaben informiert. Bald wird auf den Gehwegen nicht mehr geparkt oder anders ausgedrückt: Bald ist das Parken auf Gehwegen verboten! Die Anwohner der Geleitstraße haben die neue Situation bereits vor Augen, die der Seligenstädter Straße werden am Dienstag das Wirken der Stadtmitarbeiter beobachten können.

Zu viele private PKWs parken im öffentlichen Straßenraum. In diesem Zusammenhang suche man auch Lösungsansätze, die sowohl den ruhenden, als auch den fließenden Verkehr betreffen.” hieß es noch Ende Januar 2022.

Die städtischen Verantwortlichen berichteten in der Ortsbeirats-Sitzung, dass, “gemäß des kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedeten Mobilitätsleitbildes, für die komplette Stadt Hanau, kein Gehwegparken mehr erlaubt sein soll”.

Denn dass es zu viel Verkehr, insbesondere LKW-Verkehr, gibt, ist allen klar. Dies wurde auch durch mehrere Verkehrszählungen bestätigt.

Alternative Parkkonzepte wünschte sich der Ortsbeirat. Die ungehinderte Nutzung des Gehweges für Fußgänger, Mobilitätseingeschränkte und Kinder auf dem Fahrrad sollte sichergestellt werden. Derzeit müssen diese Verkehrsteilnehmer noch an manchen Stellen auf die stark befahrene Straße ausweichen, selbst mit Rollator ist an einigen Tagen auf dem Gehweg an der Seligenstädter Straße kein Durchkommen.

Was im zweiten Quartal 2022 umgesetzt werden sollte, startet nun in diesen Tagen. Mit der Maßnahme soll auch erreicht werden, dass sich die Geschwindigkeit des fließenden Verkehrs im Stadtteil verlangsamt.

Die Tatsache, dass die Stadt “unabhängig davon bereits nach einem Unternehmen sucht, das eine professionelle Verkehrsuntersuchung für Klein-Auheim durchführt”, blieb offenbar außer Acht. Jedenfalls schien nach Recherchen unseres Online-Portals niemand darüber informiert, dass es eine neuerliche Verkehrsuntersuchung gegeben hat. Sascha Feldes: “Eine ‘Verkehrs-Prüfung’ findet nicht statt.”

Primär soll das Projekt auf den Hauptstraßen umgesetzt werden, in den Seitenstraßen wird das Gehwegparken offenbar zunächst geduldet.

Auch in der Sprechstunde vor der jüngsten Ortsbeirats-Sitzung war das Thema “Parkplätze und Verkehr” in der Diskussion, oft allerdings mit dem Tenor “mein Parkplatz muss bleiben, ich brauche mehr, woanders ist es egal”. Dem Ortsvorsteher gefällt es nicht, wenn egoistische Interessen genannt und “kein wirkliches Verständnis für schwächere Verkehrsteilnehmer” aufgebracht wird.

Aktuell sei angemerkt, dass die Parkbuchten entgegen der zuletzt vorliegenden Pläne im Bereich der Seligenstädter Straße mit den niedrigen Hausnummern lediglich auf einer Straßenseite eingezeichnet worden sind, auf der gegenüberliegenden Seite herrscht absolutes Halteverbot. Auf der Geleitstraße sind Parkbuchten auf der jeweils anderen Straßenseite versetzt zu finden.

So ist es also: Die “optischen Parkbuchten” werden in diesen Tagen auf die Straßen gemalt, es wird etwas Chaos geben und auf lange Sicht, so Feldes, “wird der Durchgangsverkehr einen Bogen um Klein-Auheim machen, denn es muss langsamer und rücksichtsvoller gefahren werden, dann ist doch alles gut”.

Sein Wort in Gottes Ohr, der Autofahrer als “Gewohnheitstier” wird auch diese Kröte schlucken.

Immerhin, das sei nebenbei bemerkt, hatte sich damals auf beide Vorberichte im ‘s Blättsche niemand, wie gewünscht, mit einem Kommentar anderweitig geäußert.

Also sind wohl alle einverstanden, es wird ein gesittetes Parken an den Durchgangsstraßen geben, die Gehwege werden als solche nutzbar sein, kein Hupen und Stehenbleiben mehr vor der “großen” Ampelkreuzung, keine Raser des Nachts an der Mainzer Straße, zufriedene Slalom fahrende Busfahrer, keine “mal schnell haltende” Einkäufer und irgendwann umfahren sie alle den wunderschönen Hanauer Stadtteil Klein-Auheim und man trifft nur noch zufrieden laufende Menschen auf den Gehwegen, die sich nicht mehr ärgern müssen.

>> Übrigens darf auch diesmal jeder seinen Kommentar unter dem Artikel loswerden, allerdings – wie es hier Sitte ist – nicht anonym.

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8 Kommentare

  1. Frage ist,wer denkt dabei an die Handwerker ,die in diesen Bereichen Baustellen haben und mit Ihren Fahrzeugen keinen Parkplatz finden.

