Freitag, 19. August 2022
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KJZ mit Asyl im St. Marien-Zeltlager

Die ersten Zelte gab's von den Amerikanern in Hanau / Heute Teil 6

Genau vor einem halben Jahrhundert
startete die Jugendverbandsarbeit in der St. Wendelinusgemeinde Zellhausen mit zahlreichen Aktionen, ließ die Dekanatsjugendarbeit aufleben, machte politisch Furore und mündete schließlich in die Gründung der heutigen Katholischen Jugendzentrale. Fast könnte man sagen: KJZ wird zur KJZ.

Die ersten Zeltlager der katholischen Jugend Zellhausen (KJZ) stehen heute – nach dem Rückblick auf den Aufbau der Jugendarbeit – im Blickpunkt unserer Zeitreise in die Siebziger Jahre.

Begonnen hatte alles vor nunmehr 52 Jahren, anno 1970. Damals versuchte Pfarrer Walter Merkelbach nach der Intension des II. Vatikanischen Konzils die Jugendarbeit in Zellhausen aufleben zu lassen. Laienmitarbeit war gefragt, Erwachsene sollten sich noch mehr in die Gemeindearbeit integrieren, sollten Verantwortung übernehmen im Pfarrgemeinderat und anderen Gremien und Gruppen.

So gab es jene Messdienerstunde an einem Freitagnachmittag um 15 Uhr im Frühjahr 1970 als die Idee aufkeimte, “man könne doch mal mit einer Jugendgruppe am Zeltlager der St. Marien-Gemeinde Seligenstadt teilnehmen”. Viele positive Aktionen gingen damals von der erst 1966 gegründeten Gemeinde aus, in der erst 1975 die erste moderne Kirche eingeweiht werden sollte mit dem Alter im Mittelpunkt der Gemeinde. Noch heute spricht man landläufig von der “Bunker-Kirche”.

Ekkehard Edel, damals Pfarrer in St. Marien, war mit seinem Zeltlager-Team um die Familie Rachor sofort bereit, einer Jugendgruppe aus Zellhausen Asyl zu gewähren. Zeltlager-Asyl sozusagen im badischen Hornbach. Und auch ein Zelt stellte er zur Verfügung für die neun Jugendlichen aus St. Wendelinus. Es sollte ein besonderes Erlebnis werden und der Auftakt für eine Jugendarbeit mit zahlreichen Zeltlager-Angeboten ab 1972. Nieder-Liebersbach, Hornbach, Weidenthal in der Pfalz und viele andere Orte wurden im Laufe der Jahre über die Sommerferien angesteuert.

Alles allerdings nur machbar, weil viele Erwachsene das Ansinnen der Jugendlichen tatkräftig unterstützten, weil die Freiwillige Feuerwehr selbst mit ihrem LF8 damals die eine oder andere Wasserversorgung herstellte, weil die schon genannten Firmen Fahrzeuge, Brot, Wurst und mehr besorgten, um ein Zeltlager anzubieten.

Aber: Ohne Zelte kein Zeltlager. Das war schnell klar und so gab es Anfang der Siebziger Jahre den einen oder anderen Besuch in amerikanischen Kasernen in Hanau, in denen Jugendliche ihre ersten Englisch-Kenntnisse aus der Schule in die Realität umsetzen konnten. Es war nicht einfach, aber zum Schluss konnte so manches Zelt von den Amis erstanden werden und im Laufe der Jahre kaufte sich die Gemeinde vor allem mit dem Erlös der Altpapiersammlungen und der Veranstaltungen ihr eigenes Equipment.

Doch teuer waren die Zeltlager allemal, vor allem für kinderreiche und sozial schwache Familien und so entstand bald der Gedanke, politisch die finanzielle Unterstützung von Lagern und Freizeiten zu fordern. Längst wurden Ferienspiele von Kommunen bestens finanziert, Zeltlagerbetreuer gingen leer aus. Bis: Ja, bis die KJZ-Verantwortlichen diese Idee mit der BDKJ-Kreisstelle hatten. Mehr dazu im nächsten Teil unserer Serie “50 Jahre KJZ”.

>> Lest dazu auch die vorangegangenen Teile der Serie “KJZ”. Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5

>> Demnächst in dieser Serie: “Viel Idealismus und kein Geld” – Zeltlagerbetreuer benachteiligt.

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1 Kommentar

  1. Ja, ich war 1970 auch Teilnehmerin am
    Zeltlager mit Pfarrer Edel aus St. Marien
    in Hornbach. Meine 1. „Urlaubsreise“ ohne Eltern…Das bleibt mir immer in schöner Erinnerung: Lagerfeuer, Schwimmbadbesuche, Nachtwanderung mit Gespensterspuk, aber auch Waschen im Zelt mit kaltem Bachwasser 🙃

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