Freitag, 1. März 2024
's BlättscheLokales"Was ist denn in St. Marien los?"

“Was ist denn in St. Marien los?”

Pfarrer Holger Allmenröder beurlaubt / Kost übernimmt

Schnell – zumindest für kirchliche Strukturen – war das “Geheimnis” einer WhatsApp-Nachricht am 23. Juli an unsere Redaktion gelüftet, doch jetzt erst machen die Informationen die Runde. “Was ist denn in St. Marien los?” hieß es im sozialen Netz und der Regenbogen als Signet dahinter ließ einen Zusammenhang mit Pfarrer Holger Allmenröder vermuten. Dass es dabei auch um St. Margareta Froschhausen und nicht nur um St. Marien Seligenstadt gehen sollte, wird erst auf den zweiten Blick deutlich.

Holger Allmenröder, Pfarrer in St. Marien und St. Margareta, ist zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubt. Bild: privat

Jetzt ist es klar: Aus gesundheitlichen Gründen ist Pfarrer Allmenröder bis zur Wiederherstelllung seiner Gesundheit beurlaubt. Doch auch “nicht nachvollziehbare Vermögensvorgänge” in St. Margareta Froschhausen soll es geben.

Bereits am 22. Juli teilt der Mainzer Generalvikar, Weihbischof Dr. Udo Bentz den beiden Gemeinden St. Marien und St. Margareta mit, was erst am 31. Juli veröffentlicht wurde.

“Aufgrund seiner persönlichen gesundheitlichen Situation, die in der Pfarrei schon seit langem bekannt ist, ist Pfarrer Holger Allmenroeder ab sofort bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit beurlaubt worden.

Derzeit werden seitens des Bistums Mainz zudem nicht nachvollziehbare Vermögensvorgänge der Pfarrei St. Margareta, Froschhausen, untersucht, auf die der Kirchenverwaltungsrat der Pfarrei das Bistum in der vergangenen Woche hingewiesen hat.

Der Leiter des Pastoralraums Mainbogen, Pfarrer Willi Gerd Kost, Hainstadt, ist daher als Pfarradministrator der Pfarrei St. Marien, Seligenstadt / St. Margareta, Froschhausen eingesetzt worden. Eine rasche und gute Klärung im Sinne aller Beteiligten ist dem Bistum Mainz dabei ein großes Anliegen.”

Nach der Veröffentlichung des Schreibens aus Mainz am 31. Juli folgte am 1. August eine Veröffentlichung der Gemeinde im Internet mit dem Aufruf zu einer Gemeindeversammlung am 22. Oktober mit folgendem Wortlaut: “Wie den Meisten in unseren beiden Gemeinden mittlerweile bekannt ist, wird Pfarrer Holger Allmenroeder uns bis auf Weiteres nicht zur Verfügung stehen, da er bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit die vielfältigen Aufgaben in St. Marien und St. Margareta nicht erledigen kann.

Wir werden daher überlegen müssen, wie wir diese Situation als Gemeinde gestalten. Schneller als erwartet müssen wir “eine Kirche, die teilt” werden. Andere Personen (Hauptamtliche und Ehrenamtliche) werden Dienste übernehmen (müssen), die vorher unser Pfarrer geleistet hat. Dies ist im Grunde bereits ein Stück des Pastoralen Weges, der ein Teilen von Aufgaben und damit Zusammenrücken in unseren Gemeinden des Pastoralraums erfordert. Das wird nicht einfach, birgt aber auch viele Chancen auf Erneuerung in der Kirche. Wie auch immer wir in Zukunft aufgestellt sein werden – es geht nicht ohne das Engagement vieler, denen unsere Gemeinden wichtig sind.

Daher laden wir Sie jetzt schon ein, an unserer Gemeindeversammlung am 22. Oktober nach dem 11-Uhr-Gottesdienst teilzunehmen. Es ist eine Gelegenheit, gemeinsam zu überlegen, wie wir weitergehen wollen und können.

Weitere Informationen teilen wir Ihnen zeitnah mit.

