Mittwoch, 24. April 2024
's BlättscheLokales"Die Sicherheit der Bürger geht vor!"

“Die Sicherheit der Bürger geht vor!”

Sachlichkeit war Trumpf in der Ortsbeiratssitzung

“Die Sicherheit der Bürger geht vor!” – Hanaus neue Stadträtin Isabelle Hemsley (CDU) sorgt gleich bei ihrem Premieren-Auftritt im Klein-Auheimer Ortsbeirat für klare Worte. Gemeinsam mit Markus Henrich vom Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) war sie gekommen, um die Wogen zu glätten in Sachen “Sperrung der Auheimer Brücke”.

Schlussendlich ist klar: Die nächsten vier Monate soll es keine Änderung der aktuellen Situation geben, gleichwohl werden mit Hochdruck Gespräche geführt und es wird an alternativen Lösungen gearbeitet. Klar ist aber auch: Die “Auheimer Brücke” kann auf lange Sicht nicht saniert werden, es kommt nur ein Neubau infrage. Ein Neubau, den die Obere Denkmalschutzbehörde im April 2019 noch ablehnte.

Schon 2017 wiesen Schilder auf die Brückenschäden an der “Auheimer Brücke” hin. Bild: beko

Regelmäßig alle drei Jahre wird die Brücke auf Schäden untersucht – abwechselnd mit einer „einfachen“ und einer „Hauptprüfung“. Die aktuelle Hautprüfung läuft seit dem 4. Juli und geht voraussichtlich bis Oktober 2023. Die Prüfer befahren dazu auch die Bundes-Wasserstraße Main.

Die Prüfer meldeten den Verantwortlichen der Stadt Hanau bereits am vergangenen Mittwochabend (5. Juli) Schäden an den Stahlträgern, die einer genaueren Untersuchung bedürfen, die sofort veranlasst wurde. Die Auheimer Brücke wurde sofort von der Stadt Hanau gesperrt, obwohl die Hauptprüfung noch nicht beendet ist.

Noch am Donnerstag informierte die Stadt die Öffentlichkeit in einer Pressemeldung über die Sperrung der Brücke zwischen den Stadtteilen Klein-Auheim und Großauheim sowie die Umleitungsstrecken, die übrigens im Regionalportal ‘s Blättsche bereits wenige Minuten nach der Information mit Plan veröffentlicht wurden. Weit mehr als 2.000 mal klickten ‘s Blättsche-Leser den Artikel innerhalb weniger Stunden und informierten sich so aktuell und zuverlässig auf den ersten Blick. Demzufolge waren am Freitag früh nur wenige überrascht von der Sperrung und nahmen mitunter die Umleitungsstrecke über die Hellentalbrücke in Anspruch.

Das schnelle und verantwortungsvolle Handeln verteidigte Stadträtin Isabelle Hemsley vor dem Ortsbeirat und wenigen Besuchern, räumte allerdings ein, dass die Kommunikation verbessert werden müsse. Ab sofort will sie auch den Ortsbeirat regelmäßig über den Sachstand informieren.

HIS-Verantwortlicher Markus Henrich informierte seinerseits über die auch in den zurückliegenden Jahren erfolgten Gespräche, beispielsweise mit dem Land Hessen wegen der Fördermittel. Auch er macht deutlich, dass bereits 2011 beim ersten Gutachten davon geschrieben ist, dass “die Brücke nicht zu sanieren ist, sie muss neu gebaut werden”. Und auch er räumt ein: “Es ist Vieles getan worden, aber es wurde nicht kommuniziert.”

Trotz der Neubau-Absage durch die Obere Denkmalschutzbehörde 2019 sei eine Firma gefunden worden, welche die Arbeiten übernehmen könnte. Markus Henrich: “Wir haben noch die Hoffnung, dass wir die Brücke wieder aufmachen können.”

Einen Fährbetrieb zu installieren, sei zeitlich aussichtslos: “Bis eine Genehmigung vom Bundesamt für eine Fähre kommt, haben wir neu gebaut.”

Wieso man nicht noch zwei Wochen gewartet habe, bis die Ferien beginnen, stellte die BfH in Frage und Isabelle Hemsley verdeutlicht nochmals: “Die Sicherheit der Bürger geht vor! Hätte jemand die Verantwortung übernommen?” Auch um einen “Brücken-Ersatzverkehr” wollen sich Hemsley und Henrich bemühen und das Thema “Auheimer Brücke” dürfte jetzt auch auf politischer Ebene eine besondere Rolle spielen. Zumal, und das sei angemerkt, es in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils Finanzansätze im Haushalt gegeben habe für die “Teilerneuerung Auheimer Brücke”, in 2022 fehlt der Ansatz.

Die Dringlichkeitsanträge von SPD und BfH über sofortige Maßnahmen einer Sanierung bzw. der Neubaus der “Auheimer Brücke” befürwortete der Ortsbeirat einstimmig.

Über weitere Anträge und Anfragen im Ortsbeirat (Bürger-Info der Caritas zum Seniorenheim / Umfirmierung des Stadtteilladens / die eingeführten Kurzzeitparkplätze / …) berichtet ‘s Blättsche im Laufe der Zeit.

>> Protokolle zu den Ortsbeiratssitzungen gibt es übrigens hier .

Mit meinen Augen gesehen
Da hat sich ja doch einiges getan in den zurückliegenden Jahren und all die Poster in den sozialen Medien hätten mal lieber zur Ortsbeiratssitzung kommen sollen, um sich in aller Sachlichkeit die Informationen von Seiten der Stadt anzuhören.
Da ist eine Isabelle Hemsley, in Großauheim aufgewachsen und mit der Situation und der Bedeutung der “Auheimer Brücke” allemal vertraut. Und ein Markus Henrich, der über seine zahlreichen Gespräche und den Schriftverkehr mit Ämtern spricht und oftmals einige Monate auf Antwort warten muss.
Wer sich offenbar nicht allzu intensiv und stetig um die Belange der “Auheimer Brücke” bemüht hat, waren die Ortsbeiräte in den Jahren 2011 bis 2019, zumindest wenn es um gezielte Nachfragen bei der Stadt ging.
Einmal mehr wird aber auch deutlich, dass es da Probleme in der Kommunikation gibt.
Das allerdings könnte sich in heutiger Zeit ändern, wenn man nicht nur auf Facebook oder Instagram als Kommunikationsmittel fixiert ist. (beko)

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1 Kommentar

  1. Tja…Ich frage mich dennoch, warum seit 2011 keine konkreten baulichen Maßnahmen getroffen wurden.

    Und nicht jeder hat Zeit zu den Versammlungen zu gehen….

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