  2. Es ist schwierig allen Bedürfnissen gerecht zu werden und unmöglich jeden zufriedenzustellen. Wichtig ist, dass die Verantwortlichen mit dieser Umsetzung zufrieden sind, sich auf die Schulter klopfen und sich freuen, selbst als Anwohner nicht betroffen zu sein und vllt. noch eine dicke Prämie obenauf zu bekommen. Ich persönlich sehe allerdings das Problem, das uns in solche Situationen manövriert, in unserer Gesellschaft. Ich empfinde das Verhalten unserer Gesellschaft zunehmend hässlicher. Egoistisches parken, rücksichtslose Raserei. Das Ego immer an erster Stelle! Rücksichtnahme und Empathie sind Fremdwörter. Würden wir alle mal über unseren Tellerrand hinaussehen, wäre einiges angenehmer. Ich persönlich freue mich auf jeden Fall schon auf das erste Zusammentreffen von Müllabfuhr und Bus in der Rushhour.

  3. Wie schrieb ich bereits in meinem Protokoll von 1992:

    In Hanau denkt mer drüwwer nach,
    Üwwer e ganz heikel Frag’!
    Seit Jahre duht mer schon dran denke,
    Wie könnt mer den Verkehr beschränke.

    Weil mer gehört an höh’rem Orte,
    Unser beschwörend, mahnend Worte.
    So fängt mer an, probiert gar viel,
    Un kimmt dann trotzdem net zum Ziel.

    Die Straße, die wer’n immer voller,
    Und der Verkehr werd immer toller.
    Willst de uff die anner Seit’,
    Da brauch mer schon e bissi Zeit.

    Und der Gestank, un Lärm, un Krach,
    Da denkt mer lieber garnet nach.
    Ach wär’s doch nur wie früher, Leit,
    In uns’rer ach so gute Zeit.

    Ich hab’ die Lösung schon parat,
    Und geb se an de Magistrat:
    Mer mache alle Straße zu,
    Dann ham’ mer endlich unser Ruh’.

  4. Es wird Zeit, dass die Gehwege den Fußgängern vorbehalten werden.
    Das sollte für alle Straßen in Wohngebieten gelten, auch für die Seitenstraßen.
    Zum Metzger, Bäcker kann man auch im Ort zu Fuß oder mit dem Rad gelangen.

    Ich hoffe, die neue Parkregelung wird auch engmaschig von der Stadtpolizei überwacht.

  5. Ich verstehe nicht, warum die Stadt Geld für Parkbuchten ausgibt, wenn die
    Straße selbst in einem maroden Zustand ist und dringend Investitionen
    benötigt. Es wäre sinnvoller gewesen, das Geld in die Sanierung der Straße
    zu investieren, anstatt neue Parkbuchten einzurichten.
    Zudem halte ich das Parkverbot vor der Metzgerei für unverhältnismäßig. Die
    Kunden der Metzgerei haben nun Schwierigkeiten, einen Parkplatz zu finden,
    was sicherlich nicht förderlich für das Geschäft ist. Außerdem wird durch das
    Parkverbot der Verkehr auf der Seligenstädter Straße nicht reduziert, was
    vermutlich das eigentliche Ziel dieser Verkehrsmassnahme sein sollte.
    Ich fordere die Stadtverwaltung auf, die Prioritäten richtig zu setzen und sinnvolle Massnahmen mit unseren Steuergeld durchzuführen,.in die Sanierung der Straßen zu investieren, die überall in Klein- Auheim marode sind und ein heruntergekommenes Stadtbild abgeben.

  6. Aus meiner Sicht können wir so nicht mehr weitermachen! Der zunehmende Verkehr und die damit verbundene Lärmbelastung macht nicht nur Menschen krank, sondern auch unsere Umwelt kaputt. Ergänzend zum Artikel möchte ich noch vorschlagen, dass man den ruhenden Verkehr auch dadurch reduzieren kann, indem man versucht, auf seinem Grundstück oder in seiner Garage zu parken, wenn diese Möglichkeit besteht. Der fließende Verkehr lässt sich leicht reduzieren, wenn der eine oder die andere mal zu Fuß geht oder das Fahrrad als Verkehrsmittel in Betracht zieht. Dies hat letztlich auch noch den Effekt, dass man durch Bewegung seiner Gesundheit etwas Gutes tut.

  7. Wieder ein Grund mehr, den wunderschönen Hanauer Stadtteil Klein-Auheim nach über 30 Jahren Zugehörigkeit den Rücken zukehren.

  8. Ich würde eher sagen , das Hupkonzert wird zunehmen , wenn jemand mehr als 15 – 20 Minuten braucht bis er aus KleinAuheim draußen ist . Ich stell mir jetzt schon ein Chaos vor , wenn ein Bus und ein Müllwagen aneinander vorbei wollen und dazwischen noch ein PKW steckt

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