Bitte reservieren Sie sich, wenn möglich, schon einmal diesen Termin. Vielen Dank!

Falls Sie Fragen oder Anregungen haben: Der Pfarrgemeinderat ist für Sie unter den nachfolgenden Adressen erreichbar:

pgr@stmarien-seligenstadt.de
pgr@stmargareta-froschhausen.de

Margret Schnabel und Margret Graf, Pfarrgemeinderat”.

Doppelt mit der Übernahme von Aufgaben trifft es die beiden Gemeinden auch durch das Sabbatjahr, das Gemeindereferentin Gabi Laist-Kerber begonnen hat. Deren bisherigen Aufgaben werden auch durch viele Ehrenamtliche übernommen. Auch darüber berichtete ‘s Blättsche ausführlich.

“Ich freue mich sehr darauf, nicht nur, weil ich die letzten drei Jahre auf einen Teil meines Gehalts verzichtet habe, um das Sabbatjahr zu finanzieren. Nach fast 30 Jahren kontinuierlicher Arbeit in St. Marien und St. Margareta mag ich diese Auszeit als entschleunigende Zeit erleben. Eine gute Gelegenheit, mein Leben im Älterwerden zu reflektieren und mich mehr auf Gott zu besinnen. Das weitet sicher auch meine Perspektive bei all den pastoralen Entwicklungen, die auf rasant-vielfältige Weise in unserem Mainbogen anstehen. Im Sommer 2024 habe ich vor, wieder in unsere Gemeinden zurückzukommen, um weiterzuarbeiten. So freut es mich sehr, dass einige mir wichtigen Arbeitsbereiche von Ehrenamtlichen das Sabbatjahr über weitergeführt werden. Das ist absolut großartig!

Gemeindereferentin Gabi Laist-Keber im Sabbatjahr. Bild: privat

Wohldosiert biete ich in meiner Auszeit ein paar Veranstaltungen an, die mir die Jahre über mit den Gruppen wertvoll geworden sind. Im September eine Pilgerwanderung auf dem Klostersteig (schon ausgebucht), die frühe Morgenwanderung kurz vor Weihnachten am 22.12. um 7.00 Uhr und den Fastenkurs am Aschermittwoch 2024. Wer dabei sein mag, melde sich gern. Jetzt freue ich mich erstmal noch auf die Begegnungen mit 40 Frauen beim Frauenwochenende im Kloster Salmünster und auf das Hobbach-Wochenende mit den vielen Kindern und Jugendlichen. Danach werde ich dann mal – um mit Huckepack zu sprechen – … Niksen.”

Wiederholt war es in der Vergangenheit auch zu Irritationen gekommen beim Aufbau des Pastoralraumes “Mainbogen”. Immer noch wird daran erinnert, dass der Beschluss zu einer großen Pfarrei mit den zehn Gemeinden des ehemaligen Dekanates Seligenstadt sehr diskussionswürdig und vor allem formal sehr knapp war.

Nachfragen unserer Redaktion, dass es Bestrebungen gebe, das von Mainz inzwischen genehmigte Ergebnis für eine große Pfarrei in Frage zu stellen, wurde immer wieder verneint. Doch auch hier gibt es Neuigkeiten, die einem Protokoll zu entnehmen sind. Dort heißt es Ende Juni: “Die Intervention der von Pfarrer Selzer geleiteten Pfarreien gegen die gefallene Entscheidung für eine Großpfarrei blockiert die Weiterentwicklung des Pastoralen Weges im Pastoralraum Mainbogen.”

Derweil haben zahlreiche Ehrenamtliche in einem Schreiben an das Leitungsteam mit Pfarrer Willi Gerd Kost und Koordinatorin Petra Licht “ihre Bereitschaft erklärt und den Wunsch zum Ausdruck gebracht, jetzt mit der Arbeit in den Projektgruppen zu beginnen”.

Offizielle Stellungnahmen hierzu und zum aktuellen Stand der Planungsarbeiten gab es nach dem gemeinsamen Treffen Mitte März bislang noch nicht.